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Ehrgeiz und Rhythmen

Die Erlanger Breakdance-Crew „Taz Maniacs“ - 17.12.2010 22:51 Uhr

Seit zehn Jahren in Sachen HipHop unterwegs: Die Breakdance-Gruppe „Taz Maniacs“. © privat


Zur Jahrtausendwende träumten die meisten Mädchen davon einmal in Robbie Williams Armen zu liegen, während die Jungs eher sportliche Ziele verfolgten und zwar mindestens so cool Breakdancen zu können, wie die Tänzer in den Musikvideos auf MTV und Co. Was als Trendwelle begann, erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Ein gutes Beispiel dafür sind die Erlanger Jungs der „Taz Maniacs“. Die Breakdance Gruppe rund um Claus Kasper existiert nun seit zehn Jahren. Was heute so spielend einfach und professionell aussieht ist das Produkt jahrelanger harter Arbeit.

Während aktuell fast jedes einigermaßen gut ausgestattete Fitness- oder Tanzstudio Breakdance Kurse anbietet, mussten sich die „Taz Maniacs“ noch alles selbst erarbeiten. Das ging damals nur über einen Weg: VHS-Kassette einlegen und nachtanzen. Die meisten Inspirationen holten sich die Tänzer durch Musikvideos, einen Lehrer hatten sie nicht. Erst nach monatelangen Proben und einigen blauen Flecken waren die Grundschritte erlernt.

Danach ging es mit viel Ehrgeiz an die Feinheiten. Heute sind die sechs festen Mitglieder richtige Profis. Kasper: „Wer im Breakdance gut sein will, braucht jede Menge Ehrgeiz“.

Dabei sind die „Taz Maniacs“ keine Wettkampftruppe. Auch wenn sie hin und wieder auf Wettkämpfe fahren. Wichtiger ist es ihnen, die Leute zu unterhalten. Zum Beispiel bei Faschingsbällen oder Sportlerfeiern. „Wir wollen einfach eine tolle Show bieten, originelle Kostüme und vielleicht nicht immer ganz typische Breakdance Musik eingeschlossen“, erklärt Kasper. Denn wer denkt, die „Taz Maniacs“ entsprechen dem klassischen Breakdance-Klischee der irrt. Vom Informatiker bis zum Fitnesstrainer, ist alles dabei. Selbst auf die für die Sportart so typische HipHop-Orientierung legen die Jungs nicht so großen Wert. „Wir haben auch schon zu den Beach Boys oder 20er Jahre Charlston getanzt“, so Kasper.

Hart trainiert wird bei den Taz Maniacs sehr wohl – bis zu vier Mal die Woche, jeweils drei Stunden. Im Ex-„East-House“ haben übrigens Neugierige die Möglichkeit reinzuschnuppern. Den Neuankömmlingen werden dann die Grundschritte gezeigt und jeder kann sich ein bisschen im Breakdance auszuprobieren – kostenlos versteht sich. In den zehn Jahren, die es die „Taz Maniacs“ gibt haben es aber die wenigsten geschafft dauerhaft mitzuhalten.

Dass man es aber durchaus mit viel Durchhaltevermögen in die Showtruppe schaffen kann beweist Vladi Nevelski. Der Schüler ist erst seit kurzem dabei, hat sich aber schon mehr als bewährt. Gerade wird für die kommende Faschingssaison geprobt. Ein neues Thema muss her, im vergangenen Jahr war es „Altenheim“.

„Das Breakdancen ist mehr als ein Hobby, trotzdem haben wir auch alle noch richtige Berufe, das kostet viel Freizeit“, so Kasper. Trotzdem: Auf Breakdance verzichten kommt erstmal nicht in Frage. Die „Taz Maniacs“ wollen auch noch die nächsten zehn Jahre weitermachen. Spätestens wenn die Jungs selbst ins Altenheim gehören ist dann aber Schluss. Was ja Gott sei Dank noch ein Weilchen hin ist. 

Teresa Harbeck

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