Konflikt mit Gräfenberg

Eigenes Hallenbad für Eckental ist in Gefahr

29.6.2021, 14:01 Uhr
Das momentane Hallenbad in Gräfenberg wird durch einen Neubau ersetzt. Ist deswegen eine eigene Schwimmhalle am Eckentaler Gymnasium zum Scheitern verurteilt?

Das momentane Hallenbad in Gräfenberg wird durch einen Neubau ersetzt. Ist deswegen eine eigene Schwimmhalle am Eckentaler Gymnasium zum Scheitern verurteilt? © Berny Meyer

Landrat Alexander Tritthart skizzierte in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses für den Landkreis Erlangen-Höchstadt die Problematik. So hatten die Märkte Eckental und Heroldsberg 2017 eine Absichtserklärung abgegeben, dass Kinder aus den beiden Gemeinden für den Schwimmunterricht das Gräfenberger Hallenbad nutzen sollen.

Tritthart führte daraufhin Gespräche mit der Eckentaler Bürgermeisterin Ilse Dölle und ihren Kollegen Jan König aus Heroldsberg, Herbert Saft aus Kalchreuth und Ralf Kunzmann aus Gräfenberg sowie dem Forchheimer Landrat Hermann Ulm. Kunzmann erläuterte dabei, dass der Gräfenberger Stadtrat eine Sanierung des bestehenden Gräfenberger Hallenbads verworfen habe.

Für einen Neubau als die bessere Lösung wurden bereits erste Planungsaufträge vergeben. Nach Einschätzung der Stadt Gräfenberg sei es erforderlich, dass Schüler aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt in Gräfenberg den Schwimmunterricht besuchen, damit Zuschüsse bewilligt werden.

Ein oder zwei Becken?

Deshalb gingen vor Kurzem Schreiben an die Regierungen von Mittel- und Oberfranken mit der Bitte zu klären, ob die geplanten Bäder in Eckental und Gräfenberg unabhängig voneinander verwirklicht werden können. Das Ingenieurbüro, das für die momentane Sanierung des Hallenbads in Spardorf verantwortlich ist, überschlug schon einmal die Investitionskosten für die Schwimmhalle in Eckental und kam auf zirka 9,8 Millionen Euro.

Käme zu dem Sportbecken mit 25 mal 12,5 Metern noch ein Nichtschwimmerbecken mit 12,5 mal 8 Metern hinzu, lägen sie bei 11,5 Millionen Euro. Wesentlich schwerer sind die Betriebskosten zu berechnen, da sie von vielen, noch nicht feststehenden Faktoren abhängen.

Nach den Erfahrungen mit dem Spardorfer Hallenbad dürften sie ungefähr 600.000 bis 800.000 Euro im Jahr betragen. Sollte die Schwimmstätte nicht - wie in Spardorf - zu bestimmten Zeiten auch von der übrigen Bevölkerung genutzt werden, würden sich die Betriebskosten reduzieren.

Kaum Material zu bekommen

Bei der vor einem Jahr begonnenen Generalsanierung des Spardorfer Hallenbads gibt es derzeit massive Material- und Lieferengpässe. Trotzdem hofft Alexander Tritthart, dass die umfangreichen Baumaßnahmen im vierten Quartal dieses Jahres - wie anvisiert - abgeschlossen werden können.

Für das mit 54,5 Millionen Euro teuerste Projekt in der Geschichte den Landkreises, den Neubau des Spardorfer Gymnasiums, ist die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans nun genehmigt. Hier folgt bald die öffentliche Auslegung.

An der Höchstadter Realschule sollen für etwa 200.000 Euro die Klassenraum-Container durch neue Quader ersetzt werden, um zwei Gruppen der offenen Ganztagsschule unterzubringen. Ob Container mit einer Größe von 40 oder 65 Quadratmetern gewählt werden, entscheidet der Bauausschuss des Kreises in seiner Sitzung am 7. Juli.

Turnhalle der Pfeffer-Schule in Herzogenaurach wird saniert

Auch die Turnhalle der Wilhelm-Pfeffer-Förderschule in Herzogenaurach muss saniert werden. In diesem Zug soll sie auch an die heutigen energetischen Standards angepasst werden.

Ein Architekt stellt derzeit die Planungsunterlagen zusammen. Zudem prüft die Regierung von Mittelfranken, inwieweit Fördermittel hierfür bewilligt werden können. Bei einem positiven Ergebnis soll im nächsten Jahr mit den Arbeiten begonnen werden.

Zum Schutz vor Covid-19 sind für die Schulen des Kreises 540 mobile Kohlendioxid-Sensoren und 13 Luftreinigungsgeräte angeschafft worden. Noch stärker wurde in die Digitalisierung investiert.

109 Beamer und 97 Großbildmonitore angeschafft

Unter anderem stehen mittlerweile 536 neue Computer, 429 Bildschirme, 109 Beamer, 97 interaktive Großbildmonitore mit Touchdisplays, 1610 iPads (zum Teil der Pro-Version), 160 Notebooks, zehn Virtual-Reality-Brillen und ein 3D-Drucker zur Verfügung. Sowohl Landrat Tritthart als auch Michael Schwägerl (ebenfalls CSU) wunderten sich, dass sich der Freistaat Bayern mit der Übernahme der Kosten für den IT-Support so viel Zeit lässt.

Diese sei schon vor knapp einem Jahr zugesichert worden, doch bisher folgten den Worten noch keine Taten. Renate Schroff (SPD) hob hervor, dass man es sich an den Schulen nicht leisten könne, in Jahren zu denken: "Hier zählt jeder Tag. Und wenn die Geräte nicht funktionieren, wirft das Lehrer und Schüler im Unterricht deutlich zurück."

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