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Ein "Büchenbacher Plärrer" in Erlangen?

Stadtteilbeirat in Erlangen wendet sich gegen geplante StUB-Trassenführung auf dem Rudeltplatz. - 08.06.2020 06:30 Uhr

Noch sieht der Rudeltplatz in Erlangen eher öde aus, doch bald soll er lebendiger und schöner werden.


Denn die vom Zweckverband vorgelegte Trassenführung soll am Rudeltplatz die Verkehrsanbindung bündeln und optimieren. Nach derzeitigem Stand sieht die Trassenführung eine Wendeschleife durch die Lindnerstraße vor sowie eine "Rendezvous" genannte Verknüpfung der Busse und der StUB. Damit, so meint der Stadtteilbeirat, würde rund um den Rudeltplatz ein Verkehrsknotenpunkt im Westen entstehen.

Deswegen meldet(e) sich der "alte" Beirat etwa mit einem entsprechenden Stadtratsantrag schon länger zu Wort. Auch das neue Gremium dürfte an der Kritik festhalten.

Denn für Mitglieder wie Birgit Rudelt ist der Platz schon jetzt der "zentrale Platz" für die 18 000 Büchenbacher — und soll das nach seiner "Aufhübschung" noch viel mehr werden. "Wir wollen keinen neuen Plärrer von Büchenbach, sondern einen Ort, an dem wir uns begegnen, aufhalten, austauschen und gemeinsame Veranstaltungen besuchen", sagt sie.

Das sei auch an den Ergebnissen einer Bürgerbeteiligung zum Stadtteilhaus deutlich geworden. Nach dieser Erhebung sollen die Außenbereiche nach Süden Richtung Spielplatz und nach Norden zum Rudeltplatz nicht nur als "herkömmliche Außenflächen" genutzt, sondern als "erweiterte Räume" des Stadtteilhauses gestaltet werden. "Der Grünzug im Süden soll sich quasi durch das Gebäude hinein in den Rudeltplatz ziehen", heißt es in der Umfrage.

Beirat sieht Schulkinder gefährdet

Das sei bei der jetzt vorgesehenen Trassenvariante nicht mehr möglich, sagt Birgit Rudelt, an deren Großvater, den verstorbenen früheren CSU-Stadtrat Josef Rudelt, der Platz erinnert. "Das Stadtteilhaus sollte Innen und Außen verschmelzen", sagt die Erlangerin, "aber wie soll das denn funktionieren, wenn alle paar Minuten eine Straßenbahn vorbeifährt?"

Was für den Beirat aber (fast) noch schlimmer ist, ist die seiner Meinung nach mögliche Gefährdung der Kinder. "Die StUB-Trasse soll durch das Pausengelände der Heinrich-Kirchner-Schule führen", beklagen Birgit Rudelt und ihre Gremiumskolleg*innen. Der Stadtteilbeirat sieht darin die Schulwegsicherheit der Grundschulkinder wie auch die Sicherheit auf dem Schulhof "stark gefährdet".

Doch noch ist bei der StUB nichts endgültig entschieden. Deshalb weist der Beirat einmal mehr auf seine Gegenvorschläge hin: Der geplante Schwenk samt Wendeschleife südlich vom Rudeltplatz soll "komplett entfallen" und die StUB stattdessen den Adenauerring entlang fahren, betont Birgit Rudelt.

Außerdem soll die StUB-Trasse nicht den Lehrerparkplatz und die Grünflächen samt Pausenhof der Heinrich-Kirchner-Schule durchqueren (wie berichtet).

Eines aber ist Birgit Rudelt und dem Beirat bei aller Debatte wichtig: "Unsere Überlegungen sind keine generellen Stellungnahmen zur StUB, es ist kein Bekenntnis für oder gegen die Trasse", sagt sie, "wir wollen zeigen, wie sich der vorliegende Entwurf auf den Rudeltplatz und unser Büchenbach auswirken wird".

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