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Samstag, 24.08.2019

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Ein froschgrüner Erlanger Zeitzeuge auf Rädern

Der Erlanger Stephan Güthlein und sein 91-jähriges Auto. Der Opel wird von Generation zu Generation vererbt. - 13.08.2019 11:00 Uhr

Oldtimer Laubfrosch von Stephan Güthlein. © Tim König


Gesundheitlich spielt der Opel bei Oldtimern ganz vorne mit, das funktioniert nur dank der sorgfältigen Pflege, die er erhält.

Im Inneren ist der Wagen quasi ein Original: Abgesehen von kleineren Reparaturen, etwa an den Bremsen, oder einer frischen Verkabelung wurde am Innenleben des Autos nicht viel gewerkelt. Auch von außen gab es über die Jahre so wenig Veränderungen wie möglich. Die Lackierung etwa ist zwar mit der Zeit gegangen, zeigt den Opel aber trotzdem in einem altersgerechten Schimmer.

Schon häufig wurde Güthlein positiv auf sein Auto angesprochen. Die grüne Farbe lassen den bereits sehr auffälligen Oldtimer noch mehr aus der heutigen Masse an Gefährten herausstechen, erzählt er. Auch Freundschaften habe er durch sein Hobby geschlossen, vor allem mit anderen Oldtimer-Interessierten. Für ihn handelt es sich nicht nur um ein kulturelles, sondern auch ein kommunikatives Hobby.

Ein wichtiger Faktor dabei ist die gute Vernetzung über das Internet. Über ein Internetportal steht Güthlein online mit über den Globus verteilten Enthusiasten in Kontakt. Er erzählt, wie groß die Rolle der neuen Medien in seinem Hobby ist: Während er früher etwa für Reparaturen oder Ersatzteile mühselig suchen musste, kann er heute mit einer E-Mail gleich etliche Leute auf einmal kontaktieren. Auch die Organisation von Oldtimer-Treffen ist mit modernen Medien viel leichter geworden. Dennoch bleibt das Hobby ganz traditionell: Über die vielen Jahre hat Güthlein eine persönliche Beziehung zu seinem Auto entwickelt. Dazu gehört natürlich auch ein Spitzname, den Oldtimer nennen Eingeweihte einfach nur "Frosch". Güthlein kennt den Wagen bereits seit seiner Kindheit, als dieser noch in der Scheune der Familie stand: "Er war damals unser Spielzeug", erinnert er sich. Schon seit diesen jungen Jahren habe er auch ein Auge auf den Wagen geworfen, in der Hoffnung ihn eines Tages zu besitzen, bis er ihn tatsächlich als Erbstück erhielt.

Viele Ausflugsfahrten

Sein grünes Cabrio hat vieles erlebt. Regelmäßig schließt er sich anderen Oldtimer-Besitzern auf Ausflügen in verschiedenste Länder an. In der Schweiz, Holland, Italien und vielen weiteren Staaten haben sie bereits Ausflugsfahrten mit ihren Autos gemacht. Die Anreise kann Güthlein seinem Opel aber nicht antun, deswegen wird der Wagen im Anhänger über den Kontinent transportiert.

Auch auf vielen Ausstellungen war der Opel "Laubfrosch" bereits zu bewundern. So stand er beispielsweise 1997 in Berlin zur Schau, als Teil der Veranstaltung "Prominenz auf Rädern". Der Oldtimer wurde dort stellvertretend für das erste Auto der Schauspielerin Marlene Dietrich desselben Fahrzeugtyps ausgestellt. Besonders begeistert erzählt Güthlein aber von der Abreise: Nach zehn bewegungslosen Tagen in der heißen Ausstellungshalle, sprang sein Wagen als Einziger von den vielen ausgestellten Oldtimern ohne Probleme an, um die Heimreise anzutreten.

Um das Auto fit zu halten, folgt Stephan Güthlein einem ganz einfachen Motto: "Es ist ein Fahrzeug, kein Stehzeug". Da so viele Kleinbauteile im Gefährt stecken, die anrosten oder verkalken könnten, falls man es zu selten bewegt, gehören regelmäßige Ausfahrten einfach zu einer guten Behandlung von Oldtimern dazu. Er erklärt, dass so ein Wagen eine

gründliche Pflege benötigt, um korrekt zu funktionieren. Genau wie man beispielsweise eine Fahrradkette regelmäßig ölen muss, damit das Rad keine Schäden erleidet und einen möglichst lange und zuverlässig trägt, so sollte man auch bei Oldtimern die grundlegende Wartung keineswegs vernachlässigen.

Als Güthlein den Wagen erbte, war erstmal eine umfangreiche Restauration fällig, die ganze elf Jahre in Anspruch nahm. Seitdem diese Generalüberholung aber abgeschlossen ist, hält sich der wöchentliche Arbeitsaufwand für ihn in angenehmen Grenzen: Nur die grundsätzliche Pflege ist nötig, damit der "Frosch" seinen vorbildlichen Zustand beibehält. 

TIM KÖNIG

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