Freitag, 07.05.2021

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Eine Brücke bei Erlangen als Dauer-Problemfall

Überführung der Weinstraße über die B 4 muss wieder erneuert werden. - 06.04.2021 06:00 Uhr

Die Brücke der Weinstraße über die B 4 wurde zweimal massiv beschädigt. Wegen der Erneuerung ist mit einer monatelangen Sperrung zu rechnen.

05.04.2021 © Klaus-Dieter Schreiter


Die Brücke sei genau dort von dem Baggerarm getroffen worden, wo es dem Bauwerk am meisten wehtue, sagt Karl Betz vom staatlichen Bauamt Nürnberg. Der Beton sei durch den Aufprall derart aufgerissen worden, dass sogar die Spannglieder frei liegen würden. "Das ist schon ein Treffer ins Herz, die Träger sind leider nicht mehr zu retten".

800 000 Euro Schaden

Während der Schaden vor zwei Jahren bei 600 000 Euro lag, beträgt er nach den Schätzungen eines Gutachters nun bei etwa 800 000 Euro. Weil die Beschädigungen so gravierend sind, wird man wohl alle Träger heraus nehmen müssen, meint der Fachmann. Das sei nicht ganz so einfach, erläutert er. Auch die Fahrbahn wird man dabei herausschälen müssen. Eine Seite der Brücke soll sogar komplett erneuert werden, "weil das wirtschaftlicher ist als die alten Träger herauszupopeln".

 

Um die permanenten Anfahrschäden zu verhindern, will das staatliche Bauamt die Brücke insgesamt anheben. Derzeit ist sie an der niedrigsten Stelle 4,55 Meter hoch, damit müsste die Durchfahrtshöhe noch nicht einmal extra gekennzeichnet werden. In der Regel seien die Bauwerke allerdings 4,70 Meter hoch, und so werde man die Durchfahrtshöhe nun wohl auch herstellen, erläutert Betz.

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Lange Sperrung notwendig

Derzeit sind das staatliche Bauamt und die Stadt Erlangen in Gesprächen, um die Arbeiten und vor allem die möglichen Umleitungsvarianten abzustimmen. Denn während der veranschlagten Bauzeit von fünf bis sechs Monaten muss die Weinstraße gesperrt werden. Da auch die Klärung der Kostenübernahme mit der Versicherung noch nicht angeschlossen ist, rechnet Betz mit einem Baubeginn erst im Frühjahr 2022.

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"Die ganze Geschichte ist nicht banal", sagt Karl Betz. Aber wenn man erst einmal angefangen habe, dann wolle man die Arbeiten "in einem Rutsch erledigen". Und dann, so hofft er, werde er das unsägliche Kapitel Weinstraßenbrücke ein für alle Mal schließen können.

kds

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