Montag, 12.04.2021

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Eine Kläranlage wie ein Flughafen

In Adelsdorf soll der Bau der vor vier Jahren begonnenen Hochlastfaulung erfolgen. - 02.11.2020 17:57 Uhr

Beim Ortstermin an der Hochlastfaulung in der Kläranlage wurden die Gründe für die jahrelange Bauverzögerung erörtert.

02.11.2020 © Foto: Niko Spörlein


Vor etwa vier Jahren wurden die Pläne für eine Hochlastfaulung in der Kläranlage an der Staatsstraße Richtung Weppersdorf konkret. Tiefbauarbeiten begannen. Seit zwei Jahren allerdings tut sich auf dieser Baustelle nichts mehr.

Das veranlasste den Sprecher der Freien Wähler, Tim Scheppe, bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch darauf zu drängen, dass dem Gremium ein Sachstandsbericht vorgelegt werde. Die Baustelle, auf der bereits ein tiefes Loch für Restprodukte der Schlammfaulung gegraben wurde, liege seit gut zwei Jahren still, so Bürgermeister Karsten Fischkal, der wegen der Energieeffizienz ein Verfechter dieser Hochlastfaulung ist.

Hauptsächlich, so Fischkal, hätten bisher mehrere Behörden, allen voran das Wasserwirtschaftsamt, Bedenken geäußert und Verbesserungen angemahnt, die ausgeräumt werden mussten. Nun liege die endgültige Baugenehmigung vor, bestätigte Abwassermeister Markus Steger bei einem Ortstermin an der ausgehobenen Grube. "Wir können jetzt weiter ausschreiben", sagte er.

Die ursprünglichen Gesamtkosten für die Hochlastfaulung lagen bei rund 2,50 Millionen Euro, jetzt sei man bei "sicher über 4 Millionen", so Fischkal.

Auch Jörg Bubel (SPD) forderte "Rede und Antwort" bezüglich der langen Verzögerungen und der immensen Kostensteigerung. Schon war die Rede von einer Art "Berliner Flughafen" auf der Adelsdorfer Kläranlage. Da man die endgültigen Gesamtkosten noch nicht kenne, könne man auch nicht die von Norbert Birkner (Wählerinitiative) gestellte Frage nach den Planungskosten beantworten, hieß es.

"Mit Auflagen überschüttet"

"Da schiebt doch der eine die Schuld auf den anderen", empörte sich Bubel. Er bat darum, bei einem Termin mit dem Planungsbüro auch das Wasserwirtschaftsamt mit einzuladen, denn von dieser Behörde kämen ständig Forderungen. Es sei so, dass man mit Auflagen von Behörden überschüttet wurde, so Fischkal. Nun werde es aber zeitnah weitergehen, war sich Markus Steger sicher, denn neben der Schlammgrube würden nun auch noch die Behälter für die eigentliche Schlammfaulung gebaut.

NIKO SPÖRLEIN

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