Sonntag, 20.10.2019

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Einsatz für den Nächsten

Tennenloher Verein will sich in der Nachbarschaftshilfe engagieren - 01.10.2010 23:02 Uhr

Mischlingshündin Trixi ist glücklich. Nachdem Besitzerin Waltraud Vogt an einem Armbruch laboriert, hat die Nachbarschaftshilfe den täglichen Ausgang gesichert: Derzeit führt Peter Kaiser (l.) die kleine Hündin aus. Mit ihm Bild: Pfarrer Koch (2.v.l.) und Ewald Plüschke. © Distler


Schon seit Monaten bewegt das Projekt eine Reihe von Akteuren, die sich gerne ehrenamtlich engagieren möchten. Den Anstoß dazu gab Pfarrer Rudolf Koch von der evangelischen Kirchengemeinde Maria Magdalena. Nach dem Vorbild ähnlicher Initiativen, etwa in Neunkirchen am Brand, regte er an, im Sinne christlicher Nächstenliebe doch auch vor Ort eine Nachbarschaftshilfe zu installieren. „Tennenlohe ist ein abgeschlossenes Wohngebiet, in dem die Menschen älter und hilfsbedürftiger werden“, begründet der Geistliche seinen Vorstoß. So habe er in der Vergangenheit bei Hausbesuchen beispielsweise immer häufiger beobachtet, dass zunehmend mehr Menschen alleine lebten und in Notfällen keine schnelle Hilfe vorhanden sei. Auch habe er eine Zunahme materieller Not feststellen müssen.

Koch stieß im Kirchenvorstand seiner Gemeinde auf offene Ohren. Auch der Pfarrgemeinderat der katholischen Gemeinde im Ort zeigte sich sehr aufgeschlossen, ebenso die seit langem in Tennenlohe beheimatete Christus-Gemeinde der Hensoltshöhe. Damit bekam das Projekt ein ökumenisches Fundament.

Schritt für Schritt nahm das Vorhaben konkrete Formen an. Schon der ersten Einladung an interessierte Ehrenamtliche folgten zwölf Tennenloher. Inzwischen hat die Initiative einen Verein gegründet, dem 31 Männer und Frauen angehören: Sie sichern sich zum einen gegenseitig Unterstützung zu, zum anderen helfen sie ebenso Nichtmitgliedern im Stadtteil.
 

Eine gute Idee

Erster Vorsitzender ist Versicherungsmakler Ewald Plüschke. Menschen in einer unvermuteten Notlage zu helfen, ist seine Motivation, um sich in der „Ökumenischen Nachbarschaftshilfe Tennenlohe“ zu engagieren. „Ich fand das eine gute Idee, schließlich brauchen auch Erwachsene Hilfe“, sagt ebenso Sonja Wullschläger, im Verein Schriftführerin, vierfache Mutter und ehrenamtlich gut erprobte Tennenloherin. Allerdings wolle man keine Konkurrenz zu Handwerkern oder Pflegediensten aufbauen, sondern Hilfen über einen kurzen Zeitraum ohne Entgelt leisten.

Das kann die Erledigung von Einkäufen bedeuten, eine Unterstützung bei Behördengängen, bei der Gartenarbeit oder kleineren Reparaturen im Haus. Denkbar sind auch Fahrdienste, Hausbesuche zum Vorlesen, zum gemeinsamen Spielen, Spaziergänge oder eine Entlastung junger Mütter, wenn plötzlich ein Kind krank wird.

Mitstreiter gesucht

Nach der ersten Aufbauarbeit sucht die Initiative nun nach weiteren Mitstreitern, bittet die Tennenloher aber auch, sich mit konkreten Anfragen an den Verein zu wenden. Erste Erfahrungen gibt es bereits: Wie gut schnelle Hilfe tut, hat beispielsweise Waltraud Vogt erfahren.

Nach einem Armbruch brauchte die alleinstehende Seniorin jemanden, der ihre Trixi regelmäßig ausführt. Waltraud Vogts Sohn wandte sich an die Nachbarschaftshilfe, die der gehandicapten Seniorin Peter Kaiser aus dem Verein vermittelte. „Ich bin dankbar für diese Unterstützung“, sagt Waltraud Vogt und kann sich durchaus vorstellen, die Nachbarschaftshilfe bei Bedarf erneut um Unterstützung zu bitten.

Die Nachbarschaftshilfe ist unter Tel. 09131/1232157 oder unter 0176/70422250 erreichbar. Wer die Aufbauarbeit des Vereins mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies über folgende Verbindung tun: Sparkasse Erlangen, Konto 60027418, BLZ 76350000.

GERLINDE GUTHMANN

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