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Montag, 24.06.2019

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Einstieg ist geschafft

Stadt startet ein Förderprogramm für die Solarthermie - 27.02.2009

Im Neubaugebiet Röthelheimpark (hier im «individuellen» Südosten) haben die Bauherren bereits bei der Planung an Solarthermie gedacht. Wer nachrüsten will, kann dabei nun auch mit einer städtischen Förderung rechnen. © André De Geare


Ziel des Förderprogramms, dessen Konditionen derzeit noch im städtischen Umweltamt ausformuliert werden, ist es, durch die Zahlung von Zuschüssen im Rahmen städtisch verfügbarer Haushaltsmittel die Errichtung solarthermischer Anlagen für Wohngebäude zu erleichtern oder sogar «anzuregen», wie es die Vertreter des Vereins Sonnenenergie Erlangen erhoffen.

Denn: «Der derzeit aus Bundesmitteln gewährte Zuschuss von 105 Euro pro Quadratmeter für die Errichtung von Solaranlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung genügt bei bestehenden Häusern offenbar nicht, um einen ausreichenden Anreiz zur Errichtung solcher Anlagen zu erzeugen», heißt es in dem Antrag, mit dem sich Stadtverwaltung und Stadtrat seit der Bürgerversammlung beschäftigen mussten.

Dem Anliegen des Antragstellers Stefan Haubold, dafür einen jährlichen Betrag von 250 000 Euro bereitzustellen, will die Stadtratsmehrheit allerdings nicht nachkommen - zum Einstieg sind erst einmal 20 000 Euro pro Jahr vorgesehen, womit das von Haubold erwünschte Ziel, bis zu 400 Anlagen pro Jahr zu fördern, nicht annähernd erreicht werden dürfte.

Trotzdem sehen die Solarenergie-Verfechter wie Prof. Martin Hundhausen - er ist auch der Vorsitzende des Vereins Sonnenenergie, der bereits mit dem Instrument eines Bürgerentscheids «gewunken» hatte - dies als eine wichtige Markierung auf dem Weg zu einer breiteren Akzeptanz der Solarthermie. Das sieht auch Umweltreferentin Marlene Wüstner so, die den Beschluss als «gut, richtig und wichtig» einschätzt und mit der Förderung solarthermischer Anlagen «ein Kernthema der Umweltpolitik» berührt sieht.

Später mehr Geld?

Die ersten 20 000 Euro, die allerdings wohl erst einmal nur für die ersten 20 Anlagen (Baujahr vor dem 1. 1. 2009) ausreichen werden, sieht sie nur «als Einstieg» und regt deshalb an, später Geld nachzubewilligen - eine Argumentation, bei der sie durch die CSU-Stadträte Rosemarie Egelseer-Thurek («Wir hätten besser mit einem Paukenschlag begonnen, mehr ist aber im Haushalt nicht drin») und Wolfgang Beck («Endlich ist die Tür zur Förderung der Solarthermie und damit auch der Handwerksbetriebe und der mittelständischen Wirtschaft aufgestoßen worden») unterstützt wird. Da die Förderung nur Anlagen erreicht, die nachträglich bestehende Häuser nachrüstet, will CSU-Mann Klaus Könnecke auch Besitzer denkmalgeschützter Häuser für die Klimaschutz-Technologie erwärmen.

Für die SPD-Fraktion ist die nun erreichte Förderung die Folge davon, dass sich die Initiatoren nicht haben entmutigen lassen. Felicitas Traub-Eichhorn: «Man sieht, steter Tropfen höhlt den Stein». Für Harald Bußmann (Grüne Liste) bleibt das Programm aber eine ,Mogelpackung‘: «Das Geld ist aus dem Topf zur energetischen Gebäudesanierung genommen worden. Jetzt fehlt es eben dort.»

Infos gibt es vom Umweltamt (Konrad Wölfel, Tel. 86 23 23). 

Peter Millian

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