Donnerstag, 21.11.2019

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Elf tote Ferkel aus Tiertransporter werden seziert

Veterinäre untersuchen, was zu schlechtem Zustand der Tiere führte - 29.07.2019 15:20 Uhr

Die Feuerwehr Altdorf versorgte bei über 38 Grad Außentemperatur die Tiere in dem gestoppten Lkw mit Wasser, bevor diese zum Schlachthof in Erlangen transportiert wurden. © Freiwillige Feuerwehr Altdorf bei Nürnberg


"Die Sache soll aufgeklärt werden", sagte die Leiterin des Erlanger Veterinäramtes Jutta Bauer. Die Tierärztin war gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus dem Veterinäramt Nürnberger Land (der Transporter wurde in dessen Zuständigkeitsbereich auf der Autobahnpolizei bei Altdorf angehalten) bei der tierärztlichen Begutachtung im Erlanger Schlachthof anwesend.

Am späten Freitagnachmittag war der Lastwagen, der auf dem Weg von den Niederlanden nach Kroatien war und in dem bei Gluthitze unter massivem Wassermangel hunderte Ferkel untergebracht waren, zur Erstversorgung in die mit Erlangen nächstgelegene Einrichtung gebracht, die ausreichend Platz für fast 800 Ferkel bietet.

Zwei Tiere waren bereits tot

Neben den Veterinären waren Mitarbeiter des Schlachthofes anwesend, um die Tiere mit Flüssigkeit und Futter zu versorgen. Zudem wurden sie mit Wasser bespritzt, berichtete der Geschäftsführer der Erlanger Schlachthof GmbH, Richard Großhauser. Noch nie hat der Diplom-Landwirt in seiner langjährigen Berufslaufbahn etwas Ähnliches erlebt, betonte er.

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Polizei stoppt überhitzten Tiertransporter auf A3 bei Nürnberg

Am Freitag hat die Autobahnpolizei Feucht einen überhitzten Tiertransporter mit rund 800 Ferkeln gestoppt. Auch die Feuerwehr rückte an und versorgte bei über 38 Grad Außentemperatur die Tiere mit Wasser. Für vereinzelte Ferkel kam jeder Hilfe zu spät.


Auch die Erlanger Veterinäramtsleiterin ist über den Transport und den Zustand der Tiere "natürlich schockiert". Von den 758 Tieren lagen bereits zwei tot im Transporter, nach der medizinischen Untersuchung wurden in Erlangen zehn weitere gekeult. "Die Tiere wären nicht mehr transportfähig gewesen", sagte Bauer. Für sie habe man nichts mehr tun können.

"Total apathisch"

Konkret stellten sie und ihre Amtskollegen aus dem Veterinäramt Nürnberger Land bei den Tieren unter anderem Gelenkverdickungen und große Nabelbrüche fest. Ein Tier ist "total apathisch" gewesen, ein anderes nur noch auf "drei Beinen gestanden". "Die Tötung war für die Tiere eine Erlösung", so die Tierärztin. Bei elf Tieren wird nun untersucht, was genau zu dem schlechten Zustand geführt hat. Bei dem Tier, das mit drei Beinen absolut gar nicht mehr stehen konnte, ist die Ursache bereits geklärt. Die anderen Tiere wurden innerhalb weniger Stunden aufgepäppelt, so dass die Fahrer am frühen Samstagmorgen ihren Weg mit den Tieren im Lkw fortsetzen konnten.

 

 

 

Vor der Weiterfahrt mussten die beiden Fahrer jeweils ein vom Veterinäramt (bzw. Landratsamt) Nürnberger Land ausgesprochenes Bußgeld über mehrere Tausende Euro verrichten, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken auf Anfrage. Außerdem mussten die Fahrer sicherstellen, dass vor und bei der Weiterfahrt deutsches Tierschutzrecht (wieder) eingehalten wird. Dazu wurde der Lastwagen, in dem die Ferkel auf vier Etagen untergebracht wurden, unter anderem gereinigt, desinfiziert und mit ausreichend Wasser und Futter für die Tiere ausgestattet.

Sharon Chaffin

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