12°

Samstag, 10.04.2021

|

zum Thema

ERH: So sehen Rathauschefs Nein zu dezentraler Corona-Impfung

Bürgermeister bringen für Entscheidung Verständnis auf - 10.02.2021 06:00 Uhr

Corona-Impfung.

04.02.2021 © Sven Hoppe/dpa


Der Erlanger Rathauschef Florian Janik und sein Landratskollegen Alexander Tritthart sagen gemeinsam: „Wir können den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen, möglichst wohnortnah zu impfen“, sagen die beiden. „Uns ist bewusst, dass Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen können, in dieser Phase vor Schwierigkeiten stehen. Wir arbeiten deshalb an Lösungen, wie solche Menschen möglichst zu Hause erreicht werden können. Klar ist aber auch, dass dezentrale Impfzentren auch dieser Personengruppe nicht helfen würden.“

Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker hat sich überzeugen lassen, dass der jetzige Ansatz „der richtige Weg ist“, wie er sagt. Der Engpass, das Nadelöhr, sei der aktuelle Impfstoff-Mangel. Zudem habe man in Erlangen ein „hervorragendes Impfzentrum“ für Stadt und Landkreis, das zumindest für die Herzogenauracher auch nahe liege und verkehrsgünstig angebunden sei.

Bilderstrecke zum Thema

Trotz Corona: Ansturm auf Ausflugsziele in Erlangen

Der Wald ist für viele Menschen ein Zufluchtsort geworden, um der Corona-Angst ein wenig zu entkommen. Manche Ausflugsziele in und um Erlangen werden dabei aber regelmäßig "überrannt".


Auch aus Hygienegründen sei dies derzeit die zu bevorzugende Lösung. In der Stadt Herzogenaurach werde im Moment geprüft, ob man eine Anmeldungs-Nebenstelle für das gemeinsame Erlanger Impfzentrum einrichten kann, damit Impfwillige nicht zu viel Zeit in Telefon-Warteschleifen verbringen müssen. Auf Dauer gesehen hofft German Hacker, dass auch Hausärzte die Impfung verabreichen dürfen und können.

Bilderstrecke zum Thema

Regulärer Betrieb im Impfzentrum Erlangen gestartet

Eine Hundertjährige war unter den ersten über 80-Jährigen, die im Impfzentrum Erlangen eine Erstimpfung bekommen haben. Das war im Impfzentrum für die Stadt und ERH der Start für die Impfung angemeldeter Impfwilliger.


Karsten Fischkal findet die Problematiken, die gegen das dezentrale Impfen sprechen, „nachvollziehbar“. Der Bürgermeister von Adelsdorf meint: „Dann ist es jetzt erstmal so.“ Natürlich habe die Gemeinde mit der Aischgrundhalle gute Möglichkeiten, aber das müsse erstmal warten.

Höchstadts Rathauschef sieht es pragmatisch

Auch Fischkals Kollege in Höchstadt, Gerald Brehm, sieht es pragmatisch. „Wir haben leider ein Impfchaos in Deutschland.“ Solange es an Impfstoff und Logistik fehle. Deshalb könnten dezentrale Impfungen nicht stattfinden. Das Zentrum in Erlangen sei vorbildlich ausgestattet. Brehm kann sich das für die Zukunft auch in Höchstadt vorstellen, in Kooperation mit dem Krankenhaus.

Bilderstrecke zum Thema

Hygiene-Tipps: So schützt man sich vor dem Coronavirus

Das Coronavirus hält Deutschland und die Welt weiterhin in Atem. Zahlreiche Corona-Maßnahmen sind im vergangenen Jahr bereits umgesetzt worden - dabei ist es auch weiterhin wichtig Hygienemaßnahmen einzuhalten. Wir haben Hygiene- und Verhaltens-Tipps nach Empfehlungen des Infektionsschutz zur Vorbeugung des Coronaviruses zusammengefasst.


Bis dahin müsse noch Zeit ins Land gehen. Der Weg zum Impfzentrum sei in der Regel über die Krankenkasse zu finanzieren. In begründeten Ausnahmefällen könne die Gemeinde auch den Bus „Die flinke Liese“ zur Verfügung stellen. Außerdem würden bald geschulte Mitarbeiter der Ehrenamtsbörse Senioren bei der Anmeldung helfen.

"Eigene Impf-Filiale schwer vorstellbar"

Bürgermeister Eduard Walz, Gemeinde Marloffstein, sagt: „Für Marloffstein wäre eine eigene Impf-Filliale ohnehin schwer vorstellbar gewesen, wir haben vielleicht rund 100 Personen, die in dieser Phase geimpft werden müssen. Da hätten wir ohnehin ausweichen müssen auf eine Partnergemeinde Uttenreuth, Buckenhof oder Spardorf. So gesehen ändert sich für uns wenig.“

Bilderstrecke zum Thema

Von Wuhan in die Welt: Die Ausbreitung der Corona-Pandemie

Anfang Dezember 2019 ging es in China los: Eine unbekannte Lungenentzündung stellt die Ärzte vor Rätsel. Mitte März ruft Bayern den Katastrophenfall aus - was ist in den Wochen und Monaten bis dahin geschehen? Ein Überblick.


Auch Astrid Kaiser, Bürgermeisterin Buckenhof, sieht das ähnlich: „Eine eigene Impfeinrichtung in Buckenhof oder in Uttenreuth hätte aus vielerlei Sicht für uns Buckenhofer keinen Sinn ergeben. Zum einen die Nähe zu Erlangen, zum anderen der Aufwand in der Logistik und auch kein Vorteil in Sachen Barrierefreiheit. Wir fühlen uns da mit dem Impfzentrum in Erlangen sehr gut aufgestellt. Für Personen, die gar nicht mobil sind, müssen wir aber noch eine Lösung finden – aber das sind, gerechnet auf die übrigen, nur sehr wenige.“

Die Pressestelle des Landratsamtes hatte am Dienstag (9. Februar 2021) bekanntgegeben, dass es zunächst bei der zentralen Regelung bleibt. Der Landkreis Forchheim hingegen setzt auch auf dezentrale Corona-Impfungen. 

sc/hvd/cf/chb

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Erlangen, Marloffstein, Herzogenaurach