Vor Gericht

Erlangen: 38-Jähriger wollte mit Spielgeld bezahlen

15.6.2021, 10:24 Uhr
Dieses sichergestellte Falschgeld präsentierte die Polizei bei einem Pressetermin, es hat nichts mit dem Erlanger Fall zu tun, sondern dient als Symbolbild.

Dieses sichergestellte Falschgeld präsentierte die Polizei bei einem Pressetermin, es hat nichts mit dem Erlanger Fall zu tun, sondern dient als Symbolbild. © Bernd Wüstneck, dpa

3,50 Euro zahlen und dafür einen Geldkoffer mit Scheinen im Wert von 2000 Euro bekommen - das klingt verlockend. Und es ist möglich, wenn es sich um sogenanntes Theater- oder Spielgeld handelt oder auf englisch: movie money. Solche Euro-Scheine hat ein 38-Jähriger, der in Erlangen lebt, in einem Online-Shop bestellt. Soweit, so legal. Wie er weiter vorging, brachte den Mann hinter Gitter.

Die Staatsanwaltschaft am Amtsgericht Erlangen wirft ihm vor, er habe die Ware, die täuschend echt aussieht, anschließend manipuliert. Auf den Theaterscheinen befindet sich am Rand ein kleiner Hinweis, dass es sich nicht um gültige Währung handelt. Diesen Aufdruck hat der Angeklagte, der seine Tat bei der Verhandlung einräumte, mit einer Rasierklinge entfernt. Dann packte er gefälschte Scheine im Wert von 1940,- Euro in sein Auto und ging auf Tour.

An einer Tankstelle versuchte er zwei 10 Euro-Scheine zu wechseln und flog auf. Ob er auch an anderen Orten versucht hat, seine Fake-Euros zu verteilen, blieb vor Gericht unklar. Weil er versucht hat, die Währung "als echt in den Verkehr zu bringen", hat er sich der Geldfälschung schuldig gemacht. Direkt nach der Tat saß er Ende 2019 etwa vier Wochen lang in Untersuchungshaft. Diese Zeit bezog das Schöffengericht in sein Urteil mit ein und blieb mit seinem Strafmaß am unteren Rand des Möglichen. Die Mindeststrafe für eine solche Geldfälschung liegt bei einem Jahr, der Angeklagte bekam 15 Monate auf Bewährung. Er muss außerdem 80 Arbeitsstunden leisten.

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