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Erlangen: 800 Euro wegen Schwarzfahren nach 19 Jahren beglichen

Unbekannte Person will ihr Gewissen erleichtern und zahlt nachträglich Bustickets - 31.07.2020 18:08 Uhr

Ein Umschlag mit 800 Euro hat die anonyme Person für ein Jahr lang schwarzfahren freiwillig "nachgezahlt". Nach 19 Jahren.

© Patrick Pleul, dpa


Für die ganze Geschichte geht es zurück in das Schuljahr 2001/2002. Damals war die Person noch Wirtschaftsschüler in Erlangen. Den Schulweg legte sie damals mit dem Bus zurück. Irgendwo aus dem Erlanger Umland bis in die Stadt. Vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt hat es jedoch kein Unterstützungsgeld mehr gegeben und somit war guter Rat buchstäblich teuer.

Zu teuer, denn leisten konnte die Person sich das Ticket damals nicht. "Ich wollte meinen Eltern nicht noch mehr auf der Tasche liegen und bin daher mit einem kleinen Trick ein Jahr schwarz gefahren", rechtfertigt sie sich im Bekennerschreiben, das der Redaktion vorliegt. Was das genau für ein "kleiner Trick" war, verrät der stille Fahrgast in dem Schreiben jedoch nicht. Allerdings macht sie deutlich, dass sie "diese Unehrlichkeit" sehr lange bereute.

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Das schlechte Gewissen war dann auch der Beweggrund für die Rückzahlung in dieser Woche. Ganz nach dem Motto "besser spät als nie" reichte die Person am Dienstag, fast 19 Jahre nach dem besagten Schuljahr, ein Couvert mit 800 Euro bei den Erlanger Stadtwerken in der Goetestraße ein. Mittlerweile sei nämlich genug Geld im Geldbeutel, um die volle Summe nachträglich zurückzuzahlen. "Leider war ich aufgrund meiner persönlichen wirtschaftlichen Lage erst jetzt bereit, die entsprechende Gegenleistung zu erbringen." erklärt sich die Person. "Ich fühle mich nun erheblich erleichtert!", fügt sie mit einem Zwinker-Smiley hinzu.


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Wie die Stadtwerke mit der unerwarteten "Nachzahlung" verfahren werden, wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben. Vom ESTW-Kundenbüro heißt es, man werde das Geld voraussichtlich für einen guten Zweck spenden.

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oha, soa

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