Erlangen: Angespannte Lage bei Intensivbetten

9.4.2021, 18:30 Uhr
Auch die Kliniken in der Region spüren einen Anstieg an Covid-Patienten auf ihren Intensivstationen (das Symbolbild hat nichts mit den im Beitrag erwähnten Krankenhäusern zu tun).

Auch die Kliniken in der Region spüren einen Anstieg an Covid-Patienten auf ihren Intensivstationen (das Symbolbild hat nichts mit den im Beitrag erwähnten Krankenhäusern zu tun). © Yasin Akgul, NN

Die Lage ist angespannt: In den hiesigen Kliniken füllen sich die Intensivstationen erneut mit Covid-19-Patienten, nicht dringliche OPs werden bereits abgesagt.

Das Uni-Klinikum, behandelt derzeit (bei allen Angaben Stand Donnerstag, 8. April) 49 Covid-Patienten, davon 23 auf einer Normalstation. Von den 26 Corona-Patienten, die auf einer Intensivstation liegen, werden 23 invasiv beamtet.

"Damit" sagt Sprecherin Franziska Männel, "sind unsere Intensivstationen zu 90 Prozent ausgelastet". Seit den vergangenen Tagen stellt die Uni-Klinik einen deutlichen Anstieg bei den an Covid-19-Erkrankten fest, insbesondere bei den Intensivpflichtigen.

Besorgniserregend der Mutanten-Anteil der nachgewiesenen Corona-Infektionen: Im Universitätsklinikum haben mehr als 90 Prozent der Covid-Patienten die britische Variante. "Die Lage ist angespannt", sagt Männel, "aber wir tun jeden Tag unser Möglichstes, um die Situation weiterhin gut unter Kontrolle zu halten". Alle medizinisch notwendigen Eingriffe werden durchgeführt.

Eine dynamische Verschlechterung des Infektionsgeschehens sei auch am Uni-Klinikum spürbar, so die Sprecherin. Abhängig von der weiteren Entwicklung könnten daher die Patientenzahlen ansteigen: "Wir bitten deshalb alle, die geltenden Hygieneregeln weiter zu beachten."

Das dürfte der Geschäftsführer des Malteser Waldkrankenhauses St. Marien, Carsten Haeckel, wohl ohne Weiteres unterschreiben. Auch dort liegen momentan zwölf Covid-Patienten auf einer Normal- und vier auf einer Intensivstation.

Beatmungsplätze werden aufgestockt

Letzteres entspricht 40 Prozent der Kapazitäten. "Wir stocken diese daher auf 15 Betten- und Beatmungsplätze auf" sagt Haeckel. Der Mutationsanteil liegt bei 30 Prozent.

Für alle Häuser der Metropolregion sei durch die ärztlichen Koordinatoren, beginnend mit 7. April, ein Verzicht auf planbare Operationen angeordnet worden. Bereits in den vergangenen Monaten hatten Kliniken verschiebbare Eingriffe abgesagt, um die Intensivstationen zu entlasten. Haeckels Einschätzung: "Wir sind in angespannter Erwartung, und alle fast 1000 Mitarbeiter sind bereit, der Bevölkerung zur Seite zu sehen."

St. Anna sagt aufschiebbare OPs ab

Das Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt hat aufschiebbare Operationen wieder abgesagt, um die Intensivstation zu entlasten, sagt der Ärztliche Leiter Martin Grauer. Dringliche und Notfalloperationen werden durchgeführt.

Es liegen zwei Covid-Patienten (eine britische Mutante) auf der Intensivstation, damit sind ein Drittel der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Die zwei Patienten werden beatmet: "Eine Person atmet noch mit geringer Unterstützung selbst".

 

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