Erlangen: Bebauungsplan "Ziegelei" nochmal ausgelegt

23.3.2016, 06:00 Uhr
Der Bebauungsplan für das Areal der ehemaligen Ziegelei wird nun zum dritten Mal ausgelegt.

© Foto: Harald Sippel Der Bebauungsplan für das Areal der ehemaligen Ziegelei wird nun zum dritten Mal ausgelegt.

Birgit Herbst, Bürgermeisterin Spardorf, und Georg Förster, Bürgermeister Buckenhof, rechnen dann mit einem Satzungsbeschluss.

Der Grund für die erneute Auslegung ist ein Gebäude im westlichen Gebiet an der Gräfenberger Straße, das bisher nicht klar definiert war. Hier will unter anderem die Lebenshilfe eine Förderstätte für Menschen mit Behinderung betreiben. Insgesamt sind 60 Prozent des Gebäudes für Gewerbe geplant. Die zwei verbleibenden Fünftel sollen Sozial-Wohnungen für Studierende, Schwestern und Senioren sein. Das rechteckige Gebäude ist auf einer Front fünf- auf der anderen vierstöckig und hat einen Lichthof in der Mitte.

Urbaner Charakter

Förster führte dem Gremium vor Augen: „Mit dem Gebäude gibt es eine stärkere Urbanisierung.“ „Wie sieht es mit der Infrastruktur aus wie Schulen?“, wollte Andreas Förster (Neue Liste Spardorf) wissen. Georg Förster antwortete: „Es handelt sich vor allem um Single-Haushalte ohne Kinder.“

Das Planungsbüro kjs+ architekten hatte Einwände der Abwägung vom Juli 2015 in den neuen Entwurf eingearbeitet. Birgit Herbst sagte: „Emissionsschutz war ein großer Faktor, warum wir die Abwägung noch nicht vollziehen konnten", dann machte sie eine Pause und sagte: „nicht die Großstadt Erlangen“.

Ulrich Wasielewski (SPD) erkundigte sich, ob nun die Auflagen erfüllt seien, was Georg Förster bejahte. Der neue Entwurf sieht etwa Ampeln an den Ein- und Ausfahrten vor. Auf der Gräfenberger Straße soll es von Uttenreuth kommend eine Rechtsabbiegerspur in die Buckenhofer Straße geben, von Erlangen kommend eine Linksabbiegerspur.

Als die Einwände der Stadt Erlangen zur Sprache kamen betonte Herbst: „Die Alte Ziegelei steht im Einklang mit dem Landesentwicklungsplan“. Förster ergänzte: „Wir haben unsere Aufgaben mit einer ordentlichen Abwägung erfüllt“. Den Zwischenruf aus dem Verbandsrat: „Die Stadt Erlangen sucht einen Vorwand?“, bejahte Förster. Erlangen hatte eingewendet, zu viel Kaufkraft im Bereich des näheren Umfelds zu verlieren. Es gehe wohl auch um die unsichere Zukunft von Hampels Kaufladen in Sieglitzhof, vermutete Förster.

Die Stadt Erlangen teilte zu dem Sachverhalt schriftlich mit: Wegen des Wohnraums in Stadtnähe sei das Projekt von großer Bedeutung für die Stadt. „Bezüglich des Einzelhandelskonzepts haben konstruktive Gespräche mit der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth stattgefunden und die Stadt Erlangen ist optimistisch, dass ihre Interessen bei der dritten Auslegung des Bebauungsplans Berücksichtigung finden werden.“

3 Kommentare