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Erlangen: Die Mehrheit ist für die StUB-Osterweiterung

Der Kreisausschuss ERH unterstützt die Pläne für den Ringschluss - 05.05.2021 07:55 Uhr

Bis vor rund 60 Jahren waren Erlangen und Eckental-Eschenau schon einmal per Schienenstrang verbunden: Die „Seekuh“ ist Vorfahrin der Stadt-Umland-Bahn, scheiterte aber seinerzeit an der Konkurrenz der Autostraße.

04.05.2021 © Archiv Günther Klebes


Ein aussagekräftiges Meinungsbild zum StUB-Ostast sollte im Kreisausschuss eingeholt werden. Hintergrund: Wenn der Kreistag des Kreises ERH am Montag, 10. Mai, in der Adelsdorfer Aischtalhalle zusammenkommt, soll auch für jene Kreisrätinnen und -räte, die nicht im Ausschuss sitzen, eine klare Tendenz erkennbar sein.

Furcht vor einem Bürgerveto

Adelsdorfs FW-Bürgermeister Karsten Fischkal etwa meldete Zweifel an, ob ein schienengebundenes Verkehrsmittel in einem Flächenlandkreis wie Erlangen-Höchstadt überhaupt sinnvoll sei. Fischkal fürchtet zudem, dass das StUB-Projekt noch am Veto der Erlanger Bürger scheitern könnte und sieht dann Planungskosten nahe einer Million Euro in den Sand gesetzt.

Genervter Bürgermeister Hacker

Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn, zeigte sich sichtlich genervt davon, dass die Freien Wähler weiterhin auf Blockadehaltung setzen. Was umso unverständlicher sei, als Fischkal und sein Höchstadter Bürgermeister-Kollege Gerald Brehm (ebenfalls FW) schon vor längerer Zeit Interesse an einer Verlängerung des StUB-Westastes bis nach Adelsdorf und Höchstadt bekundet hatten.

Entlastung für Gemeinden

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Alles, was Sie über die StUB wissen müssen

Die StUB ist das wohl meistdiskutierte Großprojekt in der Metropolregion, und das schon seit Jahren. Doch worum wird eigentlich so sehr gestritten? Wohin soll die StUB einmal fahren, wer bezahlt das Vorhaben - und was wären die Alternativen? Unsere Bildergalerie hat die Antworten.


Der andere Schenkel des "Trassen-T" der Stadt-Umland-Bahn soll im Erlanger Stadtosten über Dormitz und Neunkirchen am Brand (Landkreis Forchheim) bis nach Eckental führen und dort den Umstieg zur Gräfenbergbahn ermöglichen. Dies würde, das zeigen praktisch alle Berechnungen übereinstimmend, die vom Auto-Durchgangsverkehr stark betroffenen Gemeinden deutlich entlasten. Ein regelmäßig als Alternative ins Gespräch gebrachtes Busnetz sieht German Hacker – vor allem beim Einsatz von Elektrobussen – als Ergänzung, aber nicht als Ersatz für die Stadt-Umland-Bahn.

Immer noch skeptische Bürgermeister

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Die Stadt-Umland-Bahn in Bildern

Die Stadt-Umland-Bahn ist das größte Infrastrukturprojekt, das sich die Metropolregion Nürnberg je vorgenommen hat. Eines Tages soll sie Nürnberg über Erlangen mit Herzogenaurach im Westen und Eckental im Osten verbinden und damit für eine spürbare Verkehrsentlastung sorgen.


Der Herzogenauracher CSU-Landtagsabgeordnete Walter Nussel, der in München Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie ist, erinnerte in der Ausschuss-Sitzung daran, dass "Demokratie das Beste, aber auch das Anstrengendste" sei und dass man es nie allen Interessensgruppen recht machen könne. Nussel ist angesichts der doch breiten Ausschuss-Mehrheit für den Einstieg in die Ostast-Planungen guten Mutes, dass sich auch skeptische Bürgermeisterinnen und Bürgermeister überzeugen lassen.

Herzogenaurach fordert Geld nicht zurück

German Hacker betonte in diesem Zusammenhang, dass man die rund zwei Millionen Euro, mit denen Herzogenaurach bei der Planung in Vorleistung ging, nicht vom Landkreis zurückfordern wolle. Dass man aber auch nicht die Finanzlast des Ostast-Betriebes mitstemmen wolle. Der Betrieb solle ab StUB-Start wieder Landkreissache sein, so Hacker.

 

HANS VON DRAMINSKI

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