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Erlangen: Die "Nachfrage" nach der StUB wird immer stärker

Neuere Berechnungen kommen auf eine wesentlich höhere Fahrgastfrequenz als ursprünglich angenommen — 10-Minuten-Takt geplant - 20.12.2018 06:00 Uhr

Bei Begehungen im Regnitzgrund wollten sich Bürger und StUB-Planer ein Bild von einer möglichen Regnitzquerung machen. Die möglichen Varianten beschäftigen eine Versammlung am 23. Januar. © Peter Millian


Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn – sie ist derzeit eines der größten Straßenbahnprojekte in Deutschland – ist mit seiner Geschäftsstelle in Erlangen für die Planung, den Bau und später auch für den Betrieb der StUB zuständig. Und wie sich immer mehr herausstellt: Die StUB wird allen Unkenrufen zum trotz eine Erfolgsgeschichte werden. Denn die Zahlen, so stellt Florian Gräf, Technischer Leiter des Zweckverbands, fest, sprächen dafür. Nach neuen Erhebungen hätten sich die errechneten Fahrgastzahlen in allen Abschnitten des L-Netzes, das die Grundlage der Planungen bildet, zum Teil stark erhöht.

Über 10 000 Fahrgäste am Tag

So wird mittlerweile an der Stadtgrenze zwischen Erlangen und Herzogenaurach von mehr als doppelt so vielen Fahrten ausgegangen wie bisher. Gräf: "Lagen unsere Annahmen im Jahr 2015 noch bei knapp 5000 Personenfahrten pro Tag, so zeigen die neuesten Berechnungen, dass es über 10 000 sein werden. Das bedeutet, dass wir statt des bisherigen 20-Minuten-Takts nun auch auf dem Abschnitt zwischen Büchenbach-West und Herzogenaurach mit einem 10-Minuten-Takt tagsüber planen", so der StUB-Planer.

Zusätzlich sollen Verstärkungsfahrten zwischen Nürnberg und Büchenbach-West in den Hauptverkehrszeiten vorgenommen werden. "Die Zahl an Pendlern und Einwohnern in und um die drei Städte wächst aufgrund der hervorragenden Entwicklung insbesondere der großen Arbeitgeber stetig an. Daher ist es wichtig, während der gesamten Planungsphase die Werte immer wieder neu zu ermitteln, um der Nachfrage bei Inbetriebnahme der StUB auch gerecht werden zu können", sagt auch Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker. "Ein deutlicheres Statement für die StUB als die Notwendigkeit, auch in Richtung Herzogenaurach nun mit einem 10-Minuten-Takt planen zu müssen, kann es kaum geben."

An dem Nutzen-Kosten-Verhältnis, das die Grundlage für eine Förderfähigkeit des Projekts bildet, ändert sich trotz der aktualisierten Prognose nichts. Dieses liegt weiterhin bei 1,1, also knapp über der "Rentabilitätsgrenze". "Das Verhältnis hat sich deshalb nicht positiver entwickelt, da durch den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge auch die Betriebskosten steigen", so Florian Gräf.

Rampenbauwerke verworfen

Bei der bisherigen Variantenauswahl haben die beteiligten Ingenieurbüros erste Ergebnisse der Detailuntersuchungen vorgelegt. Im Rahmen einer planerischen Machbarkeitsprüfung wurde begutachtet, ob die Streckenführungen überhaupt baulich umsetzbar sind. So scheiden an dieser Stelle beispielsweise Varianten aus, die in der Erlanger Innenstadt nur mit langen (und damit auch teuren) Rampenbauwerken umsetzbar wären.

Die in mehreren Varianten untersuchte Regnitzquerung – dazu hatte es in Erlangen auch Vor-Ort-Termine mit Bürgern gegeben – war diesmal nicht Bestandteil des Dialogforums. Aufgrund der umfangreichen technischen Beurteilung der vorliegenden Möglichkeiten liegen die Ergebnisse erst im Januar 2019 vor. In einem lokalen Forum sollen diese am Mittwoch, 23. Januar, vorgestellt werden.

Das nächste umfassende Dialogforum findet am Dienstag, 12. März 2019, im Erlanger Redoutensaal statt. Dann sollen nach finaler Prüfung die aussichtsreichsten Streckenführungen für die Stadt-Umland-Bahn präsentiert werden. Diese bilden die Basis für das sogenannte Raumordnungsverfahren (ROV), in dem Strecken mit überörtlicher Bedeutung auf ihre Raumverträglichkeit geprüft werden. Dabei werden seitens der Landesplanungsbehörde die verschiedensten fachlichen Interessen abgewogen. 

pm

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