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Erlangen eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands

Klimatest des ADFC ermittelte Sieger auf Bundesebene - Nürnberg nur im Mittelfeld - 01.02.2013 18:26 Uhr

In Erlangen fühlen sich Fahrradfahrer wohl. Zum wiederholten Mal erreichte die Hugenottenstadt beim ADFC-Klimatest Platz eins in ihrer Größenordnung.

05.09.2012 © Erich Malter


Titelverteidiger Erlangen hat es wieder geschafft: Unter den Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern belegte die Hugenottenstadt erneut den ersten Platz beim ADFC-Klimatest und ist damit eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands.

Zum fünften Mal sammelte der ADFC bundesweit Bewertungen von Fahrradfahrern. Nach Angaben des ADFC beantworteten insgesamt 80.000 Radfahrer die 27 Fragen von Sicherheit im Straßenverkehr über die Infrastruktur bis hin zu Konfliktpotenzial mit Autos und Fußgängern. Alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern reichten ihre Bewertungen ein. Damit hat sich die Teilnehmerzahl im Vergleich zum letzten Klimatest aus dem Jahr 2005 mehr als verdreifacht. Doch die Leute äußern sich nicht nur vermehrt zum Radverkehr in ihrer Stadt, sie beantworteten die Fragen auch kritischer: Insgesamt, so die Beobachtung des ADFC, fielen die Bewertungen auch bei den Siegerstädten schlechter aus als 2005.

Häufige Klagen sind laut Fahrradclub enge Radwege und mangelnde Abstellplätze. Auch die Erlanger zeigen sich nur mittelmäßig zufrieden mit der Infrastruktur für Radfahrer: Die Sicherheit im Straßenverkehr bewerteten sie beispielsweise mit einer Durchschnittsnote von 3,46, die Breite der Radwege an sich mit 3,44. Ein Problem, das wohl jeder Erlanger kennt, sind "Parkmöglichkeiten" für den Drahtesel. Entsprechend nüchtern fällt auch in dieser Kategorie die Bilanz aus: Für Abstellplätze gibt es ebenfalls lediglich eine Note im Dreierbereich.

Ganz umsonst kann sich die Stadt dann aber doch nicht mit ihren Lorbeeren schmücken. Besonders gute Bewertungen gab es für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (1,52), die Möglichkeit des zügigen Radfahrens (1,69) und den Punkt "Alle fahren Fahrrad" (1,67). Dass in Erlangen jede Menge Fahrräder unterwegs sind, ist nicht zu bezweifeln; dass viele davon alt und wertlos aussehen, ebenfalls. Und das hat seinen Grund: In der Kategorie "Fahrraddiebstahl" vergaben die Erlanger eine vernichtende Durchschnittsnote von 4,39 und machten so auf eines der größten Probleme der Fahrradfans in der Hugenottenstadt aufmerksam.

Unter den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern konnte ebenfalls der Sieger von 2005 seinen Titel halten: Münster ist und bleibt die fahrradfreundlichste Stadt unter den "großen Großstädten" in Deutschland. Nürnberg schaffte es dabei nur ins Mittelfeld, auf Platz 17 von 38. Die Radler in der Noris beklagten unter anderem viele Falschparker auf zu schmalen Fahrradwegen, mangelhaften Winterdienst und wenig Sicherheit im Straßenverkehr. Dafür belohnten sie die Bereitstellung von öffentlichen Fahrrädern mit einer Durchschnittsnote von 2,18 und die prinzipielle Infrastruktur der Radwege mit 2,86.

Katharina Brenner

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