Erlangen gemeinsam mit Fürth gegen die Bahn?

15.8.2013, 18:25 Uhr
Umstritten: Der Weg, den die S-Bahn in Zukunft nehmen soll, wird weiter heiß diskutiert.

Umstritten: Der Weg, den die S-Bahn in Zukunft nehmen soll, wird weiter heiß diskutiert. © Harald Sippel

Nach den Vorstellungen von Bußmann sollte sich die Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen „endlich auf den Ausbau der Bestandsstrecke einigen“. Mit einem Stadtratsantrag hebt Harald Bußmann das Thema auf die Agenda des Erlanger Kommunalparlamentes.

Bußmann will die Stadt Fürth unterstützen, die bereits seit Juli 1992 die Streckenführung der S1 Nürnberg– Fürth-Erlangen-Forchheim über den S-Bahn-Verschwenk durch das Knoblauchsland und den Haltepunkt Schmalau ablehnt. Fürth favorisiert stattdessen den Erhalt des bestehenden Bahnhofes Vach in Fürth-Stadeln.

Starker Rückenwind

Rückenwind hat die Bestandsstrecke inzwischen auch durch den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages und durch den Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtages bekommen. Beide Gremien haben sich für eine Prüfung der Bestandstrasse und gegen den S-Bahn-Verschwenk ausgesprochen.

Durch den Beschluss des Landtagsausschusses wird das Bayerische Verkehrsministerium aufgefordert, die Wirtschaftlichkeit der Bestandsstrecke neu zu berechnen.

GL-Stadtrat Harald Bußmann geht davon aus, dass diese Nachberechnung ein neues Ergebnis herausbringen wird: Der Nutzen-Kosten-Faktor werde über den Wert 1,0 steigen, und das bedeute: Die Finanzierung der Bestandsstrecke wäre durch die Unterstützung des Bundes gewährleistet und damit sei dann auch das stärkste Argument gegen einen Ausbau der S-Bahn entlang der Bestandsstrecke ausgeräumt.

Harald Bußmann bezeichnet zudem den von der Deutschen Bahn vorgelegten Zeitplan einer Realisierung bis 2016 als „reines Wunschdenken“. Aus mehrenen Gründen: Die Stadt Fürth werde weiterhin mit allen Mitteln gegen einen S-Bahn-Verschwenk innerhalb ihres Stadtgebietes vorgehen und gerichtlich einen möglichen Planfeststellungsbeschluss anfechten.

Klagen angekündigt

Darüber hinaus erwartet Bußman weitere Verzögerungen aufgrund der Eigentumsverhältnisse. Die Deutsche Bahn besitze — so Bußmann in einer Erklärung — bisher keinerlei für den Verschwenk erforderlichen Flächen.

Zudem haben die vom Verschwenk betroffenen Landwirte Klagen gegen die Enteignung ihrer Ackerflächen im Bereich des geplanten S-Bahn-Verschwenks angekündigt. Ganz im Gegensatz dazu seien im Bereich der Bestandsstrecke rund 70 Prozent der benötigten Flächen im Besitz der Deutschen Bahn, der Stadt Fürth oder des städtischen Tochterunternehmens „infra fürth“.

Nach der Einschätzung von Harald Bußmann könne man von hohen Erfolgsaussichten der Klagen ausgehen: Denn mit dem Ausbau der Bestandsstrecke liege eine flächenschonendere Alternative vor. Zudem widerspreche der S-Bahn-Verschwenk auch allen landesplanerischen Vorgaben nach Bündelung von Verkehrsachsen.
 

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