Erlangen: Mehr als 22.000 Abstriche im Corona-Testzentrum

5.3.2021, 11:00 Uhr
Das Corona-Testzentrum (hier aufgenommen von der Hugenottenkirche aus) befindet sich auf dem Großparkplatz in Erlangen.

Das Corona-Testzentrum (hier aufgenommen von der Hugenottenkirche aus) befindet sich auf dem Großparkplatz in Erlangen. © Klaus-Dieter Schreiter

Corona-Schnelltests sind das eine, PCR-Abstriche das andere: Zweiteres bietet seit einem halben Jahr das Zentrum auf dem Großparkplatz – und ist in Zeiten von Virusmutationen und immer mehr geöffneten Geschäften wichtiger denn je.

Rund 160 bis 200 Personen aus der Stadt Erlangen und dem Landkreis lassen sich derzeit in der Einrichtung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf Sars-CoV-2 hin pro Tag überprüfen. Das ist deutlich weniger als in den dortigen Hochphasen, erläutert Rettungsdienstleiter Robert Ziegenfelder, der beim ASB für die Anlage zuständig ist. Insbesondere vor Schuljahresbeginn und auch rund um die Weihnachtsfeiertage ließen sich in der Einrichtung täglich mehrere Hunderte auf das Coronavirus testen.

Vorgänger stand am Westbad

"Wir hatten in dieser Zeit auch mal einen Spitzenwert von 2500 Testungen in einer Woche", erzählt der ASB-Mitarbeiter, die Anlaufstelle wird seit ihrer Eröffnung Anfang September 2020 gut angenommen. Das Vorgänger-Zentrum am Erlanger Westbad war ab Ende März 2020 bis Anfang Juli gut drei Monate lang in Betrieb. In dem Zeitraum wurden in der Einrichtung mehr als 2000 Personen getestet.

Auf dem Großparkplatz wurden indes zwischen Anfang September und Ende Februar mehr als 22.000 Mund- und Rachenabstriche genommen, davon waren insgesamt im Mittel rund drei Prozent positiv (mit Spitzen  wie Anfang Dezember 2020, als die positiven Auswertungen zwischen acht und neun Prozent betrugen).

Die Erfahrungen auch der ASB-Helferinnen und Helfer sind fast durchwegs gut: Nur wenige Besucher würden ihnen unfreundlich gegenübertreten, erzählt Ziegenfelder.

Bis Ende Juni diesen Jahres hat der ASB den Auftrag der bayerischen Staatsregierung, das Zentrum für Erlangen und Erlangen-Höchstadt zu betreiben. "Wir sind aber auch darauf vorbereitet, dass es eventuell länger gehen kann." Je schneller man mit den Impfungen vorankomme, desto früher könne man das Testzentrum abbauen. Auch die weitere Entwicklung der Mutationen spiele da ein Rolle.

Derzeit jedenfalls seien es mit aktuell 800 bis 1000 kostenlosen Testungen pro Woche deutlich weniger als in der Hochphase, berichtet Ziegenfelder. Doch wie in den ersten Monaten sind es immer noch vor allem Freiwillige, die in die ASB-Einrichtung mit Voranmeldung kommen, etwa Berufstätige, die über mehrere Ecken mit einem Infizierten zu tun oder davon gehört hatten und auf Nummer sicher gehen wollen, dass sie nichts haben oder auch Ältere, die Besuch von Angehörigen empfangen möchten und dazu regelmäßig das Testzentrum aufsuchen.

Da die Einrichtung am Großparkplatz nach wie vor nur Menschen ohne Symptomen offen steht, ist die Positivquote mit aktuell um die zwei Prozent (Stand: Ende Februar 2021) recht gering.

Aber, sagt Ziegenfelder: "Wir stellen fest, dass sie wieder leicht nach oben geht." Das merke man auch an den Inzidenzwerten, die in Erlangen und in Erlangen-Höchstadt ebenfalls erneut steigen.

Dazu kommt: Auch die Zahl der nachgewiesenen Mutationen nimmt zu. Bei positiven Befunden analysiert das Weidener Labor, sofern die Viruslast dazu ausreicht, ob es sich um eine Virusvariante handelt. So wurden, seit die Mutationen bekannt sind, bei im Testzentrum abgenommenen Proben vier festgestellt, davon die überwiegende Zahl Ende Februar. "Die Mutationen sind wirklich da", sagt der ASB-Beschäftigte.

Das ist mit ein Grund, weshalb die Anlage neben Impfungen, Schnelltests (seit Anfang März bieten Bayerisches Rotes Kreuz und Stadt Erlangen für Bürger der Hugenottenstadt auf dem BRK-Gelände in der Henri-Dunant-Straße auch ein Schnelltestzentrum an) und Einhalten der Abstands- und Maskengebote weiterhin eine große Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie spielt.

Immer mehr Lockerungen 

Gerade jetzt, da immer mehr Geschäfte öffnen, sei die Einrichtung für einen womöglich erneuten Anstieg an Testungen bestens gerüstet. "Wir bieten wieder 400 Tests pro Tag an und können damit sogar etwas nach oben gehen, wenn die Nachfrage steigt". Mit Blick auf zunehmende Geschäftsöffnungen sei es wichtig, sich regelmäßig testen zu lassen. So haben seit Anfang März etwa in Bayern wieder Friseure, Baumärkte und Gärtnereien offen, weitere Lockerungen sollen folgen.

Als bisweilen etwas unübersichtlich hält Ziegenfelder die sich ständig ändernde Impfstrategie der Politik – sowohl für ihn und sein Team als durchführende Organisation ("wer hat Anspruch auf Testung, wer kommt") aber noch viel mehr für die Menschen selbst. Diese fragten sich: "Soll ich mich testen lassen, wann wo und wie oft soll ich das machen, brauche ich einen PCR-Test oder reicht mir ein Schnelltest?"

Was aber sagt der Experte, der mit dem ASB sowohl PCR-Tests als auch vor Weihnachten in verschiedenen Einrichtungen Schnelltests organisiert hat? Er antwortet: "Die Gesamtstrategie mit Schnelltests und PCR-Tests ist sehr sinnvoll, es gibt sehr gute Schnelltests, aber die absolute Sicherheit liefern nur PCR-Tests". Zudem müsse man das positive Ergebnis eines Schnelltests zusätzlich mit einem PCR-Test bestätigen.

Klar könne man nicht tausende PCR-Tests pro Tag durchführen, sagt Ziegenfelder, aber sie seien nun mal sicherer. Der Schnelltest sei sehr wichtig, da er in der Masse einsetzbar sei und einen Richtungswert gebe, er biete eine hohe, aber keine 100-prozentige Sicherheit, so der Rettungsdienstleiter. Der PCR-Test bringe hingegen die höchste Sicherheit.

Ergebnis in 48 Stunden

Und eben diese PCR-Tests werden am Testzentrum auf dem Großparkplatz durchgeführt. Der Ablauf (kostenloses Parken, Registrierung und Abstrich in einem Testraum) ist unproblematisch. Im Schnitt dauert das ganze Prozedere fünf Minuten, auch die Ergebnisse liegen (wenn es keine EDV-Probleme gibt) derzeit meistens nach 48 Stunden vor.

Eine kostenlose Hotline ist montags bis samstags, 8 bis 18 Uhr, unter der Rufnummer 0800 144 0000 geschaltet. Die Anlaufstelle selbst ist von Montag bis Freitag, 8 bis 16.30 Uhr, geöffnet. "Aber wenn das Infektionsgeschehen wieder schlimmer werden sollte, können wir da auch noch erweitern", sagt Ziegenfelder.