Mittwoch, 19.05.2021

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Erlangen: Mobil für letzte Herzensdinge

Die Aktion "Wünschewagen" des Arbeiter-Samariter-Bundes hat 79 Einsätze absolviert - 19.04.2021 18:27 Uhr

Mit dem „Wünschewagen“ des ASB konnte der schwerstkranke Erlanger Conny noch einmal an den Chiemsee reisen.

18.04.2021 © Foto: ASB


Der Wünschewagen hat bisher 79 letzte Herzenswünsche erfüllt und dabei über 25 000 Kilometer zurückgelegt. Die kürzeste Fahrstrecke betrug sechs, die weiteste Tour 1483 Kilometer zum Festival nach Wacken. Der jüngste Fahrgast war neun Monate, der älteste 100 Jahre alt. Am 16. April 2019 fand die erste Wunschfahrt mit dem neun Monate alten Leo statt. Von der Erlanger Kinderklinik brachte ihn der Wünschewagen Franken zum ersten Mal in seinem Leben in sein Zuhause in der Oberpfalz.

Noch einmal an den Chiemsee

Am 9. April 2021 fand die 79. Wunschfahrt in Erlangen statt. Das Team des "Wünschewagen Franken" brachte den 58-jährigen Fahrgast Conny noch einmal mit seiner Familie an den Chiemsee. "Dort hatten sie viele Jahre in den Osterferien Urlaub gemacht", berichtet Caterina Hertweck, Projektleiterin des "Wünschewagen Franken" und ergänzt: "Die Wunschfahrt fand sehr kurzfristig statt, zwischen Anfrage und Wunschfahrt lagen nur knapp drei Tage, da sich der Gesundheitszustand von Conny stark verschlechterte. Der Wunsch, noch einmal an den Chiemsee zu fahren, war aber so groß, dass Conny all seine Kraft für seinen Wunschtag mobilisierte."

Sonniger Nachmittag mit Picknick

Sie selbst begleitete die Wunschfahrt mit ihren Wunscherfüllerkolleg*innen Lucia und Gert. Sie brachten Conny samt Familie an den Chiemsee. Nach kalten und grauen Tagen strahlte an diesem besonderen Tag die Sonne und bei warmen Temperaturen konnte die Gruppe um Conny einen schönen Nachmittag am Ufer des Chiemsees verbringen. Es wurde viel gelacht, in Erinnerungen geschwelgt und mitgebrachte Leckereien bei einem Picknick verspeist. Als Erinnerung nahm Conny einen Stein in Herzform mit, den seine Familie dort fand. Diesen Stein hielt er bei der Rückfahrt fest umschlossen und lächelte glücklich.

22 Wagen in Bayern

Auch während der Corona-Pandemie erfüllt der ASB-Wünschewagen letzte Herzenswünsche unter Einhaltung strenger hygienischer Auflagen. Diese sehen unter anderem vor, dass alle Beteiligten an einer Wunschfahrt im Vorfeld auf das Coronavirus getestet werden. In Deutschland gibt es 22 ASB-Wünschewagen, drei davon in Bayern. Neben dem "Wünschewagen Franken" gibt es noch zwei weitere ASB-Wünschewagen in München und in Schwaben. Sie alle erfüllen Kindern und Erwachsenen in ihrer letzten Lebensphase kostenfrei einen besonderen Herzenswunsch. Der "Wünschewagen Franken ist ein Gemeinschaftsprojekt der ASB-Verbände Aschaffenburg, Bad Windsheim, Coburg, Coburg-Land, Erlangen-Höchstadt, Forchheim, Jura, Kronach, Nürnberg-Fürth, Pegnitz-Bayreuth, Schweinfurt und Würzburg-Mainfranken.

Gezielt abgestimmt

Das Fahrzeug ist gezielt auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt: Eine Musikanlage sowie ein harmonisches Konzept aus Licht und Farben verschönern die Reise. Eine Rundum-Verglasung bietet Panoramablick auf die Umgebung. Außerdem verfügt der Wünschewagen über eine notfallmedizinische Ausstattung, damit das ASB-Team im Notfall professionelle Hilfe leisten kann.

Getragen von Spenden, Sponsoren und Ehrenamt

Der Wünschewagen Franken finanziert sich ausschließlich über Spenden- und Sponsorenmittel sowie über freiwillige Mitarbeit. Eine Wunscherfüllung kostet zwischen 100 und 1500 Euro. Um die Wünsche aller Fahrgäste kostenfrei erfüllen zu können, ist eine finanzielle Unterstützung durch Spender oder Sponsoren immer willkommen.

Besonderer Glücksmoment

Daraus werden neben den Wünschen auch Schulungen und Weiterbildung der ehrenamtlichen Kräfte finanziert, die sich während der Wunschfahrt um das Wohl der Fahrgäste kümmern. Sie alle leisten ihren Beitrag, dass anderen Menschen am Ende eines langen, manchmal auch kurzen Lebens noch einmal ein ganz besonderer Glücksmoment beschert wird.

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