Erlangen plant 1000 neue Fahrradparkplätze

26.5.2020, 06:00 Uhr
Durch zusätzliche Bügel — wie hier am Hugenottenplatz — soll das Parken der Räder „geordnet“ und die „Verkehrs- und Diebstahlsicherheit erhöht“ werden.

Durch zusätzliche Bügel — wie hier am Hugenottenplatz — soll das Parken der Räder „geordnet“ und die „Verkehrs- und Diebstahlsicherheit erhöht“ werden. © Stefan Mößler-Rademacher

Radfahren ist gesund, umweltfreundlich und gut fürs Klima. Den Radverkehr weiter zu fördern, ihn attraktiver und sicherer zu gestalten, ist demnach ein Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb sollen nun an geeigneten Standorten im Innenstadtbereich neue "Fahrradanlehnbügel" installiert werden – 1000 an der Zahl. Dieses Sofortprogramm, das die Verwaltung vorgeschlagen hat und nicht zuletzt auf dem im Mai 2019 ausgerufenen "Klimanotstand" gründet, wurde im jüngsten Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss einstimmig gutgeheißen.

Mit dieser Aktion soll das Fahrrad als Verkehrsmittel in der Radler-Stadt Erlangen noch weiter aufgewertet werden. Außerdem wird dadurch das Parken der Räder "geordnet" und die "Verkehrs- und Diebstahlsicherheit sowie die Zugänglichkeit zum Fahrrad erhöht", hieß es.

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Dieses gezielte Favorisieren des Radverkehrs bleibt nicht ohne Folgen für den Kfz-Verkehr, beziehungsweise für öffentliche Parkplätze. Denn einige bekommen eine "neue Funktionszuweisung" und werden kurzerhand in "Radabstellanlagen" umfunktioniert. Damit kann auch "eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs sowie eine Senkung der Lärm- und Abgasbelastung für die Wohnbevölkerung in der Innenstadt erreicht werden", so die Verwaltung. Das wiederum führe schließlich auch "zu einer Förderung des Fußverkehrs, da die Fahrräder nicht mehr wild auf dem Gehweg abgestellt werden".

Die Stadtplaner haben bereits den Innenstadtbereich genauer unter die Lupe genommen und dabei Standorte ausgespäht, die ihrer Meinung nach für jene Radbügel gut geeignet sind.

Damit ist aber das letzte Wort noch nicht gesprochen. Bürgerinnen und Bürger können sich beteiligen, die erarbeiteten Verwaltungs-Standorte nach allen Richtungen hin diskutieren und natürlich selbst Vorschläge machen. Aus beiden werden letztendlich jene Bügel-Plätze gefiltert, die späterhin realisiert werden. Allerdings müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, wie zum Beispiel eine hohe Anzahl auf dem Gehweg abgestellter Räder in unmittelbarer Umgebung, überfüllte Abstellanlagen in der Nähe oder auch eine Lage an stark frequentierten Orten, die bereits jetzt einen hohen Bedarf nach Abstellbügeln erkennen lassen.

 

Fallen 60 Kfz-Parkplätze weg?

 

Nach den Vorstellungen der Planer sollen an den auserkorenen Standorten mindestens zehn neue Radabstellplätze installiert werden, also fünf solcher Bügel nebeneinander. Und wo es angebracht scheint, wird dafür ein Pkw-Parkplatz "geopfert". Je nach Standort oder Bedarf können es auch bis zu maximal 20 Abstellplätze werden, also zehn Radständer in Reihe. Somit werden "verfügbare und versiegelte öffentliche Flächen neu in Wert gesetzt und genutzt", so die Verwaltung. Von CSU-Seite kam der Hinweis, dass man sich genau anschauen müsse, wo letztlich Parkplätze wegfallen.

Alles in allem würde das bedeuten, dass mit der Installation von 1000 Anlehnbügel in der Innenstadt rund 60 Kfz-Parkplätze wegfallen, beziehungsweise "eine neue, klimaschonende Funktion erhalten", so die Verwaltung. In der Diskussion wurde noch darauf hingewiesen, dass die vorgesehe Breite der Anlehnbügel von 40 Zentimetern für gewisse Räder ungünstig sei, beispielsweise für Damenräder. Deutlich vorteilhafter und praktikabler wäre dagegen eine Bügelbreite von 60 Zentimetern, so der Hinweis.

Für die 1000 Bügel wird mit einer Investition von 400 000 Euro gerechnet. Von den Kosten abgesehen sei das "übergeordnete Handlungsziel" unter anderem auch, mit diesem Projekt "ein aktives Management des Klimanotstandes zu stärken".

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