Donnerstag, 04.03.2021

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Erlangen: So hilft der Mütter- und Familientreff bei der Integration

Das Projekt "Heimat ERlangen" unterstützt Frauen und Familien - 21.01.2021 20:30 Uhr

Spielerisch Deutsch vermitteln will das Projekt „Heimat ERlangen“ des Mütter- und Familientreffs – im Bild Ekaterina Grimm mit einem lernbegierigen Kind.

21.01.2021 © Foto: Mütter- und Familientreff


Die größte Schwierigkeit in ihrer neuen Heimat? "Die Sprache", sagt Laila. Vor fünf Jahren ist die Syrerin mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen und lebt jetzt in Erlangen. Hier lernt sie Deutsch, hier will sie Fuß fassen. Geholfen hat ihr das Projekt "Heimat ERlangen" des Mütter- und Familientreffs. Die Einrichtung in der Drausnickstraße ist für die Mutter von zwei Kindern zu einer festen Anlaufstelle geworden. Im Offenen Treff arbeitet sie – wenn dieser nicht wegen des Lockdowns so wie jetzt geschlossen ist – als ehrenamtliche Gastgeberin.

"Eines der Ziele des Projekts ist, Migranten aktiv einzubeziehen", sagt Ekaterina Grimm, Geschäftsführerin des Mütter- und Familientreffs e. V. "Damit unser Verein bunter wird", fügt sie hinzu. Das Gute sei: "Das passiert wirklich."

Fördergelder des Freistaats

Im Dezember 2018 wurde das Projekt, das eine Perspektive für Frauen und Familien mit Migrationshintergrund schaffen will, mit Hilfe von Fördergeldern des Freistaats gestartet, kürzlich gab der bayerische Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann grünes Licht für eine weitergehende Förderung. Für 2021 stellt der Freistaat eine Fördersumme in Höhe von rund 80.000 Euro zur Verfügung. Zwei Teilzeitkräfte können ihre Arbeit fortführen.

Herrmann lobte insbesondere den Ansatz, Frauen durch unterstützende Begleitung zu einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben zu befähigen. "Integration in die Gesellschaft und in die Arbeitswelt sind absolut wesentlich, um in unserem Land erfolgreich Fuß zu fassen. Gerade für Frauen mit Migrationshintergrund braucht es solche besonderen Angebote", betonte er.

Deutschkurse mit Kinderbetreuung

Deutschkurse, wie sie auch Laila besucht hat, gehören zum festen Angebot des Projekts. Die Kinder werden betreut, während ihre Mütter Deutsch lernen. "Vor allem Frauen sind oft schwer für solche Angebote zu erreichen, weil sie meist zuhause bei den Kindern sind", sagt Ekaterina Grimm.

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Aber auch für den Nachwuchs gibt es Angebote. So wurden an fast 30 Kinder im Kindergartenalter sogenannte "Integrationsrucksäcke" mit Büchern und Spielmaterialien verteilt. Wegen der Corona-Beschränkungen konnte dies nicht bei einer Gemeinschaftsveranstaltung geschehen. Und mit dem Überreichen der Rucksäcke allein ist es nicht getan, "viele Familien können damit nichts anfangen, weil sie nicht Deutsch sprechen", so Grimm. Deshalb trafen sich die Projektmitarbeiterinnen mit jeder einzelnen Familie, lasen aus den Büchern vor und zeigten, wie die (Sprachlern-)Spiele funktionieren. Zugleich war dies auch ein Anknüpfungspunkt für gegenseitiges Kennenlernen.

Angebot für Vorschulkinder

Ein kostenloses Angebot zum Deutschlernen für Vorschulkinder sind außerdem "Teoleo-Kurse", die der Mütter- und Familientreff in Kooperation mit der Initiative für frühe Bildung anbietet. Hier kommen geschulte Lehrkräfte zum Einsatz, momentan allerdings nur online. Die Kurse dauern jeweils vier bis sechs Wochen, der aktuelle ging am 16. Januar an den Start.

"Wir hoffen, dass wir den nächsten Kurs als Präsenzveranstaltung laufen lassen können", sagt Ekaterina Grimm. Doch ein Online-Kurs sei immer noch besser als gar nichts, zumal die Kinder derzeit ja auch nicht in den Kindergarten gehen dürfen und somit kaum Deutsch hören.

Sprachmittlerinnen für Behördengänge

Für die Eltern sehr wichtig bei dem Projekt sind außerdem Sprachmittlerinnen, die bei Behördengängen dabei sind oder bei Infoveranstaltungen, in denen beispielsweise erklärt wird, wie das deutsche Schulsystem funktioniert. Arabisch, Russisch und Panjabi – eine in Pakistan und Indien gesprochene Sprache – beherrschen die Sprachmittlerinnen, die den Frauen dabei helfen, sich in der neuen Heimat und mit der deutschen Sprache zurechtzufinden.

 

www.muefaff-erlangen.de, Anmeldung zu den Kursen per E-Mail an info@muefaff-erlangen.de

Testen Sie sich: Unser neues Erlangen-Quiz

Es ist schon komisch: Da lebt man schon seit vielen Jahren in der Stadt Erlangen, glaubt fast alle ihre Ecken und sogar ihre Geschichte(n) zu kennen. Und doch gilt es immer wieder überraschende Entdeckungen zu machen. Mal sehen, ob Sie Erlangen kennen.

© Andre De Geare

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Frage 1/10:

Nach welchem Künstler ist der Skulpturengarten auf dem Burgberg benannt?

Der Bildhauer Heinrich Kirchner schuf die zum Teil lebensgroßen Figuren, die in den ehemaligen Obstgärten und Steinbrüchen aufgestellt wurden.

© Harald Sippel

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Frage 2/10:

Was war der Namensgeber der Heinrich-Lades-Halle von Beruf?

Der gebürtige Nürnberger Heinrich Lades war von 1959 bis 1972 Oberbürgermeister von Erlangen.

© Harald Sippel

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Frage 3/10:

Wieviele Stockwerke hat der Lange Johann?

Mit 80 Metern Höhe zählt das Gebäude noch heute zu den höchsten in Bayern.

Frage 4/10:

Wo ratterten früher Dieselmotoren und treffen sich heute Konzertbesucher?

Ganz erstaunlich: Die rotweißen Bodenfliesen im E-Werk sind noch die gleichen wie bei der Inbetriebnahme des Elektrizitätswerks im Jahr 1902.

© Horst Linke

© Horst Linke

Frage 5/10:

Was wurde im Gebäude Wasserturmstraße 14 im 19. Jahrhundert hergestellt?

Die Fabrikantenfamilie Bücking setzte als erste in Erlangen eine Dampfmaschine bei der Arbeit ein.

© Harald Sippel

© Harald Sippel

Frage 6/10:

Wie heißt die kleine Künstler-Rückzugsbehausung an der Nordwestseite des Burgbergs?

Der zweigeschossige Bau beherbergt heute eine kleine Ausstellung zu Leben und Werk des Dichters August von Platen.

© Mark Johnston

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Frage 7/10:

Die Promenade an der Ebrardstraße trägt im Volksmund einen ital. Namen. Welchen?

Ein ehemaliger Universitätsbibliothekar nannte die Passage so, weil sie ihn an die italienische Riviera erinnerte.

© Pattadis - stock.adobe.com

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Frage 8/10:

Welches Gebäude in Erlangen brannte im Januar 1814 lichterloh?

Die Löscharbeiten waren weitgehend erfolglos, weil bei Temperaturen um -25 Grad das Wasser in den Schläuchen gefror.

© Harald Sippel

© Harald Sippel

Frage 9/10:

Wo sind viele Gipsfiguren und Plastiken zu finden?

Die Antikensammlung mit Gipsabgüssen antiker Plastiken befindet sich seit 1957 im Seminargebäude der PhilFak an der Kochstraße.

© Harald Sippel

© Harald Sippel

Frage 10/10:

Wo stand einstmals die dem Burgberg seinen Namen gebende Burg?

Die vermutete Burg ließ sich bis heute nicht nachweisen.

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

EVA KETTLER

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