Sonntag, 07.03.2021

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Erlangen: Solidarisch mit Studierenden in Partnerstadt Beşiktaş

Proteste an türkischer Bosporus-Universität für Freiheit von Forschung und Lehre - 20.01.2021 10:30 Uhr

Mit massivem Polizeieinsatz wurde gegen die Proteste von Studierenden an der Bosporus-Universität (Boğaziçi Üniversitesi) in Erlangens türkischer Partnerstadt Beşiktaş vorgegangen. Die Studierenden setzen sich für die Autonomie der Universität ein.

19.01.2021 © imago images/Depo photos


In dem Schreiben zeigt sich Oberbürgermeister Florian Janik solidarisch mit den Protesten von Studierenden gegen das Vorgehen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. "Die Freiheit von Forschung und Lehre ist für die Universitätsstadt Erlangen ein hohes Gut. Sie darf nicht eingeschränkt werden durch die politische Besetzung von Rektoren nach dem Geschmack der Regierung oder des Staatspräsidenten."

Die Bosporus-Universität (Boğaziçi Universitesi) in Istanbul – genauer: in dem 200.000-Einwohner-Stadtteil Beşiktaş – gilt als eine der renommiertesten Universitäten der Türkei. Die Proteste hatten sich an der Ernennung eines Erdogan-Getreuen zum Rektor entzündet: Melih Bulu ist Gründungsmitglied der Istanbuler AKP und war zuletzt Professor für Finanzwirtschaft an einer kleinen privaten Universität. Per Dekret bestimmte ihn der türkische Präsident am Neujahrstag zum neuen Direktor der Bosporus-Universität. Der bisherige Rektor wurde von seinen Aufgaben entbunden.

Lehrkräfte verurteilten Gewalt

Daraufhin kam es zu Protesten von Studierenden gegen die Aushebelung der Autonomie der Universität, die Berichten zufolge gewaltsam niedergeschlagen wurden. Lehrkräfte der Universität meldeten sich in einem offenen Brief zu Wort und verurteilten die Gewalt.

Mit Protesten auch in den sozialen Netzwerken wollen die Studenten erreichen, dass Melih Bulu zurücktritt und es eine Wahl aus einem Kandidatenkreis aus der Professorenschaft der Universität gibt. Überhaupt sei es wichtig, dass die Universitäten ihre Rektorinnen und Rektoren wieder selbst wählen können, sagte eine Studentin gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel. Sie glaube zudem, dass Bulu eine große Gefahr sei, weil er nicht zum freiheitlichen Geist passe, der an der Bosporus-Universität herrsche.

Unterstützung aus aller Welt

Die Protestierenden erhielten Unterstützung von Studenten anderer türkischer Universitäten. Auch an Universitäten in Europa und den USA gab es Solidaritätskundgebungen.

Er sei auf der Seite der Studierenden und Akademiker Istanbuls, twitterte Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu, der der parlamentarischen Opposition angehört. "Hoffentlich werden die besten Köpfe unseres Landes nicht ins Ausland gehen."

Auch der Förderverein Erlangen-Besiktas bekundete in den Sozialen Medien seine Solidarität.

ek

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