Mobilität neu gedacht

Erlangen: StUB-Befürworter im Schulterschluss

Hans von Draminski
Hans von Draminski

Erlanger Nachrichten

E-Mail zur Autorenseite

8.10.2021, 16:25 Uhr
StUB-Befürworter im engen Schulterschluss: rechts vorne BN-Landesvorsitzender Rainer Mergner, daneben Esther Schuck (Allianz pro StUB) und Rainer Hartmann (BN-Kreisgruppe Erlangen).

StUB-Befürworter im engen Schulterschluss: rechts vorne BN-Landesvorsitzender Rainer Mergner, daneben Esther Schuck (Allianz pro StUB) und Rainer Hartmann (BN-Kreisgruppe Erlangen). © Hans von Draminski, NN

Nachdem das sogenannte T-Netz des geplanten Nahverkehrsnetzes nun auch näher rückt - bis 2040 könnten auf dem Ostast von Erlangen nach Eckental die ersten Straßenbahnzüge fahren - , sind die Gesamtchancen für eine Realisierung des Projekts "StUB" noch einmal deutlich gestiegen.

Zentraler Knotenpunkt

Erlangens kürzlich wiedergewählter BN-Vorsitzender Rainer Hartmann hatte zum Initiativen-Treffen auf den Platz zwischen dem Manhattan-Kino und den Arcaden gebeten - aus gutem Grund: "Hier wird eines Tages der zentrale Knotenpunkt sein, von wo aus die Züge der StUB in alle Richtungen fahren und auch von überall ankommen", meinte Hartmann mit einem Seitenblick auf die Blechlawine, die sich aktuell (noch) durch die Güterhallenstraße wälzt.

Kein Ausstieg aus Kooperation mit Zweckverband

In diesem Zusammenhang unterstrich Hartmann, dass der Bund Naturschutz die vom Zweckverband ausgearbeiteten Pläne für die Regnitztalquerung der StUB, die durch den Erlanger Wiesengrund führen soll, klar unterstützt. Hintergrund: In der zurückliegenden Hauptversammlung der Erlanger BN-Kreisgruppe hatte es Anträge vonseiten kurzfristig in den BN eingetretener Mitglieder der "Bürgerinitiative Wiesengrundfreunde" gegeben, die das Brückenbauprojekt scharf kritisierten und sinngemäß den Ausstieg des BN aus der Zusammenarbeit mit dem StUB-Zweckverband forderten. Diesen Ansinnen erteilten die BN-Mitglieder in der virtuell abgehaltenen Versammlung aber mehrheitlich eine deutliche Absage.

Von der Straße auf die Schiene

Der grundsätzliche Gedanke: So viel Verkehr wie möglich von der Straße auf die Schiene zu verlagern, auf diese Weise zehntausende von Autofahrten täglich zu vermeiden und die schon jetzt stark frequentierten Straßen in der Stadt und dem Landkreis ERH deutlich zu entlasten.

Aus kritischer Perspektive

Das Bündnis derer, die in Sachen StUB Schulter an Schulter arbeiten und das Großprojekt mit Expertise und aus kritischer Perspektive begleiteten, ist groß: Beim Auftakttreffen zu den Mobilitätsaktionstagen waren auf Einladung der BN-Kreisgruppe die "Allianz pro StUB" ebenso dabei wie beispielsweise die Bürgerinitiative "Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal", der Landesbund für Vogelschutz (LBV) oder der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Großraum Nürnberg.

Erfreut über breite Unterstützung

Die Uttenreuther Gemeinderätin Esther Schuck (Die Unabhängigen), die sich seit vielen Jahren für die Verkehrswende in Erlangen und im Landkreis einsetzt, zeigte sich sichtlich erfreut über die breite Unterstützung, die es inzwischen für die StUB gibt. Auf der Internetseite der Allianz pro StUB, in der sich Schuck stark engagiert, finden sich Grußworte unter anderem von Roland Busch, dem Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG, oder von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Esther Schuck erinnerte daran, dass die Stadt-Umland-Bahn eine direkte Verbindung von Nürnberg über Erlangen nach Herzogenaurach im Stadtwesten und Eckental im Osten herstellt.

Lange Stagnationsphase

Freilich musste das ÖPNV-Projekt manche Rückschläge verkraften: Einem ersten positiven Beschluss im Erlanger Stadtrat im Jahr 1994 folgte nach dem Politikwechsel im Rathaus 1996 eine lange Phase der Stagnation. Erst 2014 wurden die Planungen wieder aufgenommen. "Wir haben viel wertvolle Zeit verloren", sagt Esther Schuck in der Rückschau. Sie vertraut, wie sie betont, dem Zweckverband Stadt-Umland-Bahn hinsichtlich der planerischen Sorgfalt, bei der auch Umweltbelange stets berücksichtigt wurden und werden und hofft, dass das Projekt, auch und gerade sein Ostast, schneller vorankommt.

Die StUB-Unterstützer trafen sich gegenüber der Erlangen Arcaden, wo eines Tages der Knotenpunkt der Stadt-Umlandbahn sein soll.

Die StUB-Unterstützer trafen sich gegenüber der Erlangen Arcaden, wo eines Tages der Knotenpunkt der Stadt-Umlandbahn sein soll. © Hans von Draminski, NN

"Verkehrsminister, der Druck macht"

Der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern, Richard Mergner, stieß sich ebenfalls an der langen Zeit, in der die StUB "auf Eis" lag. Nun wünscht sich Mergner von der neuen Bundesregierung einen "Verkehrsminister, der Druck macht" und eine bayerische Staatsregierung, die sich klarer als bisher zur Verkehrswende bekennt, um die StUB möglichst schnell auf die Schiene zu bringen. Die Brücke über den Wiesengrund mit integriertem Radweg wird laut Mergner eine Deutschland-Premiere sein. Das Motto müsse "Vorfahrt für Menschen und Umwelt" sein.

Keine Kommentare