Erlangen: StUB-Planung geht tief ins Detail

27.4.2021, 17:57 Uhr
So könnte es in einem Jahrzehnt am Erlanger Rudeltplatz aussehen. Im StUB-Lokalforum für Erlangen-Büchenbach wurden verschiedene Entwürfe vorgestellt.

So könnte es in einem Jahrzehnt am Erlanger Rudeltplatz aussehen. Im StUB-Lokalforum für Erlangen-Büchenbach wurden verschiedene Entwürfe vorgestellt. © Zweckverband Stadt-Umland-Bahn

Denn auch beim jüngsten (virtuellen) Lokalforum für Erlangen-Büchenbach, zu dem der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn gebeten hatte, stand das Ringen um Konsens im Vordergrund.

Wünsche der Mehrheit

Das neue Nahverkehrsmittel soll so gestaltet werden, dass es zumindest die Wünsche und Vorstellungen der Mehrheit trifft. Was sich in einem dicht besiedelten Quartier wie dem Erlanger Stadtteil Büchenbach deutlich schwieriger umsetzen lässt als bei den Überland-Passagen der StUB. Folgerichtig waren bei dem Lokalforum nicht nur die Vertreterinnen und Vertreter des StUB-Zweckverbands zugeschaltet, sondern unter anderem auch Erlangens OB Florian Janik, Josef Weber, Leiter des städtischen Referates für Planen und Bauen, und Tilmann Lohse, Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Stadtplanung.

Rudeltplatz und Stadtteilhaus als Angelpunkte

Dreh- und Angelpunkte der StUB-Trasse durch Büchenbach sind der Rudeltplatz und das neue Stadtteilhaus. Die grundsätzlichen Aufgaben umfassen die Verknüpfung mit dem bestehenden, später an die StUB-Fahrpläne anzupassenden Busnetz. Und die Einrichtung von Haltestellen, die möglichst nahe an der Wohnbebauung liegen, um ÖPNV-Benutzer nicht zu übermäßig langen Fußmärschen zu zwingen. Häufiges Umsteigen gelte es ebenfalls zu vermeiden: "Je häufiger umgestiegen werden muss, desto unattraktiver ist der ÖPNV", weiß Josef Weber.

Nicht auf Rasengleis ausweichen

Nach der Änderung der Förderrichtlinien darf die StUB direkt auf dem Adenauerring geführt werden und muss nicht auf ein Rasengleis auf den Seitenstreifen ausweichen. Das bedingt weniger Eingriffe in die Natur und auch privater Grund wird deutlich weniger berührt. Zudem soll die Idee der StUB als schnelles, dem Auto überlegenes Verkehrsmittel nicht verspielt werden. Gerade in Büchenbach könnte die Straßenbahn gleichwohl ausgebremst werden, weil hier enge Radien nicht ganz zu vermeiden sind.

Langsam durch die Kurve

Durch die entsprechenden Gleiskurven kommen die Straßenbahn-Gelenkzüge nur mit Geschwindigkeiten zwischen 20 bis 25 Stundenkilometern, weshalb man solche Passagen möglichst kurz halten will. Manche Wendeschleife kommt auch nur zum Einsatz, wenn ein Zug aus irgendeinem Grund liegen bleiben sollte.

Neue Haltestelle möglich

Zu den derzeitigen Plänen gehört, die derzeitigen Haltestellen Josef-Will-Straße und Mönaustraße zu einer neuen Haltestelle "Westerwaldweg" zusammenzufassen. Es könnte aber auch sein, dass die StUB an dieser Stelle auf dem Adenauerring bleibt und nicht abzweigt. Nicht nur einmal stellten die Verantwortlichen fest, dass die jetzt vorgelegten Planungsentwürfe noch veränderbar sind. Ausgeschlossen werden sollen vor allem auch Verschlechterungen für Schulkinder und ältere Menschen: Niemand soll beispielsweise gezwungen werden, Umwege etwa über Hauptverkehrsstraßen nehmen zu müssen, weil StUB-Trasse oder -Haltestellen im Weg sind.

Optimierungs-Ansätze und Lob

Aus dem zugeschalteten Zuhörerchat kamen diverse Optimierungs-Ansätze – und Lob für die "differenzierte und ausführliche Darstellung" vom Nürnberger ÖDP-Stadtrat Jan Gehrke. Auch ein zentraler "Knackpunkt" wurde nicht ausgespart: Scheitert die Regnitztalquerung, beispielsweise an einem Bürgerquorum, steht die StUB auf dem Prüfstand, ihre Realisierung wird dann wieder unwahrscheinlicher.

Umfassendes Meinungsbild

In Sachen Büchenbach soll dem nächsten städtischen Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss (UVPA) jedenfalls ein möglichst umfassendes Meinungsbild vorgestellt werden.

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