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Erlangen und Forchheim: Impfen bald vor Ort möglich?

Im Landkreis Forchheim wird ab Montag in den Gemeinden geimpft. Auch Erlangen denkt darüber nach. - 22.01.2021 15:59 Uhr

Barrierefrei und derzeit aufgrund des Distanzunterrichts nahezu wie leergefegt: Die Grundschule am Deerlijker Platz in Neunkirchen am Brand. Sie wird für wenige Tage zum Impfzentrum vor Ort für Menschen über 80 Jahre.

22.01.2021 © Foto: Pauline Lindner


Es war, das gibt Martin Walz gerne zu, eine Überraschung. Gerechnet, sagt der Bürgermeister von Neunkirchen am Brand, habe er nicht mit dieser Möglichkeit. "Aber wenn es andere Gemeinden so handhaben, dann – da bin ich ehrlich – soll die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises auch davon profitieren."

Somit können die Seniorinnen und Senioren über 80 Jahre, die sich in Neunkirchen gegen den Coronavirus impfen lassen möchten, das nun auch vor Ort tun. Am 3. und 4. März, so Walz, stehe dafür ein mobiles Impfteam in der Grundschule am Deerlijker Platz zur Verfügung. "Der Vorteil ist", so Walz, "dass die Grundschule barrierefrei zugänglich ist." Das ist das Impfzentrum des Landkreises in der Don-Bosco-Straße 4 in Forchheim nur bedingt: Zwar sind die Impfkabinen ebenerdig im Don-Bosco-Heim erreichbar, jedoch liegt das Gebäude an einer Straße mit stärkerem Gefälle.

"Kritische Erfahrungen"

Das hat, sagt Sebastian Beetz, Geschäftsführer des ASB in Forchheim und Verwaltungsleiter des dortigen Impfzentrums, "schon zu kritischen Erfahrungen geführt, wenn Menschen mit Rollator oder Rollstuhl zu uns ins Impfzentrum wollten", sagt er. "Daher haben wir uns entschlossen, das Impfen mit den Teams nach dem Vorbild der Seniorenheime vor Ort in den Gemeinden anzubieten."

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Am Montag wird in der Gemeinde Egloffstein das erste Mal vor Ort geimpft. Dann folgen im Akkord weitere Gemeinden, 15 haben bereits ihre Termine, die übrigen werden noch einen erhalten, versichert Beetz. "Das hat sich unter den Bürgermeistern wie mit der Flüsterpost verbreitet – und wir sehen das dezentrale Impfen nun als eine gute Möglichkeit." Er weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass lediglich Personen, die dezidiert angeschrieben wurden, vor Ort geimpft werden können.

Flüsterpost unter den Bürgermeistern

Auch Neunkirchens Bürgermeister Martin Walz hatte vom CSU-Parteikollegen Stefan Förtsch aus Egloffstein im Gespräch erstmals von der Möglichkeit gehört und sich beim Impfzentrum gemeldet. Aufgesprungen sind danach mehrere Gemeinden, unter anderem auch Dormitz. Hier wird in der Mehrzweckhalle am 10. Februar von 9 bis 12 Uhr geimpft. "Unsere Senioren sparen sich somit die Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung mit dem Impfzentrum und auch die Anfahrt nach Forchheim", so Bürgermeister Holger Bezold. Weit vorher hatte er sich schon um eine Alternative bemüht, da war noch eine Absage erteilt worden. "Umso mehr freue ich mich jetzt, dass es doch möglich ist."

Die infrage kommenden Personen über 80 Jahre wurden bereits schriftlich über das Angebot informiert.

Welcher Impfstoff?

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Die Vorteile liegen auch für Martin Walz auf der Hand: "Wir haben kürzere Wege und das Impfzentrum in Forchheim ist für Seniorinnen und Senioren zu Fuß nicht optimal zu erreichen. Daher haben wir die Möglichkeit zu impfen sehr gerne bei uns direkt im Ort." Rund 600 Personen über 80 Jahre können in der ersten Phase in Neunkirchen geimpft werden. Welcher Impfstoff dann verimpft wird, weiß der Bürgermeister nicht: "Wir nehmen das, was wir bekommen. Auswahlmöglichkeit haben wir nicht."

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Sebastian Beetz sagt, dass die Versorgung an Impfstoffen die einzige instabile Komponente in der Planung mit den Gemeinden ist. "Wir sind da sehr konservativ mit der Terminvergabe, weil es ja nichts bringt, wenn wir dann keine Impfdosen haben." Trotzdem habe das Impfzentrum der Idee sofort zugestimmt, "weil wir so noch schneller die Risikogruppe der über 80-Jährigen durchgeimpft haben". In Egloffsteins etwa haben sich laut Beetz für heute 117 von 160 Personen über 80 angemeldet. Einige waren schon geimpft, "womit wir danach über 90 Prozent der Seniorinnen und Senioren gegen Corona geimpft haben."

Termin-Software als Hürde

Auch die Stadt Erlangen und der Landkreis Erlangen-Höchstadt denken über die Möglichkeit nach, "temporäre dezentrale Impftermine in entlegenen Regionen des Landkreises anzubieten", so ein Sprecher auf Anfrage. Organisatorisch sei dies mit mobilen Teams möglich, wenn die Senioreneinrichtungen, die höchste Priorität genießen, versorgt sind. So ist es im Landkreis Forchheim bereits der Fall, sagt Sebastian Beetz.

Allerdings lässt das zentrale Registrierungsportal www.impfzentren.bayern eine gezielte Einladung von Bürgerinnen und Bürgern bestimmter Regionen an bestimmte Adressen noch nicht zu. "Bestehende Registrierungen wären dadurch hinfällig und es müsste ein neues paralleles Meldesystem aufgebaut werden", so ein Sprecher. Oder aber, was wahrscheinlicher ist: Die bestehende Software wird überarbeitet.

CHRISTOPH BENESCH

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