Mittwoch, 23.10.2019

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Erlangen: Zeichen gegen Antisemitismus

Mehrere Menschen nehmen nach Anschlag in Halle an Kundgebung teil - 11.10.2019 18:00 Uhr

Mehrere Menschen gingen am Freitagnachmittag in Erlangen gegen Antisemitismus auf die Straße. © Sharon Chaffin


„Wenn man sieht, wie oft Menschen jetzt zu Kundgebungen kommen, macht mir das Mut“, sagt der Kantor der Jüdischen Gemeinde Erlangen, Yonatan Amrani, den EN. Seit fast zwei Jahren lebt der Israeli in Erlangen.

Er hat  zwar noch keine Beleidigungen oder Bedrohungen erlebt, ist aber trotzdem vorsichtig, verzichtet etwa in der Öffentlichkeit auf das Tragen der Kippa. Verzagen aber will der 40-Jährige nicht, vor allem deshalb nicht, weil an diesem Freitagnachmittag (wieder) Frauen und Männer auf dem Hugenottenplatz stehen, Schilder mit „Antisemitismus tötet“ in Händen halten und sich mit ihm und allen Juden solidarisieren.

Und die Anteilnahme dürfte weiter gehen: Am Samstag (12. Oktober) lädt die Jüdische Gemeinde Erlangen gemeinsam mit der Aktion Courage um 11 Uhr zu einer Kundgebung gegen rechtsextremistischen Terror auf dem Rathausplatz ein. Bei der Veranstaltung sprechen unter anderem Oberbürgermeister Florian Janik und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Ester Limburg-Klaus. 

Der Anschlag auf eine Synagoge in Halle sorgt bundesweit für Bestürzung. Der verhaftete 27 Jahre alte Sachsen-Anhalter, der den Anschlag gestanden hat, räumte beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs auch rechtsextreme und antisemitische Motive ein. Er hatte am Mittwoch mit mehreren Kilo Sprengstoff und selbstgebastelten Waffen versucht, in die Synagoge zu gelangen. Als das scheiterte, erschoss er vor dem Gotteshaus eine 40 Jahre alte Frau und wenig später einen 20-Jährigen am Dönerimbiss. 

 

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