Erlangens Referentin für Umwelt- und Klimaschutz hat eine große Aufgabe

8.5.2021, 15:30 Uhr
Sabine Bock hat als Referentin für Umwelt- und Klimaschutz ein großes Aufgabenfeld. Fürs Foto kam sie in den Schlossgarten.

Sabine Bock hat als Referentin für Umwelt- und Klimaschutz ein großes Aufgabenfeld. Fürs Foto kam sie in den Schlossgarten. © Harald Sippel

Einen Ausblick auf das, was sie sich für die nächste Zeit vorgenommen hat, gab die Erlanger Referentin für Umwelt- und KLimaschutz im jüngsten Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss des Stadtrats. "Meine Oberziele sind natürlich die Ziele, die der Erlanger Stadtrat für Erlangen beschlossen hat: die Klimaneutralität vor 2030 zu erreichen und den Gestaltungsspielraum konsequent zu nutzen, um auf lokaler Ebene die erforderlichen Institutionen, Infrastrukturen und Maßnahmen zur Einhaltung des 1,5°C –Klimaziels auf städtischer Ebene zu schaffen", sagte Sabine Bock.

Die 47-Jährige, die zuletzt als Referentin für Energie, Ökologie und Gesundheit der Münchener Stadtratsfraktion Die Grünen – Rosa Liste tätig war, ist im Erlanger Süden aufgewachsen, lebte, studierte und arbeitete aber seit 1994 im Raum München. In ihrer Heimatstadt gestalterisch tätig sein zu können, sei für sie Motivation gewesen zurückzukehren, sagt sie. Den Kontakt hierher verloren hat sie nie, kennt die sich wandelnde Stadt, etwa Nachverdichtungen und Bauprojekte wie Jaminpark und Siemens-Campus aus eigener Anschauung. Und auch die Bestrebungen Erlangens für den Klimaschutz.

Klimaschutz als Querschnittsaufgabe

Umweltamt, Entwässerungsbetrieb, Veterinäramt gehören zum neu zugeschnittenen Referat für Umwelt- und Klimaschutz, vor allem aber sei der Klimaschutz eine Querschnittsaufgabe, die alle Referate und viele Ämter betrifft, erklärt Sabine Bock. Wer kann welche Aufgabe übernehmen? Es geht darum, zu koordinieren und eine Projektstruktur zu erarbeiten,

die es ermöglicht, "den Klimaschutz mit größerer Schlagkraft voranzubringen", sagt die Umweltreferentin, denn eines sei klar: "Was nicht mehr geht, ist klein, klein." Es zähle zwar jeder Beitrag und jeder Schritt – insgesamt müsse das städtische Handeln aber der großen Herausforderung des Klimawandels angemessen sein. Es sei wichtig, dass man groß denkt und handelt, um das Klimaziel zu erreichen.

Dazu wird auch gehören, einen Klimahaushalt einzuführen, ein differenziertes Monitoring- und Controllingsystem – gewissermaßen ein Pendant zum städtischen Haushalt, eben im Hinblick auf CO2. Der aktuelle Bericht zu den CO2-Emissionen in Erlangen zeigt deutlich, dass die Stadt Erlangen bereits in vier Jahren ihr noch zur Verfügung stehendes CO2-Budget aufgebraucht haben wird, wenn sie so weitermacht wie bisher. Die Frage sei: Wie konsequent ist man? "Wir können nur das CO2 ausgeben, das uns zusteht, wenn wir nichts mehr haben, müssen wir kompensieren." Der Beschluss des Stadtrats sei aber eindeutig und ihr auch sehr wichtig: Der Fokus muss auf Transformation liegen, nicht auf Kompensation.

"Wir müssen uns sehr stark verbessern"

 "Meine Aufgabe sehe ich darin einzufordern, was dafür notwendig ist." Eine Aufgabe mit Konfliktpotenzial, doch Sabine Bock ist zuversichtlich, dass alle sich angesichts der Zielvorgabe gemeinsam anstrengen werden. Und: "Wir müssen uns nicht nur bei den Anstrengungen, sondern auch im Bereich der Erfolge sehr stark verbessern."

"Mir ist es wichtig, eine positive Dynamik zu erzeugen", betont die Umweltreferentin. "Sowohl in der Verwaltung als auch in der Stadtgesellschaft sehe ich meine Rolle als Ermöglicherin."

 

 

 

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