Samstag, 26.09.2020

|

zum Thema

Erlanger Bäder bei Sommerhitze beliebt

Teams tun alles, damit sorgenfreies Baden in der Pandemie möglich ist. - 10.08.2020 06:00 Uhr

Die beiden Erlanger Freibäder haben haben wegen der Corona-Pandemie nur eingeschränkt offen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun alles dafür, um ein Infektionsgeschehen zu vermeiden. Anke Reschke desinfiziert und reinigt hier die Gitter am Sprungturm im Westbad..Foto: Klaus-Dieter Schreiter

© Klaus-Dieter Schreiter


Unser wichtigstes Anliegen ist es, die Bäder nicht schließen zu müssen“, sagt Joseph Dutzel. Der Chef der Erlanger Bäder und Betriebsleiter vom Westbad und seine 30 fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten sehr genau darauf, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden. „Im Großen und Ganzen halten sich die Badegäste an die Regeln“, freut sich Dutzel. Nur selten müssten seine Leute eingreifen, etwa, wenn sich am Sprungturm die Menschen drängen. Das komme vor allem während der Familienbadezeit vor, weil die Kinder übermütig sind.

Dazu sind in den Bädern überall Schilder mit den Hygieneregeln aufgestellt. Alles in Absprache mit dem Gesundheitsamt, alles nach der „6. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung“ des Freistaats, erläutert Dutzel. „Diese Verordnung ist die notwendige Fessel, die uns im Alltag und somit auch im Schwimmbad in unserem Tun begrenzt.“

Aufgaben haben sich verändert

Für die Schwimmmeister und Badeaufsichten haben sich die Aufgaben verändert. Die reinen Aufsichtstätigkeiten sind zwar einfacher geworden, weil es an so heißen Wochenenden wie dem letzten kein Getümmel mehr gibt. Aber sie müssen nun mächtig ran, um für Hygiene zu sorgen: „Nach jedem Zeitfenster werden sämtliche Handgriffe, Oberflächen, der Sprungturm, Einstiegsleitern, Rutschen – eben alles, was die Badegäste berühren – desinfiziert. Eine Riesenarbeit“, sagt Dutzel. Das würde die Verordnung zwar so gar nicht vorschreiben, aber lieber macht man in den Bädern einmal mehr sauber, wenn man so die Gefahren verringern kann: „Sonst ist das Bad dicht, und das wollen wir unter allen Umständen vermeiden. Das wäre ein Supergau.“

Eintrittskarten übers Internet

Die beiden Erlanger Freibäder haben haben wegen der Corona-Pandemie nur eingeschränkt offen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun alles dafür, um ein Infektionsgeschehen zu vermeiden. Anke Reschke desinfiziert und reinigt hier die Gitter am Sprungturm im Westbad..Foto: Klaus-Dieter Schreiter

© Klaus-Dieter Schreiter


Eintrittskarten gibt es über das Internet oder vor Ort nur im Westbad. Meistens sind die Kontingente – 100 Personen dürfen gleichzeitig in die Bäder, zur Familienzeit sind es 700 – schnell ausverkauft. Am Westbad gibt es die „Sommerkasse“, an der es Restkarten gibt. Diese Kasse ist neben der Halle am jetzigen Eingang, so dass die Besucher nicht durch den Eingangsbereich gehen müssen. Im Röthelheimbad käme es zu mehr Kontakt – Badegäste wie Ticketkäufer müssten durch die Eingangshalle.
Auch Norbert Nein, der Betriebsleiter für das Röthelheimbad, hat sich mit dem Badebetrieb in Coronazeiten angefreundet.

„Es läuft sehr gut“, sagt er. Zeitfenster gibt es wie im Westbad, aber diese laufen versetzt zueinander. Somit kann man immer in einem der Bäder schwimmen. „Wenn drüben offen ist, dann putzen wir. Wenn wir offen haben, dann putzen die drüben.“ Das Konzept ist allgemein akzeptiert. Schließlich sei es für die meisten Erlanger, wenn die Badezeiten im entfernteren Bad besser passen, kein großer Aufwand, mit dem Fahrrad von Alterlangen zum Röthelheimbad zu fahren – oder vom Stadtosten in den Westen.

Im Röthelheim ist mehr los

Bilderstrecke zum Thema

Erlanger Bäder in der Pandemie

/DCDas Röthelheimbad öffnete erst am 12. Juni, das Westbad am 27. Juni. Trotz der strengen Vorgaben durch die Infektionsschutzverordnung sind die Stadtwerke aber sehr zufrieden damit, wie der Badebetrieb trotz der Einschränkungen funktioniert.


Ansonsten aber ist im Röthelheimbad mehr los als im Westbad. Vor allem das Frühschwimmen ist fast immer ausgebucht. Und das Vereinstraining mit den Leistungsschwimmern in der Halle, die auch zeitversetzte Fenster haben, ebenfalls. Es habe sich sogar schon ein Bad aus dem Landkreis gemeldet, um sich das System anzusehen und zu übernehmen: „Es ist wohl nicht so falsch, was wir hier machen, auch wenn einige Gäste ihren Unmut äußern.“ 

Abgeschaut haben sich das System die Erlanger Bäderverantwortlichen bei den Berliner Bädern. „Wenn jemand eine gute Idee hat, warum soll man das nicht nachmachen?“ Man könne sich sogar vorstellen, dass man später, wenn einmal wieder Normalbetrieb herrsche, ähnlich weiter mache mit dem Kartenverkauf und der Registrierung mit den Barcode-Scannern, meint Norbert Nein.

Erst einmal aber herrscht „Corona-Betrieb“; weil der gut läuft, machen sich die Stadtwerke derzeit Gedanken darüber, ob man nicht ein paar mehr Menschen in die Bäder lassen könnte. Da aber muss man wohl differenzieren, weil beispielsweise das Erlebnisbecken im Röthelheimbad größer ist als das im Westbad. „Da kann man hier vielleicht etwas mehr zulassen“, sagt der Betriebsleiter. 

Mehr Kapazitäten schaffen

Die beiden Erlanger Freibäder haben haben wegen der Corona-Pandemie nur eingeschränkt offen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun alles dafür, um ein Infektionsgeschehen zu vermeiden. Anke Reschke desinfiziert und reinigt hier die Gitter am Sprungturm im Westbad..Foto: Klaus-Dieter Schreiter

© Klaus-Dieter Schreiter


Außerdem sieht es beim Familienslot, wenn 700 Badegäste auf dem Gelände sind, immer noch ziemlich leer aus. Dann sind auch nur wenige im Becken, weil die meisten auf den Liegewiesen in der Sonne liegen.
Im Gegensatz zum Westbad können die Röthelheim-Badegäste die Duschen nicht nutzen, weil sie nicht so gut belüftet sind. Sie können sich allerdings an den hinteren Außenduschen abseifen. Auch die Kioske haben nicht geöffnet, weil Menschenansammlungen vermieden werden sollen. „Das ist jetzt leider kein Schwimmbadsommer, wie wir ihn sonst immer hatten“, sagt Joseph Dutzel.

Aber so ist es besser als gar nichts. Nun sollen die Freibäder so lange wie möglich bis in den Herbst hinein offen bleiben: „Wir befürchten, dass sich die Einschränkungen bis in die Winterbadesaison hinziehen.“ Dann kommt schon die nächste Herausforderung: Das Öffnen der Hallenbäder. Doch bis dahin kann man den Sommer erst noch genießen – trotz Pandemie.

 

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Erlangen