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Erlanger Blutvorräte "reichen für den Notfall"

Obwohl viele Spender im Urlaub sind, geben BRK und Kliniken Entwarnung - 01.09.2016 11:30 Uhr

Im Sommer gehen die Blutkonserven traditionell (hier ein Spender in Hannover) auch in Erlangen zurück.

31.08.2016 © Foto: dpa


Eigentlich ruft das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in Erlangen immer jeden dritten Dienstag im Monat zum Blutspenden auf, im August aber war das anders. Zusätzlich zum regulären Abnahmetag organisierten die freiwilligen Helfer am 30. noch einen weiteren: „Das war unser Nachlauftermin, weil zu wenig Blut da ist“, sagt Ingrid Böhme, die Leiterin des ehrenamtlichen Blutspendedienstes. 100 Beutel à 0,5 Liter kamen bei der Sonderaktion zusammen.

Kurzfristige Aktionen

Das ist dringend nötig. Wie in jedem Sommer geht auch heuer die Spendenbereitschaft zurück: „Man merkt, dass weniger Blut da ist, immer in der Urlaubszeit brauchen wir Konserven“. Im Notfall aber, versichert Böhme, seien ausreichend Vorräte vorhanden. „Wenn etwas Schlimmes passiert, werden Blutkonserven aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengetragen“, berichtet die BRK-Helferin. Zudem würden für die Bevölkerung schnell Spende-Termine anberaumt.

Auf diese nach Katastrophen kurzfristig einberufenen Aktionen weist auch das Universitätsklinikum Erlangen hin. „In solchen Situationen stehen die Menschen Schlange“, sagt Sprecherin Barbara Mestel, „das ist erst einmal schön.“ Doch da die Konserven erst nach verschiedenen Tests freigegeben werden, sei es besser, bereits einen Vorrat zu haben. „Dafür braucht man Dauerspender, und diese sind immer schwieriger zu finden“. Im Ernstfall aber reichten die Blutvorräte in der Erlanger Uniklinik aus.

Dazu trage bei, dass bei Katastrophen die Opfer in der Regel auf verschiedene Krankenhäuser verteilt werden. Das sei beispielsweise bei dem schweren Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten und mehreren Schwerverletzten im vergangen Februar der Fall gewesen.

Anders als das BRK, das vornehmlich die Schulferien als kritische Zeit sieht, geht beim Universitätsklinikum — das neben den angelieferten auch eigene Konserven herstellt —, in den Semesterferien die Zahl der (studentischen) Spender zurück. „Wir haben keine beängstigenden Beschaffungsschwierigkeiten“, betont Mestel, „,man muss sich also keine Sorgen machen, auch wenn es bei manchen Gruppen eine gewisse Knappheit gibt.“

Das ist im Waldkrankenhaus ähnlich. Die Leiterin des Klinischen Labors, Julia Rascher, merkt den Spendenrückgang vor allem bei selteneren Blutgruppen. „Aber für Notfall-OPs haben wir immer genug auf Lager.“

SHARON CHAFFIN

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