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Erlanger Dorfkirche: Im Schatten eines Neubaus?

Neben St. Johannis der Täufer in Kriegenbrunn soll ein Mehrfamilienhaus entstehen - 26.06.2019 15:00 Uhr

Neben der Kirche in Kriegenbrunn will ein privater Bauherr ein Mehrfamilienhaus errichten. Der alte Baubestand wird abgerissen. © Horst Linke


Nicht jeder in Erlangen kennt sie: Die Kirche St. Johannis der Täufer in Kriegenbrunn ist ein echtes Schmuckstück. "Sie ist eine der ältesten Kirchen in einer Stadt, die wenig Mittelalter hat", sagt Stadtarchivar Andreas Jakob auf EN-Anfrage. "Und sie verkörpert einen Typus Dorfkirche, wie er im Stadtbereich einmalig ist." Ein "Kirchlein", dessen Entstehungszeit auf das 13./14. Jahrhundert geschätzt wird. Kriegenbrunn selbst wurde im Jahr 1132 erstmals erwähnt. Das Schönste an der Kirche sei, so meinen manche, dass sich in ihr der dörfliche Charakter wiederfindet, wie er früher üblich war. Und der in heutiger Zeit immer mehr verloren geht.

Vielleicht liegt es auch daran, dass nicht jeder im Ort mit Freude auf ein Neubauprojekt schaut, das heute in der Sitzung des Ortsbeirates zur Sprache kommen soll. Ein privater Bauherr will auf dem angrenzenden Grundstück ein Mehrfamilienhaus errichten. Der alte Baubestand — Haus und Scheune — soll abgerissen werden. Das Mehrfamilienhaus, so der Einwand von verschiedenen Seiten, werde zu hoch und zu massig und damit die Wirkung der Kirche beeinträchtigen.

Kritik von Baukunstbeirat

Das Thema ist nicht neu, im vergangenen Dezember hatte der Baukunstbeirat die Planung abgelehnt. Der jetzige überarbeitete Bauantrag sei aus Sicht der Bauverwaltung genehmigungsfähig, ist vom Erlanger Baureferenten Josef Weber zu vernehmen. Die Regierung von Mittelfranken prüfe gerade das Bauvorhaben. Ein Mitglied des Baukunstbeirates habe, so Weber, "die Empfehlung ausgesprochen, dass das Projekt insgesamt eine positive Wendung genommen hat".

"Die Diskussion müssen wir nichtöffentlich führen, weil es ein privates Bauvorhaben ist", sagt der Ortsbeiratsvorsitzende Jens Schäfer. Auch die überarbeitete Planung sei nichtöffentlich. Dass drei von vier Nachbarn ihre Zustimmung zum Bauvorhaben verweigert haben, will Schäfer nicht bestätigen. "Diese Infos hat der Beirat nicht." Und auch zu kursierenden Befürchtungen, dass das Bauwerk zu hoch werden könnte, könne er nichts sagen. "Ich weiß nicht, auf welchen Planungsstand sich diese Ängste beziehen."

Ohnehin meint er: "Unsere Stellungnahme wird keinerlei Einfluss auf das weitere Vorgehen haben." Im Protokoll vermerkt werde sie aber schon. 

EVA KETTLER

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