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Erlanger Historiker bieten „Wahres für Rares“

Jeder kann einen Dachbodenschatz einschicken und begutachten lassen - 16.07.2019 21:08 Uhr

Verbirgt sich unter dem Trödel am Dachboden vielleicht ein Schatz? © FemmeCurieuse/photocase.de


Seit Jahren lagert diese Statue auf dem Dachboden. Vererbt hat sie noch die Ururoma, inzwischen ist sie verstaubt und fast vergessen. Wäre es nicht spannend zu erfahren, was es damit auf sich hat? Woher stammt die Figur? Was stellt sie dar? Simone Derix und ihr Team wollen solche Rätsel lösen.

Angelehnt an die ZDF-Sendung „Bares für Rares“ bietet das Geschichtsdepartement der Uni Erlangen-Nürnberg bei der nächsten Langen Nacht der Wissenschaften im Oktober „Wahres für Rares“ an. Im Fernsehen schätzen Experten den Wert eines Objekts und anschließend können Trödelhändler darauf bieten. So mancher Teilnehmer hat da schon mehrere hundert Euro für einen Dachbodenfund bekommen. Die Sendung, die es seit sechs Jahren gibt, verfolgen regelmäßig drei Millionen Menschen.

„Bares gibt es bei uns leider nicht“, sagt Derix, Professorin für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte in Erlangen. „Dafür ermitteln wir den historischen Wert und persönliche Geschichten.“ Schon oft habe sie von Leuten gehört, die Gegenstände besitzen, deren Ursprung sie gar nicht mehr kennen oder über die sie sich wundern. „Solche Sachen suchen wir.“

Intime Briefe zeigen sie nicht

Jeder, der mitmachen mag, kann bis Montag, 9. September, Fotos und Beschreibungen von Gegenständen, über die er mehr erfahren will, an den Lehrstuhl schicken. Das können Spielzeuge, Andenken, Kunstobjekte Feldpostbriefe, Tagebücher, Orden, Wappen oder ähnliches sein, aber auch Fotos von im Urlaub besichtigten Bauwerken oder Museumsstücken aus allen Regionen und Epochen. Derix Team wählt dann eine Woche lang die spannendsten Funde aus und setzt sich mit den Absendern in Kontakt.

Bei der Langen Nacht der Wissenschaften am Samstag, 19. Oktober, präsentieren sie und ihre Mitarbeiter dann die ausgewählten Objekte dem Publikum und erzählen, was sie darüber herausgefunden haben. „Alte Briefe können wir zum Beispiel übersetzen“, sagt Derix. „Sollte sich der Inhalt dabei als intim oder anderweitig heikel herausstellen, würden wir das aber natürlich vertraulich behandeln.“

Die Wissenschaftler erklären bei der Präsentation auch, wie sie bei der Recherche vorgegangen sind. Wie sie versucht haben, die Herkunft eines Gegenstands herauszufinden, welche Hürden sich ihnen dabei gestellt haben und wie sie sie überwinden konnten. „So erfahren die Besucher auch etwas über unsere Arbeitsweise“, erklärt Derix. Eine ihrer Mitarbeiterinnen am Lehrstuhl hatte die Idee zu der Aktion und jedem, dem sie davon erzählt haben, ist sofort ein entsprechender, übriggebliebener Gegenstand am Dachboden oder im Keller eingefallen.

Hoffen auf spannende Geschichten

Wer zunächst ein Foto eines Gegenstandes einreichen möchte, sollte den Wissenschaftlern im besten Fall folgende Informationen dazu liefern: Wo kommt es her? Wem gehört es und seit wann? Wurde das Objekt im Urlaub oder bei anderer Gelegenheit gesehen und wenn ja wo? Was ist bereits über das Objekt bekannt? Hat der Absender eine bestimmte Frage dazu?

Die Wissenschaftler freuen sich über Gegenstände, deren Herkunft noch unbekannt ist oder deren spezielle Geschichte der Besitzer schon weiß, aber noch Hintergründe dazu erfahren möchte. Mit der Fülle an Informationen aus dem Fernsehformat können die Erlanger Historiker allerdings nicht konkurrieren. „Die Experten dort recherchieren teilweise Monate lang, das können wir nicht leisten“, sagt Derix. „Dafür können wir hoffentlich trotzdem einige spannende Geschichten ausgraben und den Besuchern der Langen Nacht etwas Außergewöhnliches bieten.“

Wer ein Objekt einreichen möchte, schickt Bilder und Beschreibung per E-Mail an lndw-wahresfuerrares@fau.de oder per Post an den Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte, Stichwort: „Wahres für Rares“, Postfach 12, in der Kochstraße 4 in 91054 Erlangen. 

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