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Erlanger Kirchen-Geburtstag wird verschoben

Wegen der Corona-Krise kann St. Kunigund in Eltersdorf das 50-jährige Bestehen der Kirche nicht feiern. - 10.07.2020 20:00 Uhr

30 Prozent günstiger durch Fertigbetonteile: Bis die Eltersdorfer ihre eigene Kirche hatten, vergingen einige Jahre.


Es gibt nämlich in Zeiten der Coronapandemie keinen Festgottesdienst. "Ich werde die Eucharistiefeier ganz alleine gestalten", sagt Pfarrer Pflaum. Der Besuch des Gottesdienstes sei nur eingeschränkt möglich. Eigentlich wäre ja zum 50. Jubiläum ein "großartiges Fest" geplant gewesen. Erzbischof Ludwig Schick wäre gekommen, und die mit 835 Mitgliedern kleinste katholische Gemeinde in Erlangen hätte vermutlich gefeiert, dass der Kirchturm gewackelt hätte. Jetzt soll das Jubiläum 2021, dann wieder zur Kunigundenkirchweih, nachgeholt werden.

Pfarrer Konrad Wegner, der von 1969 bis zu seinem Tod 2005 die kirchlichen Geschicke in St. Kunigund prägte, sagte den immer noch gültigen Spruch: "Erst die Orgel, dann die Gorgel." Mit der "Gorgel" (Gurgel) waren die weltlichen Genüsse gemeint. Pfarrer Konrad Wegner hatte seinen Dienst ein Jahr vor der Weihe des Kirchenbaus am 18. Juli 1970 in Eltersdorf angetreten. Bis dahin liefen die katholischen Gläubigen zum Gottesdienst nach Bruck. Sie gehörten damals zur Gemeinde Peter und Paul, und der Weg dorthin führte am Ludwigskanal entlang.

1961 Grundstück gekauft

Doch bereits 1961 hatte der damalige Pfarrer Lang ein Grundstück in Eltersdorf gekauft. 1962 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der das Geld für einen Neubau ansparen sollte. Bis es aber soweit war, wurde jeden zweiten Sonntag Gottesdienst im Werkraum der Grundschule gefeiert. Der dafür zuständige Kaplan wohnte zwar in Eltersdorf, allerdings ohne Telefon.

Obwohl das Grundstück vorhanden war, der Kirchenbauverein sparte, zog sich der Kirchenneubau in die Länge. Unter Katholiken in Eltersdorf machte sich "Unmut, Verzweiflung, Unglaube an der Verwirklichung der ersehnten Kirche" breit, wie der Chronist feststellte.

30 Prozent günstiger

Doch als sich 1968 abzeichnete, das der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, von Dauer war, versuchte Pfarrer Lang in Bamberg, den Bau der Kirche in Eltersdorf zu beschleunigen. Weil das Geld knapp war, wurden Fertigbetonteile als Bausteine für die Kirche St. Kunigund genommen. Dadurch wurde die Bauzeit verkürzt und 30 Prozent Kosten gegenüber einer herkömmlichen Kirche gespart.

Am 18. Juli 1970 war es soweit: Weihbischof Martin Wiesend gab der Kirche den Segen. Seither wird diese Weihe alljährlich mit der Kunigundenkirchweih gefeiert. In der Coronapandemie 2020 muss nun nicht nur die Geburtstagsfeier, sondern auch die Kirchweih ausfallen.

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