Erlanger Osten macht "elektromobil"

2.4.2015, 06:00 Uhr
Die VG Uttenreuth wird elektromobil. Neben vier E-Autos, die eigens angeschafft wurden, stehen auch drei Ladestationen zur Verfügung. Vor einer posieren stolz die Bürgermeister (v. l.) Frederic Ruth (Uttenreuth, Birgit Herbst (Spardorf) und Georg Förster (Buckenhof).

© Dieter Köchel Die VG Uttenreuth wird elektromobil. Neben vier E-Autos, die eigens angeschafft wurden, stehen auch drei Ladestationen zur Verfügung. Vor einer posieren stolz die Bürgermeister (v. l.) Frederic Ruth (Uttenreuth, Birgit Herbst (Spardorf) und Georg Förster (Buckenhof).

Wie berichtet haben die Gemeinde je ein Fahrzeug angeschafft, das sie ihren Bürgern zur Anmietung überlassen wollen. Außerdem hat die Verwaltungsgemeinschaft (VG) ein weiteres Elektro-Auto gekauft, das für die Verwaltung der vier VG-Gemeinden für Dienstfahrten zur Verfügung steht. Damit übernehmen die drei Kommunen östlich von Erlangen die Vorreiterrolle in der Elektromobilität.

Mit den Fahrzeugen lassen die Gemeinden ihre Bürger nicht allein. Für die „Betankung“ steht in Buckenhof (Hallerhof), in Spardorf (Nähe Bushaltestelle Kornblumenweg), in Uttenreuth (Parkplatz Marloffsteiner Straße) sowie am VG-Gebäude je ein Stellplatz samt moderner Strom- Ladestation zur Verfügung. Binnen einer halben Stunde können hier die Elektroautos zu 80 Prozent geladen werden.

„Wir fahren mit Ökostrom. Nur so macht das ja Sinn“, betont Uttenreuths Bürgermeister Frederic Ruth beim Pressegespräch in der VG. Den Naturstrom liefert die „N-ergie“. Er freut sich ebenso wie seine Spardorfer Amtskollegin Birgit Herbst, „dass es auf dem Weg zum Elektromobil in der Gemeinde „kaum Hindernisse gegeben hat“. Herbst: „Im Gemeinderat musste nicht so viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.“ In Buckenhof ohnehin nicht, wusste Bürgermeister Georg Förster zu berichten; denn in seiner Gemeinde ist das Pilotprojekt „Elektromobilität für alle“ schon seit 2012 getestet worden.

Nach reiflicher Überlegung und dem Vergleich verschiedener Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller haben sich die VG-Gemeinden für das Modell Renault „Zoe“ entschieden. Dabei handelt es sich um ein reines Elektroauto mit fünf Sitzplätzen, fünf Türen, Kofferraum und hochwertiger Ausrüstung wie Klimaanlage, Navigationssystem oder Rückfahrkamera, versichern die drei Bürgermeister. Der Vorteil, das Elektroauto fährt wie ein benzinbetriebenes Auto, nur geräuschloser.

Und die Gemeinden haben sich kompetente und erfahrene Partner ins Boot geholt. Neben dem Stromlieferanten N-ergie ist das zum Beispiel der Verein CarSharing Erlangen e. V., über den die Bürger die Elektroautos buchen und anmieten können. Das geht per Anruf, aber auch online und per Smartphone über QR-Code.

„Zusätzlich können Interessenten über Flinkster, die CarSharing-Adresse der Bahn online sehen, wann und wo eines der Autos frei ist“, fügt Birgit Herbst hinzu. All das soll den Bürgern das Umsteigen auf das CarSharing erleichtern und viele dazu bringen, auf ein Zweitauto in der Familie zu verzichten. „Das ist natürlich nur eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, den wir vor allem verbessert sehen wollen, wie durch die Stadt-Umland-Bahn“, sagt Georg Förster. Doch sei das Elektroauto mit Blick auf die Zukunft eben ein guter ökologischer Baustein.

Man kann die Elektroautos entweder über das genannte Portal flinkster.de oder via scouter.de buchen. Die Preisgestaltung kann durchaus als „öko-sozial“ bezeichnet werden.

Sie setzt sich aus einem Zeitfaktor und gefahrenen Kilometern zusammen. Zwischen 6 und 24 Uhr kostet ein Fahrzeug 1,10 Euro/Stunde, zwischen 0 und 6 Uhr ist es kostenlos. Pro Kilometer zahlt man bei Kurzstrecken (bis 50km) 0,35 Euro je Kilometer, bei Strecken bis 100 km noch 0,23 Euro/km und ab 101 Kilometer 0,18 Euro/km.

„Wir sind überzeugt, dass das Projekt ,Elektromobilität für alle‘ läuft, wenn die Autos erst mal da sind“ freuen sich Förster, Herbst und Ruth unisono auf den 18. April. Dann dürfen Interessenten das Elektroauto auch mal testen.

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