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Dienstag, 17.09.2019

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Erlanger "Paparazzi" mit höflichem Abstand

Am Samstag wird die Ausstellung "Einblick" des Erlanger Fotografen Julien Fertl eröffnet - 12.10.2017 18:00 Uhr

Seit rund zwei Jahren ist er nun für seine Musiker-Porträts unterwegs. Die Ergebnisse, großformatige Schwarzweiß-Aufnahmen, präsentiert er nun ab Samstag bis zum 11. November im „Bongartz – Musik in allen Formaten“: Hier die in Berlin lebende Amerikanerin Hanna Leess. © Fotos: Foxografie/Julian Fertl


"Ich bin früher oft Musikern, deren Arbeit ich schätze, hinterher gereist. Fast wie ein Paparazzo. Aber immer mit höflichem Abstand", erzählt Julien Fertl und lacht. Vor allem die SingerSongwriter, die Folk-, Rock- und Pop-Musiker haben sein Interesse geweckt. Die erste Band, die er dann vor der Kamera hatte, war die Formation "A Tale of Golden Keys". Fertl erinnert sich: "Ich habe die Musiker bei einem Auftritt in einem Schallplattenladen gehört und war von ihrer Musik begeistert. Ich wollte die Band auch unterstützen. So kamen die Aufnahmen mit mir zustande."

Seit rund zwei Jahren ist er nun für seine Musiker-Porträts unterwegs. Die Ergebnisse, großformatige Schwarzweiß-Aufnahmen, präsentiert er nun ab Samstag (Vernissage ab 19 Uhr) bis zum 11. November im "Bongartz – Musik in allen Formaten" (Hauptstr. 56). "Einblicke" ist der Titel der Schau, die Musiker jenseits der Bühne in den Fokus rückt. Meist arbeitet Fertl mit Tageslicht. "Ich mag Studios nicht, ich möchte die Menschen, mit denen ich mich treffe, nicht einsperren."

Die Fotografien entstanden manchmal beim Essen vorm Konzert oder bei den Künstlern zu Hause. Da blickt den Betrachter beispielsweise ein entspannter David Öllerer alias "Voodoo Jürgens" entgegen, und die Sängerin Hanna Leess präsentiert keck das Tatoo des Peanuts-Pianisten Schroeder auf ihrem Oberarm. Einen langen Tag samt ausgiebigem Spaziergang verbrachte er beispielsweise beim Musiker und Autor Peter "Point" Gruner. Es wurde viel geredet, ehe die Kamera zum Einsatz kam. Fertl ist eben auch ein Freund der Entschleunigung.

Seit geraumer Zeit setzt Fertl auf die analoge Fotografie. Eine bewusste Entscheidung. "Digital-Kameras sind verführerisch. Alles geht schnell, man kommt schnell zu Ergebnissen, und gerade Anfänger glauben schnell, dass sie Fortschritte machen", erklärt der Erlanger. Doch er ist sich sicher: "Analoge Fotografien besitzen mehr Seele."

Julien Fertl wurde 1989 in Corbeil-Essonnes in Frankreich geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule Georg-Simon-Ohm in Nürnberg und legte seine Schwerpunkte in der Ausbildung — nach Beschäftigung mit Grafik-Design und Illustration — schnell auf die Fotografie.

Er lebt und arbeitet als freier Fotograf in Erlangen.

www.julienfertl.de

www.bongartz-musik.de 

S. MÖSSLER-RADEMACHER

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