14°

Donnerstag, 17.10.2019

|

Erste Apotheke für Demenzkranke in Erlangen

Die Mohrenapotheke am Lorlebergplatz schließt sich Fürther Netzwerk an - 07.10.2019 12:00 Uhr

Kundenorientierte Beratung: Theresa Bantele (li.) und Claudia Hiltl haben an einem Fortbildungsangebot des Demenznetzwerks Fürth teilgenommen. © Harald Sippel


Häufig sind die Angehörigen das Sprachrohr von Demenzerkrankten. Wenn es diese nicht gibt, "dann wird es richtig schwierig", sagt Hiltl. Ein geduldiger Ansprechpartner: Das ist es, was dann gebraucht wird. Aber auch für den Umgang mit Menschen mit beginnender Demenz sind die beiden Apothekerinnen sensibilisiert. Die Apotheke ist ein niedrigschwelliger Ort, den viele ohnehin öfter aufsuchen. "Wir haben eine Vertrauensfunktion", sagt Theresa Bantele. Und man bemerke bei langjährigen Kunden auch kleinere Veränderungen und könne dann beratend auf sie eingehen.

Diskretion ist gefragt bei Themen wie Inkontinenz. "Wir sind eine der wenigen Apotheken in Erlangen, die noch Einlagen und Windeln auf Rezept abgeben", erklärt Theresa Bantele. Der Grund ist klar: Der Aufwand ist groß, das Ganze zeitintensiv. In der Apotheke am Lorlebergplatz liegen im Beratungsraum Muster von verschiedenen Marken aus. Der Kunde bekommt nach einem Beratungsgespräch Proben mit nach Hause. "Er darf sich in aller Ruhe durchprobieren", so Bantele.

Neben dem Bereich "Inkontinenz" hat die Mohrenapotheke auch ihr Angebot an Pflegehilfsmitteln für den fortgeschrittenen Demenzbereich ausgebaut: Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel – alles, was für pflegende Angehörige eine Erleichterung bietet. Mit der Diagnose Demenz seien die Angehörigen meist überfordert, weiß Bantele, und für jede Erleichterung dankbar. Auch zum Beispiel dafür, wenn die Apotheke Anlaufstellen für verschiedene Hilfsangebote – zum Beispiel stundenweise Betreuung oder eine Reinigungskraft – nennen kann. 

Beim Demenznetzwerk Fürth gibt es inzwischen die Idee, dass speziell für Demenz geschulte Apotheken den Angehörigen auch Ansprechpartner bei Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände vermitteln könnten – mit Hilfe eines "Beratungsgutscheins". Die Apotheke als Schnittstelle zwischen Patient und der sozialen Betreuung: Dafür könnte man sich auch bei der Erlanger Mohrenapotheke erwärmen.

ek

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen