Unglück in der Hauptstraße

Evakuierte Baiersdorfer hoffen auf Rückkehr in ihre Wohnungen

24.9.2021, 19:20 Uhr
2. Bürgermeisterin Eva Ehrhardt-Odörfer macht sich ein Bild von der Lage.an dem früheren Hotel in der Baiersdorfer Altstadt, dessen Eingang wegen des abgesackten Bodens im Innenhof gesperrt wurde.

2. Bürgermeisterin Eva Ehrhardt-Odörfer macht sich ein Bild von der Lage.an dem früheren Hotel in der Baiersdorfer Altstadt, dessen Eingang wegen des abgesackten Bodens im Innenhof gesperrt wurde. © Foto: Scott Johnston

"Als ich am Abend zurück in meine Wohnung wollte, war die Straße gesperrt. Da herrschte ein ziemlicher Trubel, Überall liefen Einsatzkräfte von Polizei, Rotem Kreuz, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk hin und her. Rasch kamen Schaulustige hinzu und wollten wissen, was da los ist", erzählt eine Nachbarin.

Nach ersten Sicherheitsmaßnahmen inspizierte die Feuerwehr das betroffene Gebäude sowie ein dahinter liegendes Mehrfamilienhaus und kam zu dem Schluss, dass diese einstürzen könnten, was herbeigerufene Baufachberater des THW bestätigten. Die Baiersdorfer Wehr alarmierte daher zusätzlich die Kollegen aus Wellerstadt und Hagenau, um insgesamt zirka 25 Bewohner in Ersatzunterkünfte zu bringen.

Schnell die Kinder geweckt

"Meine Kinder schliefen bereits, als ich sie weckte, damit wir schnell die Wohnung verlassen. Ich überlegte kurz, um wenigstens die wichtigsten Sachen mitzunehmen", berichtet eine Frau mittleren Alters aus dem Haus neben dem ehemaligen Hotel.

Bekannte und Verwandte von ihr waren sofort bereit, Schlafplätze zur Verfügung zu stellen. Für die Evakuierung hat die Baiersdorferin Verständnis: "Was sein muss, muss sein. Hier kann man nichts riskieren!"

Einige der übrigen Bewohner der beiden Gebäude konnten in einem Hotel untergebracht werden. Zudem richtete die Stadt in der Mehrzweckhalle bei der Mittelschule eine Notunterkunft ein, deren Betreuung das BRK übernahm. Die Polizei versiegelte die Eingänge mit Absperrbändern.

Knapp vier Meter brach der Boden in einem Innenhof an der  Baiersdorfer Hauptstraße ein.

Knapp vier Meter brach der Boden in einem Innenhof an der Baiersdorfer Hauptstraße ein. © Sebastian Weber, Kreisbrandirektion

Zwei Männer, die in dem Haus, in dessen Hof der Boden absackte, Apartments gemietet hatten, bedauern, dass sie keine Möglichkeit hatten, mehr Utensilien einzupacken. "Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und mich nicht waschen können. Da ich berufstätig bin, weiß ich momentan nicht, was ich machen soll. Ich benötigte einiges, an das ich derzeit nicht herankomme", sagt einer von ihnen.

Während des Unglücks tagte der Stadtrat im nicht weit entfernten Rathaus. Christian Bühl, der Kommandant der FFW Baiersdorf, informierte 2. Bürgermeisterin Eva Ehrhardt-Ödorfer, die bekanntlich Bürgermeister Andreas Galster seit dessen schweren Unfall vertritt. Eva Ehrhardt-Ödorfer übergab die Leitung der Sitzung umgehend an 3. Bürgermeisterin Dorothea Neubauer, die sie bei der Vertretung unterstützt, und machte sich ein Bild von der Lage.

Ein Sachverständiger untersuchte zusammen mit weiteren Bauexperten und einer Vertreterin des Landratsamts am Freitag das Loch einschließlich des Umfelds. Die Ergebnisse müssen nun ausgewertet werden, weshalb sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen lässt, weshalb der Boden in einem solchen Umfang absackte.

Autos geparkt

Auch den Besitzer des Gebäudes hat das schlimme Ereignis geschockt. Die betroffene Stelle habe als Parkplatz zunächst für zwei Autos gedient, von denen eines jedoch ohne sein Einverständnis weggebracht worden sei.

Er vermutet, dass dadurch ein Ungleichwicht auf der Abstellfläche entstand und der Boden, an dem nun kein Wagen mehr stand, von Regenwasser ausgespült wurde, bis er schließlich einbrach. Neben dem Loch steht weiterhin das zweite Fahrzeug.

Die evakuierten Bewohner schauten am Freitag immer wieder im Rathaus und in der Hauptstraße vorbei, um zu erfahren, wann sie wieder zurück in ihre Wohnungen können, was sich gegenwärtig jedoch noch nicht sagen lässt. Vorerst bleibt die Absperrung bestehen, bis eventuell durch entsprechende Maßnahmen sichergestellt ist, dass keine Gefährdung mehr vorliegt.

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