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Fahrrad-Leichen erschweren das geregelte Abstellen

In den Semesterferien verwandeln sich die Plätze rund um den Bahnhof in einen fast undurchdringlichen Drahtverhau - 10.08.2011 07:00 Uhr

An der Nordostseite des Bahnhofs „schwappen“ die abgestellten Räder trotz entsprechender Hinweisschilder bis in den Straßenraum und bereiten Taxis wie Privatwagen Platzprobleme. © Erich Malter


Bei der Stadtverwaltung ist das Problem bekannt: „Es scheint eine Art Naturgesetz zu sein, dass wir regelmäßig die Fahrradabstellplätze am Bahnhof von der Fund-fahrradstelle der Gesellschaft zur Förderung der Arbeit nach ,Leichen‘ durchsuchen lassen – aber kaum sind diese entfernt, und es ist wieder etwas mehr Platz, sind die freien Plätze wieder dauerhaft besetzt.“ Ordnungsreferentin Marlene Wüstner, die dies fast stoßseufzermäßig sagt, weiß, wovon sie spricht, ist sie doch selbst als Radfahrerin vom Missverhältnis zwischen vorhandenen Rädern und Radabstellplätzen betroffen. Schließlich reichen auch vor dem Rathaus die Stellplätze schon an normalen Tagen selten aus, bei publikumsträchtigen Veranstaltungen im Rathaus oder in der großen oder kleinen Stadthalle hingegen breitet sich der „Drahtverhau“ auf dem Rathausplatz aus.

Mag man sich dort noch damit helfen, dass es sich dabei um eine vorübergehende Erscheinung handelt, ist dies beim Bahnhof anders. Vor allem in den Zeiten der Semesterferien.

Dann sind die regulären Stellplätze am Bahnhof bis auf den letzten gefüllt, dann wird zwischen, neben, nicht selten auch auf den vorhandenen Drahteseln noch einer abgeladen — Hauptsache, das Rad hat ebenfalls Semesterferien. Da spielt es dann auch keine entscheidende Rolle, ob Gänge zugestellt werden, Fahrwege der Taxis versperrt oder eingeengt werden oder Räder, die tatsächlich genutzt werden wollen, fast unerreichbar hinter einer Wand ungenutzter Drahtesel verschwinden.

Notfalls wird abgeschleppt

Aber die Strategie, die die Deutsche Bahn (als Eignerin des Geländes) und die Stadt (und mit ihr die Gesellschaft zur Förderung der Arbeit, GGFA) schon vor Jahren eingeschlagen haben, wird auch diesmal die Reihen lichten: An die Räder werden „Erinnerungszettel“ geheftet, die den Mitarbeitern des Fundfahrrad-Büros anzeigen, wie lange ein Rad nicht genutzt worden ist.

Steht so ein Rad über einen langen Zeitraum und ohne eine Frist zu beachten unverrückt am Stellplatz, wird es abgeschleppt und kann – kostenpflichtig! – bei der Fundstelle der GFA abgeholt werden. Wer auch dies verpasst, hat immerhin noch die Chance, sein Fahrrad bei der nächsten Radversteigerung wieder zu erwerben.

Für die Ordnungsreferentin Marlene Wüstner wären gleichwohl zusätzliche Stellplätze wünschenswert. Zwar weiß sie auch den Stadtrat hinter dieser Forderung, nur sind die Mittel derzeit begrenzt. Platz wäre sowohl auf der Westseite des Bahnhofs als auch am südöstlichen Ende des Bahngeländes vor der Güterhallen-Brücke. Wüstner: „Pläne haben wir viele, nur mit der Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel hapert es noch.“

Peter Milian

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