FAU erhält Schlüssel für den Himbeerpalast in Erlangen

20.12.2020, 06:00 Uhr
Vergangenheit und Zukunft eines Gebäudes: Nach der Übergabe der Immobilie an den Freistatt wurden nun vor dem Himbeerpalast die Flaggen der Universität, der Siemens AG und die weiß-blauen Farben Bayerns aufgezogen.

© Harald Sippel Vergangenheit und Zukunft eines Gebäudes: Nach der Übergabe der Immobilie an den Freistatt wurden nun vor dem Himbeerpalast die Flaggen der Universität, der Siemens AG und die weiß-blauen Farben Bayerns aufgezogen.

Nun hat die Übergabe der Immobilie von der Siemens AG an den Freistaat offiziell stattgefunden – in der Corona-Krise ohne Festakt. "Mit dem neuen Geisteswissenschaftlichen Zentrum Erlangen stellen wir eine der wichtigsten Weichen für die weiteren Standortplanungen der FAU. Zusammen mit den umfangreichen Investitionen in die Technische und die Naturwissenschaftliche Fakultät sowie das Geisteswissenschaftliche Zentrum Nürnberg wird unsere Universität zu einem noch attraktiveren Ziel für Studierende sowie wissenschaftlichen Spitzenkräfte aus der ganzen Welt. Wir bieten ihnen ein modernes Umfeld mit hervorragenden Bedingungen für Lernen, Lehren und Forschen. Denn genau das wollen wir sein: eine Universität, an der sich alle wohl fühlen und an die man gerne kommt", erklärt FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger.

"Wir freuen uns, dass wir den Prozess der Übergabe mit Siemens nun erfolgreich abschließen konnten. Gleichzeitig ist das der Auftrag für uns, mit Hochdruck an die Sanierung des Gebäudes zu gehen. Wir sind zuversichtlich, dass wir die planerischen und baulichen Herausforderungen, die uns in den kommenden Jahren erwarten, im engen Zusammenspiel aller Beteiligten sehr gut meistern werden", sagt Christian Zens, Kanzler der FAU.

Platz für 7000 Studenten

Nach Sanierung, Umbau und Erweiterung wird der Himbeerpalast als Seminar-, Büro- und Bibliotheksgebäude den größten Teil der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie aufnehmen – über 7000 Studenten sowie 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dort Platz finden.

Zudem entstehen in dem Gebäude das neue Sprachenzentrum, eine Cafeteria und ein zentrales Servicezentrum für alle Studentinnen und Studenten der FAU. Auch das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerausbildung wird hier untergebracht.

Die Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie der FAU ist bisher auf eine Vielzahl von großen und kleinen Standorten verstreut. Insgesamt entstehen durch das Bauvorhaben Himbeerpalast über 28 000 Quadratmeter Hauptnutzfläche für die Fakultät und die damit verbundenen Einrichtungen. Dies entspricht fast drei Vierteln des Raumbedarfs der Erlanger Geisteswissenschaften. In einem weiteren Schritt plant der Freistaat auf dem Grundstück Henkestraße 42 die Errichtung eines neuen Hörsaalzentrums. Dort befindet sich die alte Organische Chemie und zwei Hörsäle in Betrieb sind

Das einstige Verwaltungsgebäude war 2018 an den Freistaat Bayern für die FAU veräußert worden, weil Siemens seine Aktivitäten in der Region in den kommenden Jahren Zug um Zug auf dem Siemens Campus Erlangen zusammenführen wird. "Ich freue mich sehr, dass wir mit der FAU einen würdigen Nachfolger in der Nutzung für unser historisches Gebäude gefunden haben", bekräftigt Prof. Dr. Ralf P. Thomas, Finanzvorstand und Mitglied des Vorstands der Siemens AG sowie Siemens-Sprecher in der Metropolregion Nürnberg.

"Der Himbeerpalast bietet ideale Möglichkeiten für die räumliche Neuorientierung der FAU in Erlangen. In günstiger Lage zu wichtigen Einrichtungen der Universität und zum Stadtzentrum schaffen wir in diesem für Erlangen markanten und weit über die Metropolregion hinaus bekannten Gebäude hochmoderne Bedingungen für die Philosophische Fakultät und den Fachbereich Theologie. Hier errichten wir ein neues geisteswissenschaftliches Zentrum für zukunftsweisende Forschung und Lehre. Der Himbeerpalast bleibt damit auch weiterhin ein Ort der Kreativität und der Ideen, an dem Herausforderungen von gesellschaftlicher Relevanz angegangen werden", betont der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler.

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