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Flüchtlingshilfe: Kritik am Kerzen- und Lichterzug in Erlangen

Am Dienstag soll an in Seenot geratene Flüchtlinge erinnert werden - 25.02.2019 17:43 Uhr

Aktion der Erlanger Seebrücke-Initiative am Besiktas-Platz. Bei der Aktion im letzten Jahr wurden etwa 1500 Papierschiffchen ins Brunnenwasser gesetzt — entsprach etwa der Anzahl der in 2018 im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge. © Foto: Sippel


Unter anderem hat der frühere Bundesbauminister Dieter Haack (SPD) erklärt, die Bürgerstiftung würde mit dem "Kerzen- und Lichterzug" ihre Kompetenz als überparteiliche Stiftung überschreiten. Auch der frühere Chef des Kaufhofs, Werner Handwerker hat das Vorhaben kritisiert: "Dem Verein kann man ja gar kein Geld mehr spenden."

Stiftungsrat-Vorsitzender Henning Altmeppen wies darauf hin, dass die Stiftung zu wohltätigen Zwecken für die Erlanger Bevölkerung gegründet worden sei - "und nicht für in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer, auch wenn mir die unendlich leid tun."

Initiator Ernst Stäblein weist diese Kritik zurück: "Es sind ausschließlich humanitäre Gründe für den 'Kerzen- und Lichterzug', der ein Zeichen für in Seenot geratene Flüchtlinge setzen soll". Die Überparteilichkeit der Stiftung werde dadurch nicht verletzt.

Bezeichnung "Kerzenmarsch" sei zu martialisch

Rückendeckung erhält Stäblein vom Vorstandvorsitzenden der Bürgerstiftung Klaus Fella. Nach den Grundsätzen des Verbandes Deutscher Stiftungen sollten sich diese für den Frieden und offene Gesellschaften einsetzen.

Ursprünglich hatte der "Kerzen- und Lichterzug" eigentlich "Kerzenmarsch" heißen sollen, doch diese Bezeichnung sei zu martialisch, sagt Ernst Stäblein. Die Kerzen würde er kostenlos zur Verfügung stellen, wer will kann am heutigen Dienstag ab 18 Uhr auf dem Schlossplatz aber für die "Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Erlangen" spenden. Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik und die beiden Bürgermeisterinnen Elisabeth Preuß und Susanne Lender-Cassens hatten in einem gemeinsamen Schreiben an die Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt, dass die Stadt Menschen, die aus Seenot gerettet worden sind, aufnehmen und ihnen einen „sicheren Hafen“ bieten wolle.


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ugr/emr

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