Freibäder in Erlangen und Umgebung bereiten Saison vor

14.4.2021, 10:30 Uhr
Freibäder in Erlangen und Umgebung bereiten Saison vor

© Harald Sippel

Um der stets hohen Nachfrage der Gäste entgegenzukommen, sollte das Erlanger Röthelheimbad sogar zwei Wochen früher aufmachen als sonst. Das muss jetzt bis auf Weiteres verschoben werden. "Nichtsdestotrotz laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison regulär ab", erklärt Matthias Batz, Bäderchef der Erlanger Stadtwerke. Dazu zähle die Reinigung der Becken, die Inbetriebnahme der Technik oder die Pflege der Grünanlagen. "So können die Bäder auch kurzfristig öffnen."

Sollte es keine neuen Vorgaben für einen Hygieneplan geben, wird das Erlanger Konzept, das sich im letzten Sommer bewährt hat, fortgeführt. Selbst auswärtige Bäder, so Batz, hätten sich an den Erlanger Lösungen orientiert.

Neu ist hingegen ein erweiterter Online-Auftritt, durch den Badegäste schon vorab Tickets für verschiedene Zeitfenster kaufen können – und zwar je nach Bedarf: Früh morgens zum Beispiel sind die Zeiten extra für Schwimmer reserviert, währen der Nachmittag und Abend eher Familien gehören soll.

Niedrige Besucherzahlen

Weil das Reservieren über das Internet gerade älteren Menschen öfter Probleme bereitet, soll für das Röthelheim- und das Westbad auch in diesem Jahr wieder zusätzlich ein kurzfristiger Ticketverkauf vor Ort angeboten werden.

Batz vermutet, dass die Besucherzahlen auch diesen Sommer extrem niedrig liegen werden: Waren es in den Jahren zuvor täglich an die 5000 Gäste, rechnet er heuer mit etwa 1000 Besuchern.

Wasser marsch heißt es hoffentlich bald auch im Wellenfreibad Höchstadt. "Wir machen klar Schiff", meint Bäderchef Hans-Peter Philipp, "damit wir bereit sind, falls wir öffnen dürfen." Wo im Sommer die Gäste ihren Spaß haben sollen, werden Blätter zusammengefegt und die Liegewiese in Form gebracht. Zum Saisonbeginn am 1. Mai soll das Freibad startklar sein. Trotz allem. Philipp hofft, dass die Saison nicht komplett ins Wasser fällt, sondern wenigstens schrittweise die erlaubte Zahl an Badegästen erhöht wird, wie im vergangenen Jahr auch. Das Hygienekonzept habe sehr gut funktioniert.

Das Freibad Herzogenaurach hingegen liegt noch im Winterschlaf. "Wir hängen momentan ja total in der Luft", sagt Bäderchef Patrick Geiger. Freilich passiere derzeit schon viel im Hintergrund, das Freibad wird also technisch auf die Inbetriebnahme vorbereitet. "Aber was die Becken betrifft, warten wir noch ab." Denn wenn die erst einmal abgelassen, gereinigt und frisch befüllt sind, verursacht das laufende Kosten. "Die Aufrechterhaltung der Wasserqualität kostet Geld." Die Mitarbeiter seien deshalb auch nach wie vor in Kurzarbeit.

Freibäder in Erlangen und Umgebung bereiten Saison vor

© Harald Sippel

"Aber alles, was keinen Unterhalt kostet und was wir vorbereiten können, haben wir bereits gemacht oder sind gerade dabei", betont Geier. Dazu zählten beispielsweise kleinere Reparaturen, der Heckenschnitt oder das Prozedere der Registrierung.

13. Mai im Visier

Im Kalender von Martin Walz ist der 13. Mai dick markiert. "Auf diesen Eröffnungstag arbeiten wir für das Freibad in Neunkirchen hin", sagt der Bürgermeister – auch wenn er nicht wirklich damit rechnet, dass es da schon losgehen kann.

Pandemie hin oder her: Die Vorbereitungsarbeiten sind immer aufwendig. Deshalb ist Walz froh, dass er das Hygienekonzept aus dem letzten Sommer aus der Schublade holen und dieses Jahr wieder anwenden könnte. "Das hat sich 2020 super bewährt, wir würden gerne so weiterarbeiten." Drei Kriterien hatte sich die Kommune damals gegeben: Maximal 250 Gäste im Freibad, maximal 40 Schwimmer im großen und nicht mehr als fünf Besucher im Kinder-Becken. "Auch wenn es Kaffeesatzleserei ist, gehe ich fast davon aus, dass dieses Jahr die Vorlage eines negativen Schnelltests hinzukommen wird", glaubt Walz. Im Marktgemeinderat habe man schon überlegt, ob ein eigenes Testangebot direkt am Eingang sinnvoll wäre. Viele hätten nichts dagegen gehabt, aber letztlich sei allen auch klar gewesen, dass dies nur schwer umsetzbar sein würde. Für Antigen-Schnelltests, sagt Walz, gebe es andere Auflagen als für die sogenannten Laientests. Geschultes Personal, Schutzkleidung – Neunkirchen entschied sich am Ende gegen ein Testangebot.

Auf die Frage, ob sich das Öffnen des Freibads für den Fall, dass die Inzidenz-Zahlen nicht merklich niedriger werden, irgendwann nicht mehr rentiert, hat Walz eine klare Antwort: "So ein Freibad ist nicht wirtschaftlich zu betreiben. Letztlich zahlen wir weniger drauf, wenn wir komplett geschlossen bleiben." Aber darum gehe es nicht, so Walz. Und genau deshalb stehe man in Neunkirchen in den Startlöchern.

Freiwillige Mitarbeiter in Heroldsberg

Genauso plant auch Heroldsberg: Das beliebte Schlossbad könnte am 1. Mai loslegen. Auch hier würden die Hygieneregeln aus dem letzten Sommer gelten, allerdings leicht angepasst, nachdem Besucher in der letzten Badesaison noch den ein oder anderen Wunsch geäußert hatten. So soll es fünfmal die Woche ein spezielles Schwimmen am Abend geben, während das Schlossbad an zwei Tagen in der Woche noch früher öffnet als üblich. Statt teurem Security-Personal, das die Einhaltung der Auflagen im Auge behält, setzt die Gemeinde in diesem Sommer allerdings auf die Unterstützung der hauptamtlichen Mitarbeiter durch Freiwillige.

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