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Freies WLAN in der Erlanger Innenstadt zum Shoppen

Freifunk Franken will möglichst flächendeckendes Netz anbieten - 02.06.2016 07:00 Uhr

Mit der Unitcity-App können Geschäfte virtuell auch nach Ladenschluss besucht werden. © privat


„Gemeinsam Online“: So lautete das Motto zur Auftaktveranstaltung zur „Digitalen City-Initiative“. In der Brunnenhalle des Stadtmuseums stellte City-Management Geschäftsführer Christian Frank das Vorhaben in der Innenstadt vor. Das Zusammenwirken von frei verfügbarem, möglichst flächendeckendem WLAN von Freifunk Franken und den Möglichkeiten des Online-Marktplatzes von "Bewegtbild-plus" stellt die Basis der Initiative dar. Der City-Manager lobte den Freifunker Ralph Schlenk als wichtigen Helfer, "ohne ihn hätte es nicht geklappt". Ziel sei es, die gesamte Fußgängerzone und jede Seitenachse der Innenstadt mit WLAN zu versorgen.

Oberbürgermeister Florian Janik ging auf die Bedeutung und das Interesse vieler Einzelhändler zur Initiative ein und gab den Startschuss für WLAN und Online-Marktplatz. Auf Gesetzesebene will der Bundestag die problematische Störerhaftung im Bezug auf freie WLAN Netzwerke abschaffen und damit klare Grundlagen schaffen. Es gelte nun, Netzwerke zu bilden, Wachstum und Begeisterung zu wecken. Die junge Generation ist schon mit dieser Technik aufgewachsen und soll erreicht werden. Ein Dankeschön sprach Janik an die Initiatoren aus, die Umsetzung ginge schneller als erwartet.

"Frei von Limits"

Die Zuhörer staunten nicht schlecht, als Ralph Schlenk von Freifunk Franken zu Beginn seiner Präsentation einen WLAN-Router live installierte, und das kabellose Netzwerk nach wenigen Momenten bereits für die Anwesenden zur Verfügung stand. Nach der Devise "Frei von Werbung", "Frei von Limits" und "Frei von Zugangsbeschränkungen" wollen die Freifunker Vernetzung, Wissen und auch die Demokratisierung der Infrastruktur fördern.

Der geplante Aufbau des W-Lan-Netzes in der Erlanger Innenstadt sieht ein vermischtes Netz zwischen allen installierten Routern vor, wobei nur ein Gerät über einen breitbandigen Internetzugang verfügen muss. Freifunker-Kollegen aus Fürth haben auch eine Methode zur Versorgung von zwei Flüchtlingsunterkünften über weitere Distanzen mit Richtfunk-WLAN realisiert.

Nachhaltige Belebung der Innenstadt

Derzeit umfasst das Netzwerk 35.000 Zugangspunkte, das Wachstum ist stark. Die Freifunker treten mit ihrem Angebot jedoch nicht als Dienstleister auf, es handle sich auch nicht um ein kommerzielles Angebot. Basierend auf dem Freifunk-Netzwerk hat Herbert Galster als Geschäftsführer von "Bewegtbild-plus" das Pilotprojekt "Online Marktplatz erlebnis-erlangen.de" ins Leben gerufen. Die Initiative im Rahmen des Unitcity-Netzwerks zielt auf eine nachhaltige Belebung der Innenstadt, Stärkung lokalen Einzelhandels sowie Dienstleistern, Gastronomen und Veranstaltern ab.

Mit der zugehörigen Unitcity-App können Kundenfragen wie Was, Wer und Wo bei Produktwünschen direkt vor Ort beantwortet werden. Schaufenster verwandeln sich in Show-Fenster, die interaktiv mit Beacons, QR-Codes oder Bilderkennungstools auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten Einblick in das Produktportfolio und Antworten auf verschiedenste Kundenanfragen liefern.

Interaktive Stadtkarte mit Einzelnhändlern

Die Vorzüge der individuellen Marketing-Programms umfassen auch Zeit- und Kostenersparnisse durch ein Marketing-Cockpit. Ein wichtiger Teil sind die 360-Grad-Panoramen. Mit den Schlagworten erweiterte und virtuelle Realität umfassen sie sowohl interaktive Innen- als auch Außenpanoramen mit anwählbaren Fenstern. Attraktive Angebote können so einfach eingebunden und mit weiteren Informationen für die Kunden gefüttert werden.

Es existiert ebenfalls eine interaktive Stadtkarte, die eine Übersicht der teilnehmenden Einzelhändler enthält und in der Details zu den Elementen aufgerufen werden können. Man will neben der Schaffung von Mehrwerten für Kunden und Anbieter vor allem auch eine Stärkung gegenüber der Konkurrenz von Amazon, Zalando & Co. erwirken.

Galsters Blick in die digitale Zukunft sieht schon etwa zum Erlanger Herbst eine Startphase von mehr als 100 Mitgliedern vor, um den virtuellen Marktplatz online zu schalten. 

Christian Lindner

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