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Donnerstag, 25.04.2019

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Gärtner öffnen ihr Reich in Heroldsberg

Ort stand im Blickpunkt beim Tag der offenen Gartentür im Landkreis ERH - 29.06.2017 06:00 Uhr

Gruppenfachsimpeln im „Betzngarten“ (vorn v. li.): Bürgermeister Johannes Schalwig, Landrat Alexander Tritthart, Christl Betz, 2. Bürgermeister Udo Stammberger, 3. Bürgermeister Eberhard Brunel-Geuder und Theodor Betz . © Foto: Georg Heck


Vier Gartenbesitzer im Landkreis Erlangen-Höchstadt gewährten facettenreiche Einblicke in ihr Gartenreich. Die zentrale Eröffnungsaktion zum "Tag der offenen Tür" mit Landrat Alexander Tritthart fand im "Betzngärtla" der Familie Christl und Theodor Betz, Bühlweg 14, in Heroldsberg statt.

Imposant ist schon der Garten-Eingang mit einem mächtigen alten schmiedeeisernen Gartentor, dem Gesellenstück eines Schmiedes. Der "Betzngarten" ist ein 100 Jahre alter Obst- und Selbstversorgergarten mit prächtigen Blumen- und Gemüsebeeten, mit Beerensträuchern und Stauden, alles aus eigener Anzucht, der von den Besitzern mit großer Leidenschaft gepflegt und bearbeitet wird. Theodor Betz hat dabei zur Info für die vielen Besucher die 80 Aussaaten seines Nutz- und Ziergartens eindrucksvoll akkurat aufgelistet.

"Ich beneide Sie"

Landrat Alexander Tritthart, mit einer Entourage von Fachleuten der Kreisverwaltung angerückt, dankte den Gartenbesitzern und zollte allgemein großes Lob, "dass sie immer wieder Einblicke in ihr privates Gartenleben gewähren". Er fand den Garten der Familie Betz "Klasse", "ich beneide sie um ihr Gartenreich", sagte der Kreischef wörtlich.

In Anwesenheit von mehreren Kreis-und Gemeinderäten zeigte sich Heroldsbergs Bürgermeister Johannes Schalwig stolz über die überregionale Veranstaltung im östlichen Landkreis, mit zwei teilnehmenden Gärten in Heroldsberg. Mit Überzeugung schätzt er besonders, "dass mein Heroldsberg sehr viel Wert auf Grün legt". Fast schon begeistert schwärmte er, dass die Gemeinde ihrerseits große Anstrengungen unternehme, und nach und nach entlang der Gründlach viele Gebiete erworben und entsprechend naturnah gestaltet habe.

Auch der Vorsitzende des Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Erlangen-Höchstadt, Otto Tröppner, zeigte sich beeindruckt von den Heroldsberger Gärten und vom beachtlichen Publikumsinteresse. Gleichermaßen erfreut zeigte sich Jutta Sulzer, die Leiterin des Fachbereichs Gartenbau im Landratsamt, zuständig für diese kreisweite Veranstaltung.

Quasi als Ouvertüre wurde auf Initiative des Gartenbesitzers gemeinsam die erste Strophe des bekannten geistlichen Sommerliedes von Paul Gerhardt "Geh aus, mein Herz, und suche Freud" angestimmt und gesungen. Theodor Betz zeitlebens in und mit seinem Garten verwurzelt referierte mit Hingabe über seine "Kapuzinerla" und andere interessante pflanzliche Erfolge. So dürfen vor allem der Mohn und der Sommerrittersporn wachsen wie sie aus der Erde kommen, so entstand ein richtiger Blumenwald. Interessierten erklärte er gern, wie er Blumen und Gemüse selbst heranzieht.

Eine ganz andere Garten-Sichtweise offeriert der zweite Heroldsberger Garten der Familie Gertraud und Heinz Bezold in der Schustergasse 11, er ist in Gänze der "Königin der Blumen", der Rose mit Begleitpflanzen, im Sinne eines Traumgartens gewidmet. Ein vor zehn Jahren umgestalteter, imposanter artenreicher Ziergarten mit über 140 verschiedenen und verschiedenfarbigen Rosensorten. Der Anblick der Pracht der vielen Rosen teils schon verblüht oder gerade in voller märchenhafter, in der Farbe vielfältigen Blüten, verschieden drapiert (Bogen, Pergola und Pavillon) hat ungewollt jedermann ins Erstaunen versetzt.

Beim Namen genannt

Absolut beeindruckend, Gartenbesitzer Heinz Bezold kennt die Namen aller seiner Rosen; er wusste auch über ihre Eigenheiten zu berichten, mit exaktem Standortplan und einem genauen Verzeichnis mit Namen und Zahlen zu den verschiedenen Rosenarten. Die beiden Rosenfachleute blieben keine Frage schuldig und erzählten aus ihrer reichhaltigen Erfahrung. Vorherrschendes Thema war dabei Art und Zeitpunkt des Rosenrückschnittes, die Pflege und der Kampf gegen Ungeziefer.

Im Landkreiswesten zeigten auch zwei Gärten den Besucherinnen und Besuchern ihre Vorzüge. Die Familie Hofmann, Hochstraße 24, in Heßdorf-Untermembach präsentierte einen Naturgarten mit der Vorliebe für Gemüse, Beeren- und Streuobst und das spezielle Verarbeiten der vielen Gewürzkräuter.

Einem vielfältigen, großen Garten mit dazugehörendem altem Eichenwald, mit Fischteich, Obstbäumen und jeder Menge Gemüseanbau hat sich die Familie Hausmann, Rezelsdorfer Str. 26 in Weisendorf-Rezelsdorf verschrieben. Auch im westlichen Teil des Landkreises fanden die Gärten große Beachtung. 

GEORG HECK

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