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Grenzwerte strenger als in der Schweiz

Stadtrat-Ausschuss diskutiert über Mobilfunk in Eltersdorf - 09.12.2010 19:02 Uhr

Mit dem Aufstellen des Mobilfunkmasts in der Eltersdorfer Webichgasse begann der Streit im Ort. Jetzt hatte die SPD beantragt, dass die Stadt die Mobilfunkgegner unterstützt und fand keine Mehrheit. © Klaus-Dieter Schreiter


Felizitas Traub-Eichhorn begründete den SPD-Antrag damit, dass es „uns interessieren sollte, wenn Leute gegen einen Mobilfunkmast demonstrieren.“ In Eltersdorf sei deshalb „viel Porzellan zerschlagen worden“. Das Beispiel der Gemeinde Uffing am Staffelsee zeige, dass es Kommunen durchaus gelinge, Mobilfunkmasten nicht bauen zu lassen. Uffing sei es gelungen, einen Mobilfunkmasten wieder abmontieren zu lassen. Auch wenn das Uffinger Beispiel „nicht 1:1 übertragen werden könne, „sollten wir daraus lernen, auch wenn der Kampf vielleicht nicht erfolgreich ist“.

Marlene Wüstner, Referentin für Recht, Ordnung und Umweltschutz, wies darauf hin, dass die Mobilfunkbetreiber in Erlangen, „im gesamten Stadtgebiet die Schweizer Grenzwerte einhalten“. Es würden in der Stadt sogar strengere Kriterien angelegt werden: „In der Schweiz werden Einzelmessungen vorgenommen, wir messen in Erlangen alle örtlichen Mobilfunkimmissionen“. Der „Runde Tisch“ habe sich bewährt.

Auch Jörg Volleth (CSU) macht den Mobilfunkgegnern in Eltersdorf keine Hoffnung auf Unterstützung durch die Stadt: „Im Internet rumsuchen, macht zwar Hoffnung, aber der Mast in Eltersdorf ist baurechtlich nicht zu beanstanden“. Man müsse vielmehr den Bürgern sagen, „dass es nun mal so ist, dass die Nutzung von Handys zunimmt“.

Für Beirat Prof. Gerhard Steeger ging es nicht um die gemessenen Grenzwerte, „weil wir keine vernünftigen Grenzwerte haben“. Weil niemand etwas über die Wirkung von Strahlen weiß, „machen wir Experimente mit der Bevölkerung“. Die Verantwortung liege beim Bund, „die Leute vor Zwangsverstrahlung zu schützen“.

Beirat Karl-Peter Frohmader wollte wissen, wie viele Bürger von Eltersdorf eigentlich ein Handy nutzen. Auch gab er zu bedenken, dass ein neuer Mast außerhalb der Ortschaft die „doppelte Sendeleistung“ brauche. Marlene Wüstner sagte zu, sich bei den Mobilfunkbetreibern nach den Zahlen aus Eltersdorf zu erkundigen, machte aber wenig Hoffnung, das wegen des Datenschutzes entsprechende Angaben auch gemacht werden würden.

Für Harald Bußmann (Grüne Liste) ist es ein „Faktum, dass es in Eltersdorf Gräben gibt“. Deshalb müsse die Stadt die Widersprüche aufklären. Den Gegnern des Mobilfunks „nach dem Wort zu reden“, könne aber nicht der Maßstab sein.

Egbert M. Reinhold

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