Großzügiges Erbe in Baiersdorf wird Heimathaus

24.9.2016, 06:00 Uhr
Das Frauenzimmer im ersten Stock des Hauses enthält neben alten Einrichtungsgegenständen auch zwei Puppen in alten Trachten.

Das Frauenzimmer im ersten Stock des Hauses enthält neben alten Einrichtungsgegenständen auch zwei Puppen in alten Trachten. © Harald Sippel

„Gewusst haben wir’s schon länger, dass das Haus uns zugedacht ist,“ erzählt Monika Hofmayer, Vorsitzende des Heimatvereins, „aber notariell geerbt haben wir das Haus in diesem Frühjahr.“ Das Erbe der Familien Weinkötz und Kupfmüller das auf Elisabeth Haas übergegangen ist, hat diese – selbst Mitglied im Heimatverein – dem Verein versprochen, wenn sie einmal sterbe. Nun ist Elisabeth Haas gestorben und hat ihre Zusage wahr gemacht.

Seit sieben Jahren darf der Heimatverein das Obergeschoss des Hauses Rathausplatz 4 nutzen — solange hat Elisabeth Haas nur noch das Erdgeschoss bewohnt. Im ersten Stock haben Vereinsmitglieder die Räume bereits in Absprache mit der Denkmalpflege renoviert — ein Frauen- und ein Männerzimmer eingerichtet. Beide Zimmer wurden mit dem ältesten erkennbaren Anstrich in Blau versehen und mit alten Möbeln eingerichtet. Im Damenzimmer stehen zudem zwei Puppen mit alten Trachten.

Jetzt werkeln sie wieder, die fleißigen Helfer. Monika Hofmayer strahlt vor Freude. „Es ist eine große Aufgabe, das Haus herzurichten, aber auch eine schöne Aufgabe.“ Und es sei ein Arbeiten Hand in Hand mit den Genehmigungsbehörden wie Stadtverwaltung, Landratsamt und Denkmalschutz, ergänzt ihr Mann Peter Hofmayer.

Das künftige „Heimathaus“ mit Bezug auf die Familie Kupfmüller soll neben den vorhandenen beiden Schauräumen und dem Vereinsraum im Obergeschoss nun auch Schauräume im Parterre erhalten. Die bisherige Küche von Elisabeth Haas bleibt auch beim Heimatverein Küche. Das bisherige Bad soll nur als Toilette mit Duschmöglichkeit genutzt werden. Eventuell wird davon ein Garderobenraum abgetrennt.

Das Haas’sche Schlafzimmer wird als Kinderzimmer mit Puppenstuben, altem Spielzeug und Kinderwagen hergerichtet. Das Nebenzimmer des einstigen Schlafzimmers wird für einen Ladeneinbau vorbereitet, den Laden von Betty Rösch, wenn es nach dem Heimatverein geht. Dazu soll es einen direkten Eingang und ein Schaufenster vom Kirchenplatz aus geben. Wenn der Laden nicht erhältlich ist, kommt als Alternative eine Trachtenausstellung in den Raum.

Das bisherige Wohnzimmer wird mit teils alten Möbeln als Herrenzimmer Kupfmüller hergestellt, soll aber auch für kleine Veranstaltungen wie Lesungen dienen. Es bietet dann wahrscheinlich zirka 25 Personen Platz.

Besonders freut sich der Heimatverein über die Zusage des Nachbarn Dieter Haas, den Innenhof gelegentlich für Konzerte oder Lesungen nutzen zu dürfen. Im Übrigen wird das Heimathaus zu besonderen Festen wie dem Krenmarkt geöffnet sein oder auch für den Besuch von Schulklassen.

Damit schenkt der Heimatverein der Stadt ein weiteres Schmuckstück nach der Restaurierung unter anderem des Jungferlakellers und des Ladens Betty Rösch, den Gedenksteinen, -tafeln und Brunnen. So teilt der Heimatverein seinen frisch erworbenen Reichtum mit allen Baiersdorfern.

 

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