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Grundstück für THW-Neubau in Erlangen gefunden

28.7.2021, 14:30 Uhr
Die Firma Kempe hat dem THW ein 6.735 Quadratmeter großes Grundstück auf Erbpacht überlassen. 

Die Firma Kempe hat dem THW ein 6.735 Quadratmeter großes Grundstück auf Erbpacht überlassen.  © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Die Liste der Mängel in der THW-Unterkunft an der Zimmermannsgasse in Bruck ist lang. So sind beispielsweise die Garagen zu kurz und zu niedrig, so dass die Sicherheitsabstände darin nicht eingehalten werden können. Außerdem fehlen die vorgeschriebenen Abgasabsauganlagen, und einige teure Fahrzeuge müssen wegen fehlender Garagen sogar im Freien stehen. Zudem sind die Sanitär- und Umkleideräume viel zu klein und nicht mehr zeitgemäß. Für Frauen sind gar keine vorhanden. Auch einen Funk- und Technikraum gibt es nicht.

Diese Liste, die noch nicht einmal vollständig ist, zählte der Vorsitzende des Förderungsvereins, Johannes Wendland, den Beiräten seines Vereins während der jüngsten Sitzung auf. Darunter waren Innenminister Joachim Herrmann, die beiden Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich und Stefan Müller, und Bürgermeister Jörg Volleth. Die hörten aufmerksam zu und nahmen auch die freudige Nachricht auf, dass es nach langem Hin und Her gelungen ist, ein geeignetes Grundstück für einen Neubau zu finden. Denn auf dem jetzigen Grundstück, das dem Bund gehört und vermarktet werden soll, darf wegen der Nähe zur Autobahn A73 nicht weiter gebaut werden.

Verantwortlich für die Liegenschaften des Bundes und auch des THW ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Mit der zu verhandeln scheint nicht ganz so einfach zu sein. Jedenfalls machte Johannes Wendland deutlich, dass das Erlanger THW bereits seit 2013 mit der BImA versucht, eine neue Unterkunft zu bauen. 2018 hatte der Landesverband des THW die BImA beauftragt, ein Grundstück zu suchen.

Firma Kempe unterstützt

Bereits damals war klar: Die Firma Kempe, die THW und Feuerwehr bereits seit Jahren großzügig unterstützt, hat ein passendes zur Verfügung. Im Jahre 2019 begann die BImA die Verhandlungen mit Kempe, der Förderungsverein vermittelte dabei.

Im März dieses Jahres fand dann die lang ersehnte Vertragsunterzeichnung zwischen der Firma Kempe und der BImA statt. „Juristisch war das eine intensive Klärung und Herausforderung“, sagte Wendland. Er dankte vor allem den Förderungsvereins-Beiräten Katharina Kempe und Kempe-Geschäftsführer Karsten Reichl für ihr Durchhaltevermögen bei den Verhandlungen mit der BImA. „Andere Vertragspartner wären längst abgesprungen“, stellte Wendland fest. Das Ergebnis ist ein Erbpachtvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren und der Möglichkeit, ihn um zweimal zehn Jahre zu verlängern.

Das Grundstück liegt an der Hilpertstraße 27 und ist 6735 Quadratmeter groß. Geplant sind zunächst ein modernes Unterkunftsgebäude mit 14 Garagen, einer 86 Quadratmeter großen Lagerbox, einem Waschplatz und einer Arbeitsgrube. Weil der Bund nur für die eigenen Fahrzeuge Garagen baut, das Erlanger THW aber acht vom Förderungsverein beschaffte Fahrzeuge besitzt, muss er dafür die Garagen auch selbst bauen. Dafür ist bereits Platz vorgesehen. „Wenn alles gut läuft, kann es schnell gehen“, frohlockte Johannes Wendland. Wann das Staatliche Hochbauamt allerdings mit den Planungen beginnt, ist noch nicht klar.

Er und die 299 THW-Kameradinnen und Kameraden aber wollen dran bleiben und Druck machen. Immerhin haben sie allein im Jahre 2020 für Einsätze im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie 570 000 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet. Insgesamt sind es im vergangenen Jahr 1 200 000 ehrenamtliche Einsatzstunden gewesen. Als „Belohnung“ für diese unbezahlbaren Einsätze wünschen sie sich nicht mehr als eine „ordentliche“ Infrastruktur.

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