Warnung vor Klimakrise

"Health 4 Future" Erlangen: "Gesundheitssystem ist nicht zukunftssicher"

29.7.2021, 10:30 Uhr
Mit einem Stand vor der Palmeria der Uniklinik in Erlangen macht die Ortsgruppe von

Mit einem Stand vor der Palmeria der Uniklinik in Erlangen macht die Ortsgruppe von "Health 4 Future" darauf aufmerksam, dass Gesundheit ohne Klimaschutz nicht funktioniert.  © Harald Sippel, NN

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands könnte endgültig ein Weckruf sein. Das jedenfalls hoffen die Mitglieder der Ortsgruppe "Health 4 Future" in Erlangen. Die Menschen seien sensibler geworden für notwendige Änderungen, meinen sie.

Dass die Klimakrise auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und letztlich auf die Gesundheitsversorgung hat, möchten sie insbesondere auch medizinischem Personal vermitteln. Und: "Wir wollen die Leute einladen, sich bei uns einzubringen", sagt die Ärztin Ursula Hahn, die sich bei "Health 4 Future" engagiert.

"Health 4 Future" in Erlangen setzt sich ein für die Aufklärung über Ursachen und Folgen der Klimakrise sowie für eine klimagerechte Gesundheitsversorgung. "Die Anpassung an die Klimakrise gelingt durch Hitzeaktionsplänen, Personalentwicklung, baulichen Schutz vor extremen Wetterereignissen und mit einer Prävention der Krankheitslast, die mit der Klimakrise zusammenhängt", heißt es bei der Ortsgruppe.

Mehr Erkrankungen und Allergien

So seien Allergien und Lungenerkrankungen, Hitze-Kranke, Beeinträchtigungen der mentalen Gesundheit, tropische Infektionskrankheiten unmittelbare Auswirkungen der klimatischen Veränderungen, die in Zukunft den Gesundheitssektor immer stärker beschäftigen werden.

Die Klimakrise beschleunige sich, heben die Aktivisten hervor, "in den letzten Jahren haben sich extreme Dürrejahre mit Starkwetterereignissen abgewechselt, gefolgt von Flutkatastrophen". Sie seien eine Folge der Erderwärmung sowie der zunehmenden Versiegelung und Umnutzung unserer Landflächen. "Aktuell haben die Konsequenzen sehr hart die Bevölkerung im nordwestlichen Deutschland getroffen. Auch die medizinische Versorgung ist aktuell gefährdet: viele Praxen und Kliniken dort wurden beschädigt oder vernichtet."

Antibiotikamissbrauch

Auch das Gesundheitssystem selbst trage in Ländern wie Deutschland rund fünf Prozent der Treibhausgasemissionen bei durch Lieferketten, Aerosole, Medikation, Verkehrsaufkommen, Plastikverbrauch. Hinzu kämen unzureichende Präventionsmaßnahmen für Pandemien und der Antibiotikamissbrauch, aber auch übermäßiger Fleischkonsum.

"Unser Lebensstil ist nicht nachhaltig, unser Gesundheitssystem ist nicht zukunftssicher. Das muss auf den Prüfstand", fordert "Health 4 Future".

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