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Dienstag, 15.10.2019

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Hebammenzentrale in Erlangen geht an den Start

Einrichtung beim Kinderschutzbund für Stadt und Landkreis Erlangen-Höchstadt - 10.05.2019 06:00 Uhr

Die Freude bei den Hebammen über die Zentrale ist groß. Sie erhoffen sich eine Entlastung bei der Büroarbeit, damit sie sich mehr ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden können — zum Vorteil von (werdenden) Müttern und Neugeborenen.


Um eines klarzustellen: Nicht nur werdende Mütter - und Väter - können sich freuen, dass es jetzt für Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt eine Hebammenzentrale gibt, sondern auch die Hebammen selbst. Wie sehr das Projekt eine Herzensangelegenheit - und noch dazu eine langersehnte - ist, zeigte sich beim Eröffnungsfest. Denn da wurde es in den Räumen des Kinderschutzbundes richtig eng.

Mickrigen Bezahlung und zunehmenden Bürokratie

"Dran" sind künftig vor allem die beiden Koordinatorinnen der Hebammenzentrale, Ricarda Lutschtinetz und Angelika Wechsler. Beide sind selbst Hebammen mit langjähriger Berufserfahrung, und beide wissen, mit welchen Problemen Freiberuflerinnen zu kämpfen haben. Abgesehen von der mickrigen Bezahlung und den Schwierigkeiten, einen Versicherer zu finden, sowie der zunehmenden Bürokratie sind es vor allem die Arbeitszeiten, insbesondere die erforderliche ständige Bereitschaft, die den Hebammen das Leben schwer machen.

Mindestens 25 freiberufliche Hebammen sind in Erlangen, noch einmal genauso viele im Landkreis Erlangen-Höchstadt tätig, und viele von ihnen kamen zur Eröffnung der Hebammenzentrale beim Kinderschutzbund in der Strümpellstraße. © Foto: Eva Kettler


Mit eigener Familienplanung wird es schwierig, die Burnout-Gefahr ist hoch. Doch das soll nun besser werden. Künftig wird das Projekt eine Vertretungsregelung ermöglichen. Und die beiden Koordinatorinnen werden ihre Kolleginnen entlasten, indem sie ihnen viel Organisatorisches abnehmen. Die werdenden Eltern wiederum haben künftig eine zentrale Anlaufstelle, über die sie sich eine Hebamme vermitteln lassen können.

Das Kooperationsprojekt von Stadt und Landkreis wird durch Fördergelder des bayerischen Gesundheitsministeriums in Höhe von rund 61 000 Euro ermöglicht, für die Bewerbung um die Förderung hatten das staatliche Gesundheitsamt und die Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus eng mit den Hebammen zusammengearbeitet.

"Das zeigt deutlich, dass ein Nerv getroffen ist"

Landrat Alexander Tritthart nennt das Projekt bereits jetzt ein "Highlight der Gesundheitsregionplus". Die Eröffnung sei ein "wirklich wichtiger und schöner Termin", sagte er und lobte die Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis. Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik wies darauf hin, dass der Nachbarlandkreis Forchheim bereits Interesse an dem Projekt signalisiert habe. "Das zeigt deutlich, dass ein Nerv getroffen ist."

 

VON EVA KETTLER

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