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Heftige Diskussion: StUB spaltet ÖDP in Erlangen

Grille schlägt neuen Namen "Stadt-Stadt-Stadt-Bahn" vor - 13.02.2016 05:58 Uhr

Uneins: Die ÖDP Erlangen (hier ein Wahlplakat aus dem Jahr 2014) findet zur StUB keine einheitliche Linie. © Mark Johnston


Während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der ÖDP sollte eine mehrheitsfähige Haltung des Kreisverbandes gefunden werden. Das ist aber nicht gelungen.

Nicht Frank Höppel sprach für die StUB, sondern Hans-Thomas Benz von der Bürgerinitiative für Umweltverträgliche Mobilität Im Schwabachtal. Er hob die Pluspunkte einer Verlängerung der Straßenbahn von Nürnberg über Erlangen nach Herzogenaurach hervor, ging auf die technischen Vorteile ein und erläuterte den volkswirtschaftlichen Nutzen.

Benz machte auch noch einmal deutlich, dass auf die Stadt nicht die immer wieder in den Raum gestellten 302 Millionen Euro zukommen werden, sondern ein Eigenanteil von voraussichtlich 42 Millionen. Dieser Betrag wird zudem wegen der langen Bauzeit über mehrere Haushaltsjahre gestreckt.

Kritik von Stadträtin Grille

Gegen die StUB sprach ÖDP-Stadträtin Barbara Grille. Sie findet schon den Namen irreführend, schlägt "Stadt-Stadt-Stadt-Bahn" vor. Außerdem finde sie die Streckenführung "vollkommen idiotisch" und befürchtet, dass in Tennenlohe ohnehin kein Platz für eine StUB vorhanden ist.

Außerdem, meint die Stadträtin, sei eine StUB nicht behindertengerecht und würde den Bussen die Fahrgäste wegnehmen, was ein "Eindampfen" des Bussystems zur Folge hätte. Grille wies auch darauf hin, dass sie bereits vor dem Eintritt in die ÖDP gegen die StUB gewesen sei. "Die Partei ist so weit belastbar, dass auch andere Meinungen akzeptiert werden".

Frage nach den Kosten

Immerhin hat sich der ÖDP-Kreisvorstand mit fünf gegen eine Stimme für die StUB ausgesprochen, propagiert also ein "Nein" beim Bürgerentscheid. Auf dieser Linie ist auch Frank Höppel. Er sieht vor allem keine Konkurrenz zwischen der StUB und dem existierenden Bus- und Bahnsystem sondern eine sinnvolle Ergänzung. Für Höppel ist die StUB ein "ökonomisches Verkehrsmittel". Den bislang vorgesehenen Trassenverlauf sieht er auch deshalb positiv, weil sich neue Siedlungsgebiete entwickeln könnten. Er werde beim Bürgerentscheid mit "Nein" stimmen, aber das sei kein Freibrief für die StUB, sondern solle erst einmal die Planungen ermöglichen, sagte er. "Ich will wissen, was das wirklich kostet".

In der Diskussion wurde es dann teilweise emotional und auch laut. Dabei wurde Barbara Grille von dem langjährigen ÖDP-Mitglied Christian Ullmann heftig angegangen. Aber letztlich drehte sich die Diskussion im Kreis, und so gab es auch kein eindeutiges Ergebnis, als der stellvertretende Kreisvorsitzende Manfred Reinhart abstimmen ließ. Sieben ÖDP-Mitglieder hoben die Hand gegen die StUB, sechs dafür.

Wie Reinhart den EN auf Nachfrage sagte, seien von den zwei Dutzend anwesenden "nur zwei oder drei" keine ÖDP-Mitglieder gewesen, was bedeute, dass mehrere Parteimitglieder ihre Meinung nicht kundgetan hätten. Er selbst, so Reinhart, habe als Moderator der Veranstaltung auch nicht die Hand gehoben. Er sei aber klar für die StUB.

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Alles, was Sie über die StUB wissen müssen

Die StUB ist das wohl meistdiskutierte Großprojekt in der Metropolregion, und das schon seit Jahren. Doch worum wird eigentlich so sehr gestritten? Wohin soll die StUB einmal fahren, wer bezahlt das Vorhaben - und was wären die Alternativen? Unsere Bildergalerie hat die Antworten.


Weil die Meinung innerhalb der Partei so zerrissen ist, werde die ÖDP sich nicht öffentlich positionieren, jedoch würden einzelne Mitglieder weiterhin bei der Allianz pro StUB mitarbeiten, sagte Reinhart den EN. Das sei nun "ein ziemlicher Spagat". 

Klaus-Dieter Schreiter

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