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Donnerstag, 17.10.2019

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Historische Löschfahrzeuge der Feuerwehr Bubenreuth

Mitglieder pflegen Magirus Deutz von 1962 und Löschhandwagen von 1881 - 27.02.2019 18:00 Uhr

Das Löschfahrzeug aus dem Jahr 1881 mit Glocke und Schlauchhaspel, die hinten angehängt wird, ist ein Blickfang.


Eine alte Drehleiter wollte der Vorsitzende des Bubenreuther Feuerwehrvereins, Jochen Schuster, den Erlanger Nachrichten präsentieren. Sie hatte ihren Dienst im Jahre 1962 bei der Feuerwehr Zirndorf angetreten, wurde dann 1985 nach Bubenreuth "versetzt".

Im Jahr 1881 für 600 Mark gekauft 

Beim Herausfahren dieses historischen Fahrzeugs aus der selbst gebauten Garage kam dann aber ein "Fahrzeug" zum Vorschein, das bislang noch gar nicht groß in Erscheinung getreten war: Eine Löschmaschine, die die Gemeinde im Jahre 1881 für 600 Mark gekauft hatte. "Die seinerzeitige Anschaffung wurde als erheblicher Fortschritt bezeichnet", strahlt Jochen Schuster, und zieht das schwere Gefährt mit Muskelkraft von Hand wie einen Leiterwagen ganz stolz in den Hof der Feuerwache. Schläuche und eine recht kurze Leiter sind darauf, und sogar eine 28 PS-Motorspritze.

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Feuerwehr-Oldtimer in Bubenreuth glanzvoll restauriert

Die Feuerwehr Bubenreuth restauriert alte Löschfahrzeuge. Ein Magirus Deutz aus dem Jahr 1962 leuchtet in Hochglanz und ist auch technisch up to date. Ohne Mängel kam das Fahrzeug jüngst durch den TÜV. Noch älter ist ein Löschhandwagen, er stammt von 1881 und ist allemal ein Blickfang, zumal er statt einer Alarmsirene noch eine Alarm-Glocke hat.


Die wurde allerdings erst 1943 angeschafft und 1949 auf den hölzernen Handwagen draufgebaut. Dazu gibt es auch eine Schlauchhaspel, die hinten drangehängt werden kann. Ein Martinshorn gab es damals noch nicht, darum hängt vorne eine schmucke Glocke an einem Bügel. Die wurde offenbar schon 1841 gegossen, jedenfalls ist dieses Datum mit in die Glocke eingegossen worden. Prima erhalten ist dieser historische Leiterwagen, aber trotzdem will der Feuerwehrverein ihn noch weiter herrichten.

Bereits ganz hervorragend restauriert ist das Drehleiterfahrzeug aus dem Jahr 1962. So nagelneu, wie es jetzt aussieht, war es aber nicht immer. Ziemlich viel Rost hatte es angesetzt, als es nach der Ausmusterung das Rentnerdasein im Museum der Berufsfeuerwehr Nürnberg verbrachte. Die Bubenreuther Feuerwehrfreunde haben es aber vor einigen Jahren wieder zurück in die Heimat geholt und von Grund auf restauriert.

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Es wurde entrostet, frisch lackiert und so fachmännisch repariert, dass es sogar beim TÜV ohne Mängel durch die Prüfung kam. Dafür war es auch notwendig Blinker einzubauen, aber die historischen Winker wurden drin gelassen und funktionieren noch immer prima. Die vier Fanfaren für die Sondersignale bei einer Alarmfahrt sind nicht nur blank gewienert, sie können noch immer ein fürchterliches Tatütata durch Bubenreuth blasen.

Die Drehleiter könnte sogar noch mit zum Einsatz fahren

Ohne Probleme lässt sich die 25 Meter lange Leiter ausfahren, und der luftgekühlte Dieselmotor mit einem Hubraum von 7412 Kubikzentimeter und immerhin 125 PS erzeugt einen einzigartigen Klang, ist durchzugsstark und kann das 10 000 Kilogramm schwere Gefährt auf 82 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Eigentlich könnte die Drehleiter sogar noch mit zum Einsatz fahren, doch ist sie dafür nicht mehr zugelassen. Zugegebenermaßen ist sie auch etwas kompliziert zu bedienen, obwohl sie zumindest zur Bauzeit und auch lange danach technisch etwas Besonderes war, weil sie vollständig hydraulisch bedient wird.

Um bei Hochzeiten oder anderen großen Ereignissen für ein nostalgisches Ambiente zu sorgen taugt das blitzeblanke Gefährt aber immer noch, und dafür wird es auch gerne gebucht. Der Jury beim Oldietreffen in Neumarkt hat es sogar so gut gefallen, dass es mit einem Sonderpreis bedacht wurde.

KLAUS-DIETER SCHREITER

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